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Citroën Aircross Concept

Ausfahrt mit Citroëns Riesenspielzeug

Citroen Aircross Concept, Totale Foto: Nicolas Zwickel 23 Bilder

Mit seinem außergewöhnlichen Design wirkt das Citroën Aircross Concept wie ein Auto aus dem Spielzeugladen. Wir sind damit um Paris gefahren und haben herausgefunden, dass Actionfiguren und Raketen nicht zur Grundausstattung gehören.

19.07.2015 Daniel Hohmeyer Powered by

Kurz wird der Arc de Triomphe sichtbar, dann biegen wir in eine Seitenstraße und verlassen die Innenstadt. Wer nach Paris kommt, sollte hier ohnehin nicht Auto fahren, schon gar nicht mit einem Design-Einzelstück. Noch sitzen wir aber nicht hinter dem Steuer des Citroën Aircross Concept, sondern im Citroën C4 Cactus. An ihn ist die SUV-Studie nämlich optisch angelehnt. Auf den ersten Blick verraten das schon Dach- und Fensterlinie, aber auch die schmalen Scheinwerfer. Die ungewöhnliche Airbump-Beplankung findet sich bei der Studie jedoch nicht wieder. Dafür trägt der Aircross schwarz umrandete Aluminiumwaben in den Flanken.

Citroën Aircross Concept wirkt fast surreal

Die Straße mündet schließlich in einen Parkplatz, wo das Citroën Aircross Concept bereits im Schatten der umstehenden Bäume wartet. Wir parken zu seiner Linken und plötzlich wirkt der Cactus überraschend klein. Die genoppten Continental-Reifen und 22-Zoll-Felgen geben der Studie einen wuchtigen Auftritt. Tatsächlich wirkt der Aircross etwas surreal – ein Auto das auch in einer Pappschachtel mit Plastikfenster stecken könnte. Die mögliche Aufschrift auf der Rückseite: „Nicht für Kinder unter acht Jahren geeignet“. Vielleicht lässt sich sogar der Kofferraun aufklappen, wodurch eine orange Plastikrakete zum Vorschein kommt. Durch kurzes Drücken auf das Fahrzeugdach feuert sie dann zwei Meter durchs Kinderzimmer.

Tatsächlich sieht es aber etwas anders aus. Unter der Heckklappe arbeiten lediglich die Rechner, die das Infotainmentsystem steuern. Um das zu nutzen, rutscht man durch die gegenläufig öffnenden Türen in den schalenförmigen Fahrersitz. Hier erwartet man eigentlich einen ungelenken Plastikhelden, der durch einen Rückenlautsprecher die immer gleichen Parolen posaunt. Aber keine Spur. Stattdessen lässt sich der Bildschirm in der Mittelkonsole per Gestensteuerung bewegen. Eine Handbewegung durch die Luft und das 12-Zoll-HD-Display gleitet zum Beifahrer.

Aircross als Versuchsträger eines neuen Infotainmentsystems

„Das Farbdesign des Menüs kann an das Design des Innenraums angepasst werden“, sagt Alexis Icikovics, der das Displaydesign und das Human Machine Interface (HMI) für das Citroën Aircross Concept verantwortet. Im Moment spiegeln die Gelb- und Rottöne des Menüs die Farben der Sitze wieder. „Wir hoffen“, erklärt Icikovics weiter „dass die Bedienung über das Lenkrad in den nächsten fünf Jahren in Serie geht.“ Er spricht von den grauen viereckigen Feldern, die links und rechts in das Lenkrad eingelassen sind. Über sie scrollt der Fahrer wie auf einem Smartphone durch das Fahrzeugmenü. Laut Icikovics könnten die serienreifen Touchpads noch eine haptische oder akustische Rückmeldung geben. Wir gestikulieren etwas unachtsam und der Bildschirm fährt zurück zur Mitte.

Unachtsamkeit gilt es beim Bedienen des Citroën Aircross Concept unbedingt zu vermeiden. Das gilt besonders für größere Beinbewegungen. Der Start-Stopp-Schalter ist nämlich, ergonomisch unklug, auf der Höhe des rechten Knies platziert. Eine leichte Berührung reicht aus und der Aircross schaltet seinen 218 PS starken 1,6-Liter-Benziner ab.

Start-Stopp-Schalter sorgt für Probleme

Wie zu erwarten war, kommen wir also zum Stehen – in der Mitte eines kleinen Kreisverkehrs. Schnell machen andere Autofahrer ihrer Unzufriedenheit Luft. Begleitet von lautem Hupen wuselt ein Citroën-Mitarbeiter um den Aircross herum. Zum Neustarten führt er einige Handgriffe unter dem Auto aus, dann geht es weiter. Die Lüftung bläst ungekühlte Luft auf das schwitzende Gesicht und das weiße Armaturenbrett reflektiert grell in der Windschutzscheibe. Eigentlich soll die Lenkung servounterstützt sein – ist sie aber gerade nicht. Und auch das Bremspedal muss ohne Unterstützung getreten werden. Tempo 60 reicht deswegen völlig aus. Die knubbeligen Reifen surren hörbar über den Asphalt und obwohl Lenkung und Bremse an einen alten Hanomag erinnern, arbeitet das Fahrwerk unaufgeregt und weich. Ganz Citroën eben.

Wir parken wieder neben dem Cactus und rutschen verschwitzt aus den Sitzen. Auch ohne Raketen an Bord ist eine Fahrt im Citroën Aircross Concept kein Kinderspiel, auch wenn er aussieht wie ein Auto aus dem Spielzeugladen.

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