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Citroën CX 25 TRD Turbo 2 Break im Fahrbericht

Großes Kino mit 2 m Ladefläche

Citroën CX 25 TRD Turbo 2 Break, Marc Hug, Heckansicht Foto: Arturo Rivas 7 Bilder

Der Citroën CX Break ist einer der Größten - über zwei Meter Ladefläche. Doch die wahre Größe des französischen Kombis erschließt sich nur jenen, die sich mit seiner Merkwürdigkeit anfreunden wollen und seine Skurrilität zu nehmen wissen.

16.05.2013 Michael Orth Powered by

Stone, Pasolini, Tarkowskij, Truffaut, Jarmusch, Kaurismäki. Vorne stehen die Regie-Größen in den Regalen der Stuttgarter Filmgalerie 451. Hinten steht er auf dem Parkplatz, Kombi-Größe des europäischen Automobilbaus, der Citroën CX Break. Das heißt: Eigentlich liegt er mehr – so wie er, wenn er fährt, auch weniger fährt als vielmehr zu schweben scheint.

Erster Citroën mit quer montiertem Motor

Der erste Citroën mit quer montiertem Motor und der letzte vorm Zusammenschluss der Marke mit Peugeot im Konzern PSA 1976 ist besonders wie die Nouvelle Vague, unterhaltsam wie ein guter Spielberg und eigenständig wie die poetischen Dramen von Takeshi Kitano. Auf manche wirkt er verstörend wie Polanski. Der Citroën CX Break ist von der monumentalen Größe einer Ridley-Scott-Inszenierung und, wie ein Streifen der Coen-Brüder, bei aller lakonischen Zurückhaltung doch pointiert. Nur eines ist der CX nicht: konventionell auf Massen gemacht.

Marc Hug, Inhaber der Filmgalerie 451, hätte sonst keinen. "Gute Autos und gute Filme", findet er, "haben viel gemeinsam." Zum Beispiel, dass sie über Jahrzehnte ihren Reiz behalten, anstatt auf Effekte zu setzen, die sich abnutzen. Auch der große Citroën-Kombi der Baureihe, die ab 1974 die DS zu beerben hatte, kommt ohne Effekte aus, überzeugt stattdessen mit "der Konsequenz seiner geraden Linie und schönen Details".

Die Polster der Kopfstützen des Citroën CX Break sind mit Druckknöpfen befestigt. Gelöst und gegen die Scheibe gedreht, stützen sie den Kopf wie ein Kissen. Kosmetisch könnte der Wagen Zuwendung vertragen. Vom Dach des 23 Jahre alten Turbodiesel blättert der Lack, vorn rechts trägt der Kotflügel eine Beule. Doch das kratzt nicht an der Aura des fast fünf Meter langen Break. Immer noch sind da diese Kühle, Distanz und Eigenwilligkeit. Als wäre der Wagen nicht einfach ein Auto. Was er ja auch nicht ist. "Er ist ein Traum", sagt Hug. "So komfortabel und geräumig, dass du dir in anderen Autos regelrecht eingesperrt vorkommst."

Cockpit wurde für die 2. Serie gewöhnlicher

Wie mancher, der ein Star hätte werden können, litt der Citroën CX Break unter Fehlbesetzungen, spielte Rollen, die nicht seine waren. Doch hinterher klebten sie an ihm wie das Image, das er nicht verdient: kompliziert, heikel, unzuverlässig.

Der Citroën CX Break war Honeckers letzte Staatslimousine. Im Tatort musste er neben Götz George die Form wahren, obwohl Schimanskis Grobschlächtigkeit so gar nicht zu ihm passt. Zu ihm passen Hugs Gitanes in der Ablage links unterm einspeichigen Lenkrad. Zu ihm passen die beiden Satelliten für Hupe, Licht, Blinker und Wischer neben den Instrumenten.

In den Citroën CX Break der zweiten Serie sind Tacho und Tourenzähler rund. Das Arrangement der ersten Serie, Walzen hinter lupenhaft geformtem Kunststoff, befremdete viele mehr als zu überzeugen. Hartnäckig hält sich auch das Vorurteil, die Bedienung der Blinker, die Betätigung der Fußbremse oder das flüssige Umrunden einer Kurve in einem Citroën CX gelinge weniger wahrscheinlich auf Anhieb als die Auseinandersetzung mit einem französischen Autorenfilm.

Dieselmotor ergänzt den Charakter des Citroën CX Break

"Quatsch", sagt Marc Hug. Der sowohl die selbsttätig in die Mittelstellung zurückkurbelnde Diravi-Lenkung schätzt, wie auch die von der Hochdruck-Hydraulik unterstützte, sensible Bremse. Die einmalige Hydropneumatik sowieso. Und den 2,5-Liter-Turbodiesel, der zwar nicht gerade weich läuft, während der Fahrt aber im Hintergrund bleibt, wenn nicht zu arg gefordert. Es wäre eine Fehleinschätzung, den Diesel im Citroën CX Break als deplatziert zu beschreiben. Er konterkariert den geschliffenen Charakter des Wagens nicht, er ergänzt ihn.

Und steht einer Plakette im Wege. 1991, im letzten Verkaufsjahr des bei Heuliez gefertigten Break, waren mit dem Diesel noch zwölf steuerbefreite Monate drin. Aber da durfte man in Kinos ebenfalls noch rauchen. Für Hug kein Grund, den Citroën CX Break abzuschieben. "Ich brauche ihn nicht mehr unbedingt. Aber behalten will ich ihn unbedingt. Ist eine emotionale Sache. Nur sieben Jahre noch bis zum H." Bis dahin kommt ein neuer Lack, "ein dunkles Türkis", und mit etwas Glück auch eine Lederausstattung. "Gern in dunklem Rot", sagt Marc Hug. Eine eigenwillige Kombination. Sie würde passen zum eigenwilligen Kombi.

Der Citroën CX TD in auto motor und sport, Ausgabe 18/1988

Wer nicht wisse, wie der sprichwörtliche Ochse ziehe, könne im Citroën Turbodiesel eine anschauliche Demonstration genießen, hieß es einst im Vergleich mit einem BMW 524 td. Für Citroën CX-Fahrer sei der Diesel eine überzeugende Alternative.

So eigensinnig wie der gesamte Citroën CX Break zeige sich dessen Bedienung. "Die Lenkung lässt jeden Unkundigen auf schmaler Bahn eine Stilrichtung einschlagen, wie sie von nicht ganz nüchternen Fahrern bevorzugt wird."

Technische Daten
Citroën CX 25 TRD Turbo 2 Break
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe4930 x 1770 x 1460 mm
Hubraum / Motor2482 cm³ / 4-Zylinder
Höchstgeschwindigkeit188 km/h
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