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Citroën Grand C4 Picasso, Renault Grand Scénic

Zwei Vans für die Familie

Citroën Grand C4 Picasso BlueHDi 150, Renault Grand Scénic dCi 150 FAB, Frontansicht Foto: Karl-Heinz Augustin 26 Bilder

Große Vans aus Frankreich waren immer schon etwas eigensinnig. Neuestes Beispiel: der ungewöhnlich gestylte Citroën Grand C4 Picasso, der im Fahrbericht auf den kürzlich renovierten Renault Grand Scénic trifft.

01.03.2014 Michael von Maydell Powered by

Wohl kaum ein Land auf diesem Erdball hat mehr familienfreundliche Vans hervorgebracht als Frankreich. Ob sie nun Citroën Xsara Picasso, C3 und C4 Picasso, C8, Berlingo oder Renault Espace, Scénic und Kangoo heißen - sie alle kamen aus dem Nachbarland, laufen meist bis heute und galten lange als Maßstab. Obwohl inzwischen Modelle wie der VW Touran oder Opel Zafira in den Zulassungszahlen weit vorn liegen, lassen sich Renault und der PSA-Konzern nicht entmutigen.

Citroen C4 Grand Picasso Blue Hdi 150
Fahrbericht Citroen C4 Grand Picasso Blue Hdi 150 3:14 Min.

Citroën Grand C4 Picasso etwas länger

So brachte Citroën vor Kurzem eine Neuauflage des nunmehr futuristisch auftretenden C4 Picasso, die ebenso wie der Renault Scénic in zwei Varianten angeboten wird. Der Citroën Grand C4 Picasso zielt mit einer Länge von 4.597 Millimetern sehr genau auf den 4.573 Millimeter langen Renault Grand Scénic. Mit dem 130 PS starken, Euro 6-konformen Diesel ist dieser derzeit nur in der Bose-Edition ab 28.800 Euro erhältlich.

Neben der damit obligatorischen Bose-Soundanlage verfügt der Kompakt-Van so bereits über ein integriertes TomTom-Navi, Parkpiepser rundum, schlüssellosen Zugang, 17-Zoll-Leichtmetallräder, edlere Dekorelemente und vieles mehr. Bei vergleichbarer Intensive-Ausstattung sind für den Citroën Grand C4 Picasso mit 150 PS starkem Diesel (BlueHDi 150) rund 1.800 Euro mehr zu bezahlen, während die im Fahrbericht verwendete Exclusive-Variante samt Automatikgetriebe für stattliche 34.240 Euro in der Preisliste steht. Ein Fahrzeug mit Schaltgetriebe stand seitens Citroën leider nicht zur Verfügung.

Renault Grand Scénic fasst etwas mehr

Ähnlicher fallen dafür die Volumenangaben der beiden Fahrzeuge aus. Je nach Einstellung der drei etwas zu niedrig montierten, verschiebbaren Einzelsitze variiert das Ladevolumen des Citroën Grand C4 Picasso zwischen 645 und rund 700 Liter. Ob zwei Zusatzsitze (700 Euro Aufpreis) im Kofferraum untergebracht sind, spielt dabei keine Rolle.

Der Renault Grand Scénic nimmt als Fünfsitzer standardmäßig 678 bis 785 Liter mit. Ausgerüstet mit einer ebenfalls 700 Euro teuren Notbestuhlung reduziert sich das Volumen um bis zu 114 Liter. Maximal fasst der Renault Grand Scénic als Fünsitzer 2.083 Liter - wohlgemerkt nur nach dem mühseligen Ausbau der drei Einzelsitze. Im Grand C4 Picasso können dagegen auch bei Vollbeladung (1.843 Liter) alle Stühle an Bord bleiben. Einfach an den Strippen ziehen, und die Sitze falten sich flach zusammen und ergeben einen ebenen Ladeboden.

Beide französische Vans warten also mit einem sehr ordentlichen Platzangebot auf, das auch den Insassen zugutekommt. Es mangelt in den vorderen zwei Reihen weder an Kopf- noch an Beinfreiheit. Als Kindertransporter sind der Citroën Grand C4 Picasso und der Renault Grand Scénic ebenso bestens geeignet. Ein zweiter Rückspiegel, Unterbodenfächer, Schubladen, Klapptische und Sonnenrollos finden sich hier wie dort. Zudem verfügen alle Sitze der zweiten Reihe über Isofix-Halterungen, und gegen Aufpreis lassen sich moderne Multimedia-Systeme samt Fond-Bildschirmen ordern.

Citroën Grand C4 Picasso punktet bei Rundumsicht

Punkten kann der Citroën Grand C4 Picasso für seine gute Rundumsicht. Dank gegabelter A-Säulen und größerer Fensterflächen lässt er sich besser überblicken und einfacher rangieren als der Renault Grand Scénic. Mehr Konzentration benötigt da schon das Abrufen und Einstellen sämtlicher Fahrzeugfunktionen über den serienmäßigen 7-Zoll-Touchscreen in der Mittelkonsole.

Wer beispielsweise die Innenraumtemperatur einstellen möchte, muss mindestens zwei Mal den träge reagierenden Monitor bedienen. Da sich zudem die gezeigten Inhalte auf dem darüber positionierten 12-Zoll-HD-Bildschirm nur mittels eines mit Rollen überfrachteten Lenkrads konfigurieren lassen, fordert der Citroën Grand C4 Picasso zunächst viel Einfühlungsvermögen. Einmal vernünftig eingestellt, hat der Fahrer dann aber alle relevanten Fahrzeuginfos nebst Karte, Wetterdaten und DAB-Sendern sehr gut im Blick.

Seine Bedienungsschwächen kann der Citroën Grand C4 Picasso locker ausbügeln. Angefangen von mitlenkenden Bi-Xenonscheinwerfern über einen adaptiven Tempomaten und Notrufdienste per SIM-Karte bis hin zu Lüftungsdüsen für die dritte Sitzreihe und einen massierenden Beifahrersessel mit elektrisch verstellbarer Unterschenkelunterstützung stehen viele interessante Extras zur Wahl.

Nicht ganz so sorgfältige Verarbeitung beim Scénic

Angesicht dieser Fülle an möglichen Extras wirkt der nicht ganz so sorgfältig verarbeitete Renault Grand Scénic ziemlich blass. Mehr als eine virtuelle Instrumententafel, Spurverlassenswarner, bequeme Alcantara-Sitze sowie ein webbasiertes Multimedia-System kann selbst die Topausstattung nicht bieten.

Im Gegenzug offeriert der Renault Grand Scénic aber ein hinreichend präzises Sechsgang-Schaltgetriebe und einen kernig klingenden Turbodiesel mit nur 1,6 Liter Hubraum, der trotz 20 PS weniger Leistung genügend Schmalz entwickelt, um dem mit einer gemütlichen Wandlerautomatik ausgerüsteten Citroën locker zu folgen.

Beide Vans spurten von null auf 100 km/h in rund zehn Sekunden und passieren nach weiteren zehn Sekunden die 140 km/h-Marke. Zudem verfügen sie bis Tempo 160 immer über ausreichend Kraft. Wer darüber hinausbeschleunigt, wird entweder mit einem dumpf brummenden Zweiliter-Diesel (Citroën Grand C4 Picasso) oder störend lauten Windgeräuschen konfrontiert.

Beinahe identischer Kraftstoffverbrauch der Vans

Gleichstand herrscht im Verbrauch. Beide Selbstzünder belassen es im Fahrbericht bei 6,7 (Picasso) bis 6,8 L/100 km. Werte um die fünf Liter sind machbar. Gravierender fallen die Unterschiede im Fahrverhalten aus. Der etwas zu straff abgestimmte Renault Grand Scénic lässt sich dank einer direkteren, aber synthetisch ansprechenden Lenkung deutlich flotter durch Wechselkurven dirigieren als der sanftmütig-träge einlenkende Citroën Grand C4 Picasso. Dafür fängt dessen Fahrwerk auch voll beladen jedwede Bodenwelle weich ab, gibt nur schnell überfahrene Querfugen an seine Insassen weiter und rollt zudem angenehm leise ab.

Insgesamt kann sich dennoch der günstigere und nicht ganz so verspielte Renault Grand Scénic knapp vor den Citroën Grand C4 Picasso drängeln. Macht aber nichts. Eine kreative Bereicherung für das Van-Segment ist der Citroën in jedem Fall.

Fazit

Der Citroën Grand C4 Picasso erweist sich als komfortabel und modern, dennoch kann er den Renault Grand Scénic nicht übertreffen. Dieser ist nicht nur etwas geräumiger und agiler, sondern schlichtweg günstiger - bei einem Familienvan ein gewichtiges Argument.

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