Citroen Nemo 1.4 HDi Multispace: Der französische Minivan im Fahrbericht

Kürzer als vier Meter - aber jede Menge Platz. Der Citroen Nemo HDi 70 erscheint innen größer als außen. 

Kurz und knapp, so liebt es der Citroen Nemo. Zwei Motoren, eine Ausstattungslinie, fertig.

14.490 Euro für den 68 PS-starken Citroën Nemo

Mit dem 68 PS starken 1,4-Liter-Dieselmotor kostet er 14.490 Euro und bringt zwei Schiebetüren, Zen­tralverriegelung, umlegbare Rückbank, Fensterheber vorn sowie Bordcomputer mit. Für Radio und Klimaanlage im Pa­ket kassieren die Franzosen 1.390 Euro. Das Schwestermo­dell Fiat Qubo bietet mehr Vari­ationsmöglichkeiten, einen stärkeren Diesel sowie für 500 Euro Aufpreis den Schleuder­schutz ESP.

Der Citroen Ne­mo fährt 151 km/h Spitze

Citroen Nemo 1.4 Hdi Multispace-Fahrer müssen selbst aufpassen, nicht aus der Bahn zu geraten. Immerhin hilft ih­nen der 3,96-Meter-Kasten da­bei: Er schiebt in schnell angegangenen Kurven harmlos und kontrollierbar über seine 15 Zoll großen Michelin-Ener­giesparreifen. Tückische Aus­fallschritte des Hecks beim Gaswegnehmen sind nicht zu erwarten. Geschmeidiger Fe­derungskomfort aber ebenso wenig. Hier offenbart der in der Türkei gebaute Franzose seine Transporter-Wurzeln, stuckert, spricht auf Unebenheiten zö­gerlich an. Dafür läuft der Citroen Ne­mo 1.4 Hdi Multispace selbst bei Spitze 151 km/h ordentlich geradeaus, lässt sich höchstens von Windböen etwas beeindrucken.

Sehr gute Platzverhältnisse im Citroen Nemo

Beeindrucken kann dafür sein praktisches Wesen. Er wirkt innen größer als außen, ver­wöhnt seine Insasssen mit ka­thedralenartiger Kopffreiheit und luftigem Raumgefühl vorn wie hinten. Auf der Rückbank sitzt es sich zu zweit bequem, erst mit einem Dritten auf dem Mittelplatz klemmt es. Die Posi­tion auf dem höhenverstellba­ren Fahrersitz hinter dem aus­reichend variierbaren Lenkrad versprüht gehobenen Trans­porter-Charme, taugt aber für längere Strecken. Im Stadtge­wusel schützen Plastikplanken vor Blechnarben, die hinteren Schiebetüren vor Problemen in schmalen Parklücken. Allerdings müssen die Portale ohne Armlehnen auskommen und bieten lediglich Ausstell­fenster.

Zu wenig Platz im Kofferraum des Citroen Nemo

Dafür gibt es dort klei­ne Ablagen, die die umfang­reichen Staumöglichkeiten des Citroen Nemo ergänzen: von Türta­schen mit Flaschendepot über eine tiefe Handschuh-Höhle bis zur per Brüstung gesicherten Ablagefläche auf dem Armatu­renbrett.  Beim Kofferraum schwächelt der Citroen Nemo ein wenig. Hinter der niedrigen Ladekante fristen 356 Liter ihr Dasein - zu wenig für eine größere Familie. Bei fensterhoher Beladung akzep­tiert der Citroen Nemo bis zu 884 Liter, bei demontierter Rückbank sind es 2.500 und damit 500 Liter weniger als beim größe­ren Bruder Citroen Berlingo.

Citroen Nemo ohne Rußpartikelfilter

Nur vom zulässigen Maximal­gewicht sollte man sich fern­halten, schließlich ist der 68- PS-Diesel bereits mit dem un­beladenen Citroen Nemo 1.4 Hdi Multispace ausreichend beschäftigt. Seine Anfahrschwäche zwingt zu konzentriertem Umgang mit Gas und Kupplung sowie zu häufigem Schalten. Außerdem pustet der Diesel-Nemo trotz des klangvollen Beinamens "Airdream" seine Rußpartikel ungefiltert in die Luft.  So wird es für den Citroen Nemo nichts mit dem Prädikat "kurz und gut".

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Jörn Thomas

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