Citroen Nemo: Der Berlingo-Ableger im Visier

Citroen Nemo Kombi 1.4 Multispace

Unter den acht Van-Modellen im Citroen-Programm ist der Hochdach-Kombi Nemo der Jüngste und Preisgünstigste. Fahrbericht der Benzin-Version mit 73 PS. 

Wer hätte das bei dem noch immer extrava­ganten Image von Citroen ge­dacht? Mit dem Berlingo ist ausgerechnet die Pkw-Version eines Nutzfahrzeugs der Dauerbrenner im deutschen Modellprogramm der Franzosen. Durch seinen letzten Modell­wechsel in 2008 wurde der Hochdach-Kombi größer und komfortabler, aber auch teurer. Das schafft Platz für einen kompakteren Ableger: Der nur 3,96 Meter kurze Citroen Nemo startet bereits ab 12.990 Euro.

Der Citroen Nemo fasst bis zu 2.500 Liter Gepäck

Mit seiner dicken Kunststofflippe und den großen Schein­werfern blickt er freundlich, macht aber unmissverständ­lich klar: Luxus darf man von ihm nicht erwarten, Nutzwert geht über alles. Unlackierte Stoßfänger und solide Seiten­schutzleisten nehmen die Angst vor engen Parklücken, wo sich zudem die beiden seri­enmäßigen hinteren Schiebe­türen als ausgesprochen prak­tisch erweisen. Die riesige Heckklappe gibt eine tiefe und breite Ladeöffnung frei, braucht nach hinten jedoch viel Platz und schwenkt für große Menschen nicht weit genug nach oben. Eine Gepäck­raumabdeckung ist an Bord, das Stauvolumen darunter ent­spricht mit 356 Liter der Größe eines VW Golf. Steht ein Besuch beim Bau- oder Möbelmarkt an, läuft der Kleine zu großer Form auf: Bis zu 2.500 Liter passen bei dach­hoher Beladung hinter die Vor­dersitze.

Trotz hohem Stauraum darf der Citroen Nemo nur wenige Kilogramm zuladen

Die geteilte Rückbank kann mitsamt der Lehne gegen die Vordersitze gefaltet oder komplett ausgebaut werden - beim breiteren Bankteil eine mühevolle Angelegenheit. Ein Sicherheitstrennnetz fehlt in der Aufpreisliste, Zuladung (409 Kilo) und Anhängelast (400 Kilo ungebremst) fallen für Transportzwecke eher knapp aus. Im Innenraum ist lackiertes Blech sichtbar, pflegeleichter Kunststoff dominiert. Die vor­deren Seitenscheiben lassen sich nicht komplett versenken, hinten gibt es nur Ausstellfenster. Trotzdem wirkt das Ambiente luftig und freundlich, Servolenkung und Zen­tralverriegelung mit Fernbedie­nung bieten wie die Federung ein akzeptables Mindestmaß an Komfort. Vier Airbags sind Serie, Radio und Klimaanlage kosten 1.390 Euro.

Kein ESP für den Citroen Ne­mo

An den Antrieb sollte man ebenfalls keine hohen Ansprü­che stellen. Von der unpräzi­sen Fünfgangschaltung bei Laune gehalten, müht sich der Benziner leidlich ab, um den bereits leer knapp 1,3 Tonnen wiegenden Citroen Nemo 1.4 voranzubringen. Immerhin wird er nicht ungebührlich laut, doch mit einem Testverbrauch von 8,6 L/100 km schont er nicht die Haushaltskasse. So ist der Citroën Nemo vor allem ein praktischer und gutmütiger Begleiter. Auf einen ESP-Ret­tungsanker für fahrdynamische Extremfälle verzichtet der Citroen Ne­mo allerdings. Unverständlich, denn für den nahezu bauglei­chen Fiat Qubo ist ESP immer­hin optional lieferbar. 

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Peter Wolkenstein

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