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Dacia Duster Facelift erster Test

Runderneuerter Rumäne

Dacia Duster dCi 110 4x4, Steilhang Foto: Dino Eisele 34 Bilder

Nicht nur optisch, auch technisch hat Dacia den Duster renoviert. Das neue Modell bringt mehr Ausstattung und Komfort zum gleichen Preis.

15.01.2014 Torsten Seibt Powered by

Dacia geht mit dem Duster in die nächste Runde. Das Erfolgs-SUV wurde gründlich renoviert, bleibt seinen Werten aber treu. Ein Umsteuern war auch nicht nötig, der Dacia Duster ist ein weltweites Erfolgsmodell: über 800.000 Einheiten wurden seit Markteinführung verkauft, wobei der Duster in einigen Märkten als Renault an den Start geht. In Deutschland waren es bislang 60.000 Käufer, die sich gegen Statussymbole und für das in Rumänien gefertigte Kompakt-SUV entschieden.

Dacia Duster Facelift

Äußerlich wurde nur wenig Hand an den Dacia Duster gelegt. Das Facelift besteht im wesentlichen aus einem neuen Kühlergrill mit neu gestalteten Scheinwerfern und LED-Tagfahrlicht, am Heck gibt es ebenfalls eine neue Leuchtengrafik.
 
Unter dem Blech gibt es dagegen deutlichere Änderungen. Neue Türdichtungen, eine verbesserte Schottwand zum Motorraum und eine bessere Holhlraumdämmung sollen das Fahrgeräusch im Innenraum erheblich senken. Dazu kommt eine umfangreich modernisierte Armaturenlandschaft.
 
Obwohl nach wie vor harter Kunststoff dominiert, sieht das Cockpit des neuen Dacia Duster nach dem Facelift tatsächlich wertiger aus. Modern und unverspielt, große Verwirrung kommt ebenfalls nicht auf. Bei der optionalen Ausstattung wurde außerdem aufgerüstet. Es gibt nun erstmals ein werkseitiges Navigationssystem namens Media-Nav, das Dacia-typisch bepreist ist: für die Lauréate-Ausstattung kostet es lediglich 180 Euro Aufpreis, beim Topmodell Prestige ist es serienmäßig an Bord. Ebenfalls neu ist ein Tempomat mit Limitfunktion, der in den beiden höheren Ausstattungen für 350 Euro Aufpreis zu haben ist und Einparksensoren mitbringt.

Neuer Turbo-Benziner

Der neue Downsizing-Motor, ein 1,2-Liter-Turbobenziner mit 125 PS, bleibt derzeit den frontgetriebenen Duster vorbehalten, für die Allrad-Varianten gibt es weiterhin nur den bekannten und nicht mehr ganz taufrischen 1,6-Liter-Benziner mit 105 PS. Das ist schade, denn der kleine Turbo-Triebling zeigte sich auf unserer ersten Testfahrt als munterer Antrieb, der durchaus Fahrspaß vermitteln kann. Ordentlicher Durchzug schon aus niedrigen Drehzahlen und eine gewisse Drehfreudigkeit zeigen überdeutlich, wie betagt und freudlos der Basis-Benziner mit 1,6 Liter Hubraum ist.
 
Bei den Dieselmodellen bleibt das Angebot wie gehabt, der 1,5-Liter-Motor von Konzernmutter Renault ist weiterhin als 90- und 110-PS-Variante erhältlich, die stärkere Version auch mit Allradantrieb. Hier gibt es prinzipiell keine Änderungen bei der Leistungsentfaltung, der Dacia Duster dCi geht dank des verhältnismäßig geringen Gewichts recht spontan an die Arbeit und zeigt auch in Sachen Durchzugskraft echte Ambitionen. Neu ist hingegen, dass man ihn bei hohem Tempo dank des länger übersetzten Getriebes nicht mehr so unsinnig hoch drehen lassen muss. Das dürfte auf Fernstrecken auch spürbare Folgen beim Verbrauch haben.

Dacia Duster mit sechs Gängen

Außer beim supergünstigen Einstiegs-Duster (10.490 Euro) gibt es auch in allen Versionen ein neues Getriebe. Die neue Box hält nun sechs Gänge bereit, was sich nicht nur in einer gefälligeren Abstufung niederschlägt, sondern vor allem im sechsten Gang die Dauerdrehzahl senkt. Den besonders kurz übersetzten ersten Gang, der als Ersatz für eine Gelände-Untersetzung herhalten soll, bekommen nur die Allradversionen des neuen Dacia Duster. Bei den 4x2-Varianten ist der Erste länger übersetzt und der Sprung beim schalten in den zweiten Gang nicht ganz so groß.
 
Das neue Sechsganggetriebe lässt sich manierlich und exakt schalten, lediglich die Schaltwege könnten etwas kürzer sein. Etwas umständlich ist es, dass Dacia beim Facelift des Duster wegen der internen Struktur des Armaturenträgers tief stapeln musste. Das Navigationssystem befindet sich außerhalb des Blickfelds weit unten, noch einmal eine Etage tiefer sind die Schalter für die Klimasteuerung angebracht.
 
Einmal in Fahrt fällt bereits nach wenigen Metern auf, dass Dacia in Sachen Geräuschreduzierung nicht zuviel versprochen hat. Die Abkapselung zum Motorraum wirkt und auch die Abrollgeräusche haben merklich nachgelassen, der Hersteller nennt eine Reduktion der Fahrtgeräusche um 50 Prozent. Bei schnellerer Fahrt ist der Fahrtwind dominierende, aber nicht störende Geräuschquelle, der neue Dacia Duster ist in dieser Hinsicht erheblich komfortabler geworden.
 
Keine Änderungen erfuhr das Fahrwerk, was auch nicht nötig war. Wie bisher gefällt der Dacia Duster durch eine sehr schluckfreudige Federung, die vor allem auf der Komfort-Seite beheimatet ist und den Duster bei beherzter Bedienung mit deutlicher Schlagseite durch Kurven segeln lässt. Das Fahrverhalten ist insgesamt weitgehend narrensicher, das jetzt bei allen Versionen serienmäßige ESP hält sich bei normaler Fahrweise vornehm zurück. Unverändert bleibt auch die Lenkung, die durchaus ein Update in Sachen Präzision und Rückmeldung vertragen hätte. Aber die wenigsten Kunden werden den Dacia Duster als Sportwagen-Ersatz begreifen.
 
Während Ausstattung und Qualitätsanmutung beim neuen Dacia Duster durch das Facelift gewonnen haben, bleibt es bei den bisherigen Preisen. Die meistverkaufte Variante, der Dacia Duster mit der Lauréate-Vollausstattung (50 Prozent Anteil bei den Verkäufen) startet bei 14.390 Euro und kostet mit dem Top-Diesel als Allrad-Version 18.490 Euro. 

Fazit:

Mit dem Facelift des Duster hat Dacia die richtigen Weichen gestellt. Das Kompakt-SUV, das bislang in erster Linie wegen seiner Schnörkellosigkeit und des geringen Preises Zuspruch fand, hat bei den inneren Werten deutlich gewonnen. Zeitgemäße Ausstattungsoptionen und der gestiegene Langstreckenkomfort durch die geringeren Fahrgeräusche werten den Duster erlebbar auf – bei unveränderten Preisen. Einziger Wermutstropfen des Facelifts: der putzmuntere Turbo-Benziner lässt sich vorerst nicht mit Allradantrieb kombinieren.

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