Dacia Duster und Skoda Yeti: Kompakte SUVs im Fahrbericht

Dacia Duster, Skoda Yeti

Der Dacia Duster unterbietet den Basispreis des ebenfalls günstigen Skoda Yeti um stolze 6.000 Euro. Kann  er auch sonst mithalten?

Für ausgesprochen kostenbewusste Autofahrer war Dacia schon immer eine attraktive Adresse. Mit dem neuen Duster zieht die rumänische Renault-Tochter nun jedoch verstärkt das Interesse emotionaler Käufer auf sich.

Dacia Duster ist bereits ab 11.900 Euro erhältlich

Bislang waren angesagte SUV vom Schlag eines Dacia Duster neu kaum unter 20.000 Euro zu haben - und bei Dacia ist der ansehnlich eingekleidete Offroader als reiner Fronttriebler schon ab 11.900 Euro erhältlich. Selbst die Lauréate-Ausstattung inklusive gängiger Komfortextras wie Klimaanlage ist mit 13.400 Euro noch konkurrenzlos günstig. Vor diesem Hintergrund tritt der ähnlich große, aber 17.990 Euro teure Skoda Yeti im Fahrbericht in einer anderen Liga an, zumal eine Klimaanlage hier erst bei der Ambition-Variante (21.390 Euro) zum Serienumfang zählt. Damit summiert sich die Differenz auf den Gegenwert eines neuen Kleinwagens à la Dacia Sandero - in dieser sensiblen Preisregion ein schwer zu entkräftendes Argument. Allerdings schrumpft der Kostenvorteil des Dacia Duster im Fahrbericht kräftig, sobald es um den Unterhalt geht. Speziell Haftpflicht- und Vollkaskoversicherung, aber auch Steuer und Kraftstoffkosten sind deutlich teurer als beim Skoda Yeti, so dass die Monatskosten inklusive prognostiziertem Wertverlust nach unserer Musterrechnung nur um knapp 40 Euro zugunsten des Dacia Duster differieren.

Unter der Motorhaube bietet der Dacia Duster einfache, aber bewährte Kost

Dennoch: Ist der Preis das wichtigste Kaufkriterium, hat der Skoda Yeti keine Chance. Zumal der Dacia Duster im Fahrbericht mehr kann als nur billig sein: Zehn Zentimeter mehr Außenlänge münzt er in einen größeren Gepäckraum um. Passagiere genießen vorn wie hinten genügend Bewegungsfreiheit, umgeben von einem nüchternen Kunststoffambiente ohne optische und haptische Schmeicheleien. Die knapp dimensionierten, weich gepolsterten Vordersitze sind für große Fahrer etwas hoch montiert, das Lenkrad lässt sich nur geringfügig in der Höhe verstellen. Auch unter der Motorhaube bietet der Dacia Duster einfache, aber bewährte Kost. Der 1,6-Liter leistet 105 PS, hat jedoch mit dem 1,2 Tonnen schweren Dacia Duster kein leichtes Spiel.

Dacia Duster mit erhöhtem Benzinverbrauch und trägem Kurvenverhalten

Außerhalb der Stadtgrenzen verlangt der Euro 4-Vierzylinder des Dacia Duster im Fahrbericht nach hohen Drehzahlen, da das maximale Drehmoment von 148 Nm erst bei 3.750/min anliegt. Dazu muss der Fahrer häufig die knochige Schaltung des Fünfganggetriebes bemühen, denn der drehunwillige Vierventiler entwickelt wenig Durchzugskraft.

Zudem beschleunigt der Dacia Duster ab Richtgeschwindigkeit nur noch zäh, wobei selbst bei diesem Tempo das laute Motordröhnen nicht hinter den starken Windgeräuschen verschwindet. Schade, denn die Federung macht ihre Sache gut. Gegen eine flotte Gangart sprechen auch der erhöhte Benzinverbrauch und das träge Kurvenverhalten des brav untersteuernden Fronttrieblers. ESP bietet Dacia im Duster zwar an, aber nur im starken Diesel. Nicht lieferbare Kopfairbags deuten ebenfalls darauf hin, dass die Maßstäbe des deutschen Marktes für Dacia nicht oberste Priorität genießen.

Skoda Yeti mit mehr Temperament

Der Skoda Yeti gibt sich im Fahrbericht keine Blöße, neben den gängigen Sicherheitsextras ist sogar ein Fahrer-Knieairbag serienmäßig an Bord. Als Antrieb dient ein moderner aufgeladener Direkteinspritzer mit 1,2 Liter Hubraum, der dem Dacia Duster-Triebwerk in allen Belangen klar überlegen ist. Da der ebenso kultivierte wie drehfreudige und genügsame Turbo recht elastisch agiert, entwickelt der Skoda Yeti meist ohne Zurückschalten noch genug Temperament. Zusammen mit der hörbar angenehmeren Geräuschkulisse lassen sich so lange Autobahnetappen wesentlich zügiger und entspannter zurücklegen - nicht zuletzt wegen des sechsten Gangs des exakt schaltbaren Getriebes.

Yeti-Interieur wirkt im Detail spürbar hochwertiger und ausgefeilter

Das straffere Fahrwerk des Skoda Yeti führt nicht zu Einbußen beim Komfort, verleiht dem Fronttriebler im Fahrbericht jedoch in Verbindung mit der feinfühligen Lenkung eine für diese Fahrzeugkategorie überdurchschnittliche Handlichkeit. Die gut konturierten Sitze bieten ordentlichen Seitenhalt und sind ähnlich tief wie in einer Limousine montiert. Wer eine erhabenere Position bevorzugt - Sitzhöhenverstellweg und Kopffreiheit sind großzügig dimensioniert. Im ausreichend geräumigen Fond weisen die drei schmalen Einzelsitze die Flexibilität eines Vans auf. Verschieben, umklappen, ausbauen - alles ohne großen Aufwand machbar. Obwohl das Interieur ähnlich zweckorientiert angelegt ist wie im Dacia Duster, wirkt es im Detail spürbar hochwertiger und ausgefeilter.

Dank vieler Sonderoptionen lässt sich der Skoda Yeti noch weiter aufpeppen, doch das spielt für preissensible Kunden wohl keine Rolle. Eher schon, dass für den Duster nicht einmal ein Glasschiebedach angeboten wird. Nur eine Option hat der Preisbrecher dem Skoda voraus: Allradantrieb kostet 1.800 Euro extra und ist für den Skoda Yeti in der Motorversion 1.2 TSI nicht zu haben. Dennoch spricht im Vergleich vor allem eines für den Dacia Duster - der extrem attraktive Preis.

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Peter Wolkenstein

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