Warum eigentlich mehr bezahlen? Für Menschen, die ein ausgesprochen rationales Verhältnis zum Autokaufen und fahren pflegen, liegt diese Frage auf der Hand, wenn sie erfahren, dass ein ausgewachsener Dacia Logan Kombi schon ab 8.500 Euro zu haben ist.
1.500 Euro Aufpreis für den LPG-Dacia Logan
Wer möglichst günstig unterwegs sein will, stellt sich diese Frage aber auch an der Tankstelle beim Blick auf die Preise: Superbenzin rund 1,30 Euro, Flüssiggas (LPG) dagegen nur 60 Cent. Die kostenbewusste Dacia-Klientel muss dazu jedoch nicht den LPG-Nachrüster aufsuchen, denn die rumänische Renault-Tocher bietet den Großraum-Logan bereits ab Werk mit einem entsprechenden Antrieb an. Marken-typisch günstig fällt der Mehrpreis aus: Mit 1.500 Euro zahlen Dacia-Kunden im Vergleich zu anderen werkseitig angebotenen Flüssiggas-Modellen deutlich weniger. Aber selbst 1.500 Euro sind eine Menge Geld - der 1,6-Liter-Benziner mit 87 PS als LPG-Ausgangsbasis kostet lediglich 10.600 Euro. Wer stattdessen zum 86-PS-Diesel schielt: Sein Aufschlag beläuft sich gar auf 1.900 Euro.
Theoretisch lohnt sich der LPG-Dacia Logan schon nach 35.000 Kilometern
Mit dem LPG-Dacia Logan fahren heißt sparen - wobei sich der Mehrpreis relativ rasch amortisiert. Der Testdurchschnitt betrug 9,8 Liter LPG gegenüber 7,8 Liter Super. Bei der aktuellen Spritpreisdifferenz reichen dazu rund 35.000 Kilometer mit reinem Gasbetrieb. Zumindest in der Theorie, denn in der Praxis bedient sich der Motor zum Start stets aus dem unveränderten 50-Liter-Benzintank, bevor er anschließend nach kurzer Wegstrecke automatisch auf Gasbetrieb wechselt.
Der LPG-Tank sitzt in der Ersatzradmulde des Dacia Logan
Der LPG-Tank mit 42 Liter nutzbarem Inhalt nimmt den Platz des Reserverades unter dem Wagenboden ein und reicht für über 400 Kilometer, bei leerem Gastank schaltet der Dacia Logan (der Dacia Logan im Dauertest) selbstständig auf Benzin um. Manuelles Wechseln ist ebenfalls möglich; die winzige LPG-typische Bedieneinheit mit fünf Dioden als Tankanzeige klebt tief unten vor dem Schalthebel.
Ansonsten gibt es im Cockpit keine Hinweise auf die alternative Antriebsenergie, auch beim Fahren ist davon nichts zu spüren. Mit den im LPG-Betrieb verbleibenden 84 PS bewegt sich der 1,3-Tonner ausreichend flott, hohe Drehzahlen des brummigen Vierzylinders und häufige Gangwechsel mit der einigermaßen präzisen Fünfgangschaltung sind dazu jedoch unvermeidlich. Lenkung und Fahrwerk eignen sich ebenfalls besser für eine geruhsame Gangart. Unebenheiten quert der Kombi mitunter steifbeinig und reagiert mit spürbaren Vertikalbewegungen. Seine größte Stärke ist jedoch das üppige Raumangebot.
Großes Manko am Dacia Logan ist die schlechte Sicherheitsausstattung
Der Gepäckraum fällt mit 700 bis 2.350 Liter so großzügig aus, dass sogar noch eine zweite, demontierbare Sitzbank (500 Euro) darin Platz findet, auf der selbst Erwachsene kurze Strecken ganz passabel zurücklegen können. Dacia typisch und bei dem Preis auch annehmbar: das karge Ambiente mit einfacher Ausstattung (Kurbelfenster), robusten Kunststoffen und solider, klapperfreier Verarbeitung. Keine Abstriche erfordern die Bremsen, wohl aber die Sicherheitsausstattung: ESP und Kopfairbags sind nicht lieferbar, selbst Seitenairbags kosten 280 Euro extra. Für manche dürfte das als Antwort auf die eingangs gestellte Frage genügen.






