Dacia Sandero: Erste Fahrt mit den neuen Basismotoren

Dacia Sandero

Der rumänische Autobauer bietet seine Schräghecklimousine Sandero mit zwei neuen Basis-Vierzylindern an - einem 1,2-Liter-Benziner mit 75 PS und einem 1,5-Liter-Diesel mit 68 PS. Erste Fahreindrücke von den neuen Modell-Varianten.

Parallel mit der Markteinführung dieser beiden Motoren kreiert Dacia für den Sandero auch eine neue Ausstattungslinie mit der Bezeichnung Eco2. Schön gehört? Richtig, Eco2-Versionen gibt es auch bei der Konzernmutter Renault.

Beide Triebwerke mit Eco2-Siegel

Wie dort ist dieser Zusatz ökonomisch und ökologisch günstig bewerteten Modellen vorbehalten. Die Werks-Definition dafür lautet: Eco2-Typen dürfen im Norm-Fahrzyklus höchstens 140 Gramm CO2 pro Kilometer ausstoßen, sie müssen in einem als umweltfreundlich eingestuften Werk entstehen und zu rund 95 Prozent recyclingfähig sind. Die Sandero-Modelle mit den beiden neuen Triebwerken schaffen diese Hürden, nicht zuletzt dank ihrer Sparsamkeit und der daraus resultierenden guten CO2-Bilanzen von 139 respektive 120 Gramm pro Kilometer für den Benziner beziehungsweise den Diesel.

Gleiche Leistung, spürbar weniger Drehmoment

Mit 75 PS verfügt der Sandero 1.2 über die gleiche Nennleistung wie sein Bruder mit 1,4 Liter Hubraum. Laut Werksangabe beschleunigt er ähnlich gut (Null bis 100 km/h 13,6 Sekunden) und läuft 160 km/h schnell. Vernachlässigbar ist der nominelle Unterschied beim Drehmoment, wobei die kleinere Maschine mit 107 Nm nur fünf Newtonmeter weniger auf die Kurbelwelle stemmt. Allerdings liefert sie diesen Wert erst bei 4.250 Touren, während der größere Motor schon bei 3.000 Kurbelwellenumdrehungen seinen Bestwert erreicht.

Im Fahrbetrieb wird diese Differenz sehr wohl spürbar: Der 1,2-Liter wirkt im unteren Drehzahlbereich durchzugsschwach, behäbig und ziemlich temperamentlos. Wer einigermaßen zügig vorankommen möchte, muss häufig die gute Drehwilligkeit der Maschine ausnutzen und fleißig die Gänge wechseln, was mit der wenig exakten und etwas hakeligen Schaltung des gut übersetzten Fünfganggetriebes nicht besonders vergnüglich ist. Ansonsten arbeitet der kleine Vierzylinder ausreichend kultiviert und begnügt sich laut ECE-Norm mit durchschnittlich 5,9 Liter Superbenzin pro 100 Kilometer.

Mit dem Diesel souverän motorisiert
 
Den Paradewert seines Diesel-Bruders schafft er natürlich nicht. Der bringt es im Normzyklus auf 4,5 L/100 km und unterbietet damit auch den stärkeren Sandero Diesel mit 86 PS (1,5 Liter) ganz knapp. Aber auch mit 68 Diesel-PS fühlt man sich gut - im Vergleich zum kleinen Benziner sogar souverän - motorisiert. Immerhin stehen hier bereits bei 1.700 Touren 160 Newtonmeter parat, womit geklärt ist, woraus der kraftvolle Antritt knapp oberhalb der Leerlaufdrehzahl resultiert. Der gut am Gas hängende und kultiviert laufende Dieselmotor begünstigt zudem schaltfaules, gelassenes Fahren, das viel besser in die heutige Zeit passt als eine hochtourige Gangart. Nach Werksangabe beschleunigt der 68 PS-Sandero in 15 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 und erreicht eine Spitzengeschwindigkeit von 157 km/h.

Großzügiges Raumangebot

Ansonsten überzeugt der Sandero durch sein großzügiges Raumangebot, den variablen, bei umgeklappter Rücksitzbank bis zu 1.200 Liter fassenden Kofferraum, sichere Fahreigenschaften und ausgewogenen Federungskomfort. Dass das Ambiente im Innenraum durch die Verwendung von reichlich Hartplastik etwas billig wirkt, stört weniger als die lauten, von Radaufhängungen und Reifen inszenierten Fahrgeräusche. Bei früheren Tests hatten sich zudem die Bremsen bei hoher Belastung als fadingempfindlich erwiesen.

Gehobene Ausstattung

Eco bedeutet nicht, dass es sich um die billigsten Sandero-Versionen handelt. Vielmehr baut diese Ausstattung auf dem Ambiance-Paket auf und kostet 1.000 Euro Aufpreis. Dafür sind aber einige Extras enthalten, die den Mehrpreis wettmachen: Klimaanlage, CD-Radio, elektrische Fensterheber vorne und Fernbedienung für die Zentralverriegelung. Als 1,2-Liter-Benziner kostet der Sandero Eco2 exakt 9.500 Euro und damit 2.000 Euro mehr als die gleich starke Einstiegs-Variante mit 1,4 Liter Hubraum, die allerdings in dieser Konfiguration sogar auf Servolenkung, Zentralverriegelung sowie Seitenschutzleisten und Sonnenblende auf der Beifahrerseite verzichtet. Der Eco2-Diesel steht mit 11.500 Euro in der Liste. Günstige Preise begründen den Erfolg der Dacia-Modelle. Die neuen Eco2-Varianten, für die es ebenfalls kein ESP, aber drei Jahre Garantie gibt, setzen diese Philosophie fort.

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Werner Schruf

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