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Datsun 240 Z - Händlerangebot im Check

Konzentrat eines Sportwagens

Datsun 240 Z, Seitenansicht Foto: Hardy Mutschler 6 Bilder

Problemlos, schnell und zuverlässig: Der zwischen 1969 und 1973 gebaute Datsun 240 Z mit fein abgestimmter Großserien-Technik wird auch Poor Man's E-Type genannt. Wir stellen ein Exemplar vor.

25.02.2014 Alf Cremers Powered by

Er hat es nicht verdient, stets als Surrogat für die leuchtende Auto-Ikone Jaguar XK-E, pardon E-Type, herzuhalten. Der charismatische Fastback-Sportwagen aus Japan besitzt genügend Strahlkraft, mehr als die Marke und mindestens so viel wie die im Sportwagen-Schönheitsideal gehaltene Karosserie. Der Datsun 240 Z braucht ein bisschen Überzeugungskraft, um seinen profanen Markennamen hinter sich zu lassen. Am besten gelingt dies bei einer ausgiebigen Probefahrt.

Ungeschweißtes Kalifornien-Exemplar mit Automatik

Klassiker-Händler Erwin Hildenbrand, Inhaber der Firma Lola Motor Cars im bayerischen Gundelfingen ( www.lola-motor-cars.de ), gibt uns die Gelegenheit dazu. Er hat gerade einen außergewöhnlich gut erhaltenen Datsun 240 Z frisch reinbekommen. Ein ungeschweißtes Kalifornien-Exemplar mit Dreigang-Automatik im erfrischenden Farbton "Lime", was so viel wie Limette heißt, und dem damals BMW-üblichen Neon-Ton "Golf" sehr nahekommt.

Selbstbewusste 22.900 Euro verlangt Hildenbrand für das auffällige und aus normalem Betrachtungsabstand wie ein Jahreswagen wirkende Sport-Coupé. Das Zählwerk des Meilentachos zeigt die Ziffernfolge 84.947, das bedeutet in Kilometer übersetzt 135.915. Die Historie des Datsun 240 Z, der drei Vorbesitzer hatte, ist lückenlos belegt, das komplette Bordbuch liegt im Handschuhfach, sogar jedes Tanken wurde akribisch notiert. Bis auf eine sehr gute Neulackierung präsentiert sich dieser ungemein reizvolle 240 Z im Originalzustand.

Automatik geduldet, nicht gewollt

Das einzige Verkaufshandicap wird wohl die Dreigang-Automatik mit zeittypischem T-Bar-Wählhebel sein. So ein agiler, kompakter und leichter Sportwagen wie der Datsun 240 Z verlangt eher nach einem knackigen, kurzwegigen Fünfganggetriebe, wie es die Japaner damals nach britischem Vorbild bauten.

Doch bei der ausgedehnten Probefahrt relativiert sich der Mangel. Die rassige Form des Datsun 240 Z, der betörende Sound des grundsoliden, urgesunden Sechszylinders und die tiefe, entspannte, ja wie angegossen passende Sitzposition haben dem Z-Tester mächtig den Kopf verdreht. Es fällt nicht schwer, sich in diese Fairlady spontan zu verlieben. Ihre Anmut ist offensichtlich, und der kultivierte, elastische, siebenfach gelagerte Sechszylinder, der lässige 130 PS leistet, prägt ihren Charakter. Der Mercedes-Motor M 129 aus dem 250 S war unübersehbar sein Vorbild, nur sind die Zylinderabstände beim Datsun gesünder.

Was man der Fairlady gar nicht zutraut, ist ihr aufwendiges Fahrwerk. Auch in Japan war es viel zu lange üblich, hinten unambitionierte blattgefederte Starrachsen einzubauen. Der Datsun 240 Z setzt auf eine absolut jaguarlike Einzelradaufhängung mit Federbeinen und Dreiecks-Querlenkern. Deshalb federt er nicht so hart wie ein MG B GT und liegt auch in schnell gefahrenen Kurven erstaunlich gut.

Das Interieur wirkt billig

Was beim Datsun 240 Z ein bisschen abtörnt, ist ihr vinyllastiges Abwasch-Interieur. Es glänzt trotz der hübsch drapierten Rundinstrumente ziemlich billig. Auch die nachträglich eingebaute Domstrebe wirkt wie ein misslungenes Piercing, das sich aber leicht entfernen lässt.

Die Wolfrace-Räder mit neuwertigen Toyo-Reifen im Format 185/55 R 14 lassen wir bei diesem Datsun 240 Z durchgehen. Sie sind zeitgenössisch und wirken viel wertvoller als die Alufelgen-Attrappen ab Werk. Gerade an einem melancholischen Novembertag fällt es schwer, der Fairlady "Goodbye" zu sagen. Vielleicht gibt es bald ein Wiedersehen in einem Fahrbericht.

Modellhistorie Datsun Fairlady

Datsun, die Pkw-Marke von Nissan, stellte bereits 1963 einen knackigen Roadster im MG B-Format unter dem Namen Sports Fairlady vor. Diese Modellreihe lief bis 1970. Die Fairlady Z-Serie startete ein Jahr zuvor, anders als die skurril geformten Roadster wurde der bildschöne 240 Z auf Anhieb ein Riesenerfolg. Der Viersitzer Datsun 260 Z hatte nicht dieses Charisma. Der 350 Z reanimierte 2002 die Fairlady-Tradition bis zum 370 Z.

Preisentwicklung Datsun 240 Z/260 Z

Langsam, aber stetig steigen die Z-Modelle von Datsun im Preis. Explodieren tut er nicht. Gute Exemplare kosten 17.000 bis 20.000 Euro, mäßige knapp unter 10.000. Der wohlgeformte Sportwagen hat eine große Fan-Gemeinde, aber für den Ikonenstatus fehlen ihm Markenprestige und technische Brillanz. Ersatzteilprobleme machen die Liaison mit der Fairlady nicht leicht. Gute Autos kommen vor allem aus der Schweiz oder aus Kalifornien.

Checkliste Datsun 240 Z/260 Z

Die Kaufentscheidung für den Datsun 240 Z steht und fällt mit dem Karosseriezustand. Bis auf die aufwendige Hinterachse ist die Technik unproblematisch.

  • Kotflügel und A-Säulen
  • Federbeindome vorne und hinten
  • Heckscheibenrahmen
  • Schweller, Radläufe und Endbleche
  • SU-Hitachi-Vergaser
  • Getriebelager, Getriebehauptwelle
  • Interieur (Hitzeschäden)

Technische Daten
Datsun 240 Z
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe4135 x 1630 x 1285 mm
Hubraum / Motor2393 cm³ / 6-Zylinder
Leistung96 kW / 130 PS (206 Nm)
Höchstgeschwindigkeit200 km/h
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