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Delta 1

Sandwich-Sportler mit NSU-TTS-Motor

Delta 1 Foto: Archiv 23 Bilder

Michael Conrad, Henner Werner und Detlef Unger gründeten 1967 DELTA DESIGN - ihr erstes Projekt: Ein sportliches Auto, Delta 1 genannt, mit innovativen Merkmalen auf der IAA 67 vorzustellen. Der Startschuss für eine erfolgreiche Entwicklung.

10.02.2014 Powered by

DELTA DESIGN wurde 1967 von Michael Conrad und Henner Werner in Stuttgart gegründet. Beide waren Absolventen der Hochschule für Gestaltung (HfG) Ulm und ehemalige Mitarbeiter der Designabteilung von Mercedes-Benz. Als drittes Teammitglied gesellte sich Detlef Unger hinzu.

Leichtbaustruktur in doppelschaliger Sandwich-Bauweise

Das erste Ziel des neu gegründeten Designbüros war es, für die IAA 67 einen Ausstellungsprototyp mit innovativen Merkmalen zu realisieren. Als Sponsor konnte das Unternehmen Metzeler gewonnen werden - dank Fürsprache von Peter Kauss, dem Juniorchef der Metzeler-Gruppe. NSU stellte großzügig die mechanischen Komponenten, wie die Motor-/Getriebeeinheit sowie die Vorder- und Hinterachsbaugruppen zur Verfügung, Recaro die Schalensitze und VDO die Instrumente.

Die Auslegung der selbsttragenden Karosseriestruktur basiert auf der Diplomarbeit von Henner Werner an der HfG Ulm: eine Leichtbaustruktur in doppelschaliger Sandwich-Bauweise mit einem Hartschaum-Kern. Stabilisierende Stahlprofile zwischen Vorder- und Hinterachse waren dabei überflüssig.

Das Erscheinungsbild dieses kompakten Sportwagens wurde zielgerichtet als marktfähiges Projekt entwickelt und dies zu einer Zeit, als es in Deutschland keine echte Alternative gab: Das VW Karmann Ghia Cabrio war zu unsportlich in den Leistungsdaten und zu feminin in der Anmutung, der Porsche zu teuer. Zeitgleich mit dem Delta 1 wurde zur  IAA 67 allerdings der VW-Porsche 914 präsentiert. Er ist zu Recht keine Design-Ikone geworden.

Intensitäts-Brems-Lichtanzeige

Dank der perfekten Restaurierung durch unseren Ulmer Freund und Autoenthusiasten Werner Brendel, ist die Wiederauferstehung des Delta 1 möglich gemacht worden. Anlässlich der Testfahrten beim Fototermin der Motor Klassik wurde wiederum deutlich, dass der Delta 1 auch heute noch eine erfrischende Aktualität besitzt. Sein Erscheinungsbild war 1967 absolut innovativ. Der versenkbare Leuchtbandscheinwerfer und das Rückleuchtenband (eine Intensitäts-Brems-Lichtanzeige) ohne Vorbild. Die Karosserie ist auch heute noch durch die prägnante Silhouette und die spannungsvolle Plastizität zeitlos und aktuell: ein Klassiker for ever young.

Der Erfolg des Delta 1 auf der IAA 67 machte DELTA DESIGN schlagartig in Fachkreisen bekannt und führte zu den erhofften Folgeaufträgen im Autobereich. Fiat, Iveco, Audi und VW vergaben an DELTA DESIGN Entwicklungsaufträge auch für Teilbereiche wie die Interieurgestaltung einschließlich der Darstellung als Mockup und Formstudien der Vorentwicklung mit Modellen im Maßstab 1:5.

Die Leichtbaukompetenz wurde für den Bau von zwei testbaren Fluggastsitzen genutzt. Der Einsatz von im Spritzgussverfahren herstellbaren, faserverstärkten Duromerbauteilen wurde mittels eines vom Tüv abgenommenen Prototyps, dem Delta 6 (Mehrzweckauto-System) demonstriert.

Design von Fahrrädern, Schreibtischen und Sitzen

Nachdem der dritte Partner Detlef Unger 1988 starb, konzentrierten sich Conrad und Werner unabhängig voneinander auf Spezialgebiete. Conrad entwickelte unter dem Label CON-RAD-DESIGN Fahrräder in Carbon-und Alubauweise mit dem Ziel, dem Fahrrad durch Konzepte und Design zu größerer Akzeptanz im Alltag zu verhelfen. Als Velo-Vielfahrer ein nahe liegendes Vorhaben.

Werner führte DELTA DESIGN/H.WERNER weiter und entwickelte Funktionsstühle und Schreibtisch-Programme, die international produziert und vermarktet wurden. Als Leichtbauexperte konzipierte er den Prototyp eines innovativen Fahrersitzes mit einer neuartigen Trag-Struktur für einen deutschen Autohersteller. Für seine Kunden entwarf Werner großzügige Messestände und ein variables Messebausystem, das sich den unterschiedlichen Grundrissvorgaben der internationalen Messeplätze anpassen konnte.

Das Fahrzeug-Thema lässt sie nicht los

Conrad betätigt sich heute als freier Mitarbeiter in dem Architekturbüro für Leichte Flächentrag-Werke, SL-Rasch GmbH in Leinfelden. Hier werden Riesenschirme als Schattenspender für die großen Moscheen in Saudi Arabien entwickelt, weiterhin Transportsysteme für behinderte Pilger in Mekka. Einen weiteren Schwerpunkt bildet die Entwicklung von Spezialbussen und geländegängigen Wohnmobilen.

Im letzten Jahr entstanden in Zusammenarbeit mit den beiden Fahrradentwicklern Stefan Baur und Lutz Scheffer zwei innovative Elektroräder mit Bosch-Zentralmotor. Das Conway- und das Victoria-Rad gehen Ende Februar in Produktion. Für Conrad erfüllt sich damit ein wichtiges Anliegen, nämlich einen Beitrag zur sauberen und zeitgemäßen Mobilität geleistet zu haben.

Michael Conrad/Henner Werner

Mehr zur Geschichte und Hintergründen des Delta 1 lesen Sie in der neuen Ausgabe der Motor Klassik, die am 12. Februar 2014 erscheint.

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