So seh’n Sieger aus: Mit einem Zulassungsplus von fast 100 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gehört der Honda Jazz zu den größten Profiteuren des diesjährigen Abwrack-Booms, was ihn hierzulande zum beliebtesten Modell der Japaner macht. Kein Wunder, passt der ausschließlich viertürig angebotene Kleinwagen doch wunderbar zum aktuellen Trend, eher eine Nummer kleiner zu fahren.
Der Honda Jazz i-VTEC ist nur von außen ein Kleinwagen
Große Abstriche haben Honda Jazz-Fahrer nicht zu befürchten. Da die Honda-Entwickler den Benzintank von seiner traditionellen Position im Heck unter die Vordersitze verfrachteten, bleibt hinten besonders viel Platz fürs Gepäck übrig. Noch spektakulärer als die 1.341 Liter Maximalvolumen wirkt die Wandlungsfähigkeit des Ladeabteils. So lässt sich die Rückbank mit einem Handgriff umlegen, wobei sich das gesamte Möbel über einen cleveren Faltmechanismus flach macht.
Noch mehr erstaunte Blicke ernten Honda Jazz-Besitzer, wenn sie die Sitzfläche wie bei einem Kinosessel nach oben klappen. Da die Fondtüren fast rechtwinklig aufschwenken, lassen sich Fahrräder, Zimmerpflanzen oder Getränkekisten ohne Verrenkungen und bis zu 1,30 Meter Höhe stapeln. Der Begriff Kleinwagen gilt für den Honda Jazz i-VTEC (der Honda Jazz als Hybrid ) also nur für außen - mit 3,90 Metern baut er nämlich kürzer als viele seiner Klassenkammeraden rund um Ford Fiesta & Co.
Guter Fahr- und Platzkomfort im Innenraum des Honda Jazz
Doch nicht nur fürs Gepäck ist gesorgt: Dank bequemen Sitzen, akzeptabler Materialqualität und vielen praktischen Ablagen mit insgesamt zehn Becherhaltern fühlen sich auch die Insassen auf Anhieb wohl. Über ein höhen- und längsverstellbares Lenkrad sowie übersichtliche Instrumente freut sich der Fahrer. Zudem filtert die komfortable Federung kürzere und längere Unebenheiten geschickt aus, ohne dass der Honda Jazz i-VTEC in Kurven mit allzu hoher Seitenneigung verschreckt.
Der 1.2-Liter im Honda Jazz reicht aus
Mit Sport hat er dennoch nichts am Hut. Seine Lenkung läuft zwar angenehm leicht, wirkt aber synthetisch und vermittelt wenig Fahrbahnkontakt. In engen Kehren schiebt er zudem früh über die Vorderräder, was das serienmäßige ESP mit rigidem Leistungsentzug ahndet. Gut zu wissen hingegen, dass die Bremsen zwar nicht allzu bissig zupacken, bei starker Belastung jedoch kaum nachlassen. Ansonsten bietet der 1,2 Liter große Basismotor mit seinen 90 PS ausreichend Kraft für fast alle Lebenslagen. Typisch für einen Honda-Vierzylinder tritt er akustisch in den Hintergrund und nervt nicht mit Vibrationen. Auch wenn ihm an Autobahnsteigungen unter voller Beladung schon mal die Puste ausgeht, dürfte sich der lediglich zehn PS stärkere 1,4-Liter nur bei häufigem Langstrecken-Einsatz lohnen.
Zusatzausstattungen für den Honda Jazz lohnen sich
Da der 100-PS-Motor an die Comfort-Variante gebunden ist, fällt beim i-VTEC ein Aufpreis mit 1.400 Euro recht happig aus. Dabei enthält schon die getestete Trend-Version für 14.890 Euro mit CD-Radio, Klimaanlage, Zentralverriegelung samt Fernbedienung und sechs Airbags alles Wesentliche und glänzt mit dem besten Preis-Leistungs-Vermögen innerhalb der Honda Jazz-Palette. Gut angelegt sind jedoch noch 380 Euro für die Parksensoren, da die Van-Karosserie mit ihren breiten Dachpfosten nicht gerade übersichtlich geriet.
Der Honda Jazz schafft 6,8 Liter ohne Spritspar-Kniffe
Wer häufig in unbekannten Regionen unterwegs ist, für den dürfte auch das einfach bedienbare Aufbau-Navigationsgerät mit integrierter Freisprecheinrichtung eine Überlegung wert sein. Dank passendem Einbau- und Kabelsatz fürs Armaturenbrett verdeckt das von Garmin stammende Gerät weder die Sicht auf die Straße, noch nervt es durch lose im Innenraum baumelnde Strippen. Mit rund 500 Euro plus Einbau beim Honda-Händler kommt es allerdings teurer als vergleichbar ausgestattete Saugnapf-Geräte aus dem Elektronik-Markt.
Der Normverbrauch von 5,3 Litern ist mit dem Honda Jazz machbar
Mit einem Testverbrauch von 6,8 Liter/100 Kilometer liegt der Honda Jazz i-VTEC leicht unter seinen Mitbewerbern. Und das, obwohl Honda bis auf eine Schaltanzeige im Armaturenbrett keine besonderen Spritspar-Kniffe anbietet. Über ein Start-Stopp-System ließen sich zumindest bei häufigem Stadtbetrieb nochmals ein paar Zehntel rausschinden. Wer das Gaspedal nur streichelt, kann jedoch auch so den Normverbrauch von 5,3 Litern erreichen.






