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Der schöne Kalos ist ganz schön günstig

Italienisches Design, japanische Qualität und koreanische Preise sollen den Daewoo Kalos zum Symbol für den Neuanfang der Korea-Marke machen. Erster Fahrbericht.

30.08.2002

Früher haben überwiegend die Deutschen ihre Autos in Italien einkleiden lassen (VW Golf I), mittlerweile bestellen die Koreaner ihr Design in Italien. Aktuellster Entwurf: der Kalos der GM-Tochter Daewoo. Italdesign-Gründer Giorgetto Giugiaro persönlich zeichnet für den 3,88 Meter langen, schicken Kleinwagen verantwortlich. Mit dem Kalos (griechisch für “der Schöne“) wird gleichzeitig europäisch geprägtes Design in die gesamte Modellpalette Einzug halten.

Modern gestyltes Cockpit, gute Qualität

Was sich äußerlich bereits andeutet, wird glücklicherweise im Innenraum fortgesetzt. Die Insassen werden nicht vom früher üblichen Korea-Plastik-Look erschlagen, sondern von einem modern gestylten Cockpit empfangen. Die Materialauswahl dürfte den Wünschen der Kunden endlich entsprechen, und die Qualität scheint auf den ersten Blick durchaus auf japanischem Niveau zu liegen. Hinzu kommt: Der schöne Kalos ist ganz schön günstig. Für 9.990 Euro gibt es serienmäßig vier Airbags, ABS, Servolenkung, elektrische Fensterheber vorn, Zentralverriegelung mit Fernbedienung, Lenkrad-Höhenverstellung, RDS-Radio und Isofix-Kindersitzverankerungen auf der Rückbank. Extras: Metallic-Lackierung für 290 Euro, Klimaanlage für 990 Euro

Der Motor ist zäh, das Getriebe zu lang übersetzt

Als vorläufig einziger Motor wird zum Marktstart Mitte September ein 1,4-Liter-Benziner mit 61 kW (83 PS) angeboten - eine nicht gerade vergnügungssteuerpflichtige Angelegenheit. Seine 123 Nm gibt das lediglich nach Euro 3 eingestufte Triebwerk bei 3.000/min an die Vorderräder ab (0-100 km/h: 13,3, Spitze: 170 km/h), dritter und vierter Gang sind zu lang übersetzt - häufiges Zurückschalten ist die Folge. Und auch sonst leidet der Vierzylinder an zäher Leistungsabgabe. Ein 1,2-Liter-Vierzylinder mit gut 60 PS folgt im Frühjahr 2003. Noch unbefriedigend, weil zu schwammig ist auch das “speziell auf Europa abgestimmte Fahrwerk“ (Daewoo).

Diesel frühestens in zwei Jahren

Trotzdem: Das hübsch gestylte Paket überzeugt mit guter Verarbeitung, die möglicherweise mit einer Fünf-Jahres-Garantie noch aufgewertet wird. Diesel-Interessenten müssen sich allerdings noch mindestens zwei Jahre gedulden. Erst dann kommen moderne Common-Rail-Diesel, vermutlich aus dem Fiat-Regal, zum Einsatz.

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