Elektro-Allradler Ranger EV von Polaris: Der erste elektrische Geländewagen

Polaris Ranger EV 2011

Die Zukunft hat begonnen: Die US-Firma Polaris stellt mit dem Ranger EV das erste Allrad-Geländefahrzeug mit Elektroantrieb vor. Das Utility-Vehicle bringt die Leistung eines vergleichbaren Benzinmodells - nahezu lautlos. Erster Fahrbericht.

Mit dem Ranger hat sich Polaris schon seit einigen Jahren dem Thema "Side-by-Side" angenommen. Der englische Begriff beschreibt anschaulich, worum es bei diesem von ATVs abgeleiteten Fahrzeugkonzept geht: Im Gegensatz zu einem solchen ATV sitzen Fahrer und Passagier nicht mehr wie auf einem Motorrad hinter-, sondern analog zum Geländewagen nebeneinander.

Polaris-Technik stammt aus dem ATV-Baukasten

Die Technik - Antrieb wie Motoren - stammt bei Polaris aus dem ATV-Baukasten und vereint damit die Vorzüge aus beiden Welten: Niedriger Bodendruck, geringes Fahrzeug-Gewicht, stufenloser Variomatik-Antrieb und Achssperren machen die neuen Fahrzeuge so geländegängig wie ein klassisches ATV. Gleichzeitig sind diese Geräte mit Lenkrad, Pedalen und deutlich größerer Spurweite sicherer und komfortabler zu händeln, eben wie ein Geländewagen.

UTV steht für Utility-Vehicle

In den USA gehört diese UTV (Utility-Vehicle) genannte Fahrzeugkategorie längst zum Alltag und wird besonders häufig im Jagd- und Forstbetrieb eingesetzt. Bei uns wächst die UTV-Sparte allmählich auch heran, gerade erst wurde für diese Gattung eine eigene Wettbewerbsklasse in der deutschen Geländewagenmeisterschaft gegründet. ATV-Pionier Polaris hatte bislang drei solcher UTV im Programm - und nun als Premiere auch das Ranger EV, den ersten Elektro-Allradler, den wir bei HP ATV fanden.

Polaris Ranger EV - lautloser Elektroantrieb

Auf den ersten Blick ist das Ranger EV nicht von seinen benzinbetriebenen Brüdern zu unterscheiden. Zündschlüssel, Pedale, Schalthebel - alles da. Allerdings passiert nichts, wenn man den Schlüssel dreht - lediglich das Kombi-Instrument zeigt Betriebsbereitschaft. Und nach dem Tritt aufs Gas - pardon: Fahrpedal surrt das Polaris ansatzlos davon. Das hat ein wenig vom Fahrgefühl eines Golf-Carts, allerdings mit erheblich mehr Druck.

30 PS und 40 km/h reichen dem Offroader

Die Antriebseinheit sitzt im Heck des Ranger unter der Ladefläche. Ein 48-Volt-Motor, der 30 PS leistet. Das reicht für durchaus flotte Beschleunigung, die Höchstgeschwindigkeit ist allerdings auf Moped-Tempo begrenzt: bei 40 km/h ist Schluss. Die Leistung entspricht dem Polaris Ranger mit 450-Kubik-Benzinmotor, das allerdings mit bis zu 64 km/h unterwegs ist. Aufgeladen wird das Elektro-ATV an einer normalen Haushaltssteckdose, das Kabel hierzu liegt im Handschuhfach bereit. Je nach Ladezustand der Batterien dauert das "Auftanken" bis zu acht Stunden.

Der Polaris Ranger EV mit einer Reichweite bis zu 80 Kilometer

Bis zu 80 Kilometer weit soll der Ranger EV mit einer Batterieladung kommen – ganz so weit schafften wir uns bei der ersten Probefahrt mit dem noch nicht zugelassenen Fahrzeug nicht. Allerdings zu einem kurzen Proberitt im Gelände, wo kein Maximaltempo gefragt ist. Das Erstaunliche ist die Mühelosigkeit, mit der das elektrische UTV Steigungen hinaufklettert, und das alles nur begleitet vom leisen Summen des Elektroantriebs. Die hohe Bodenfreiheit (25 Zentimeter) und der aufwändige Polaris-Allrad (mit Sperren für Vorder- und Hinterachse) lassen den Ranger ziemlich geschmeidig durchs Gelände huschen.

Preislich ist der Polaris etwas für Gewerbetreibende

Ein Fliegengewicht ist der erste Elektro-Allradler allerdings nicht. Die acht großen Batterien treiben das Leergewicht auf immerhin 771 Kilo. Da bleibt allerdings noch einige Nutzlast übrig: 450 Kilo Zuladung und 570 Kilo Anhängelast sind freigegeben - genug für viele Aufgaben im Forstbetrieb. Auch preislich ist der Ranger eher ein Fall für Gewerbetreibende als für den privaten Spaß- und Hobby-Einsatz. Mit 13.990 Euro liegt das Ranger EV zwischen der 400er und der 800er-Benzinversion.

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Torsten Seibt

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