VW Golf GTD: Erste Fahreindrücke des Diesel-GTI

VW Golf GTD

Eine Melange aus sparsamem Diesel und sportlichen Attributen gab es bei VW erstmals vor 27 Jahren: den VW Golf GTD. Ab dem 11. Juli ist er nun auf der Basis des Golf VI zu haben. Aus zwei Liter Hubraum generiert er 170 PS und 350 Newtonmeter Drehmoment.

Als Basis dient ihm der aktuelle VW Golf GTI, wobei die Änderungen minimal sind. Wo am VW Golf GTI rote Streifen und Ziernähte um Aufmerksamkeit heischen, zeigt der VW Golf GTD lediglich dezentes grau oder Chromapplikationen. Und bis auf geringfügig straffer abgestimmte Vorderachs-Federn, die das um zehn Kilogramm gestiegene Leergewicht kompensieren sollen, blieb technisch alles beim Alten.

Der VW Golf GTD ist ein GTI für lange Strecken

Erste Fahreindrücke zeigen, dass der VW Golf GTD ein rundes Paket aus fahrdynamischer Qualität und ausreichendem Komfort bietet. Die rein elektrische Servolenkung erlaubt absolut präzises Fahren entlang der Ideallinie mit guter Rückmeldung über die Haftungsreserven an der Vorderachse. Das auf der Vorderachse liegende Mehrgewicht ist beim Einlenken nicht zu spüren, die Kopflastigkeit früherer Kompaktdiesel ist dem VW Golf GTD fremd. Eine Sänfte darf man freilich nicht erwarten. Lange Wellen werden von der Federung zwar ansprechend absorbiert, Querfugen oder Frostaufbrüche dagegen eine Spur holzig genommen. Aber der Anspruch des VW Golf GTD, ein VW Golf GTI für die Langstrecke zu sein, wird fraglos erfüllt.

Der VW Golf GTD klingt kaum noch nach Diesel

Poltern oder andere unangenehme Fahrwerksgeräusche sind der Einzelradaufhängung des VW Golf GTD nicht zu entlocken. Auch die Windgeräusche bleiben stets moderat, selbst bei Höchstgeschwindigkeit sind normal geführte Unterhaltungen kein Problem. Die gefahrene Version mit DSG kommt fast ansatzlos aus den Startblöcken, eine Anfahrschwäche ist kaum spürbar.

Soundgenerator im VW Golf GTD


Auch die Drehwilligkeit des Common-Rail-Diesels im GTD überrascht positiv, beinahe so flink wie ein Benziner jagt der Vierzylinder durch sein Drehzahlband. Manuell geschaltet bereitet ein Begrenzer dem munteren Treiben erst bei 5.000/min ein Ende. Im Automatik-Modus legt die Elektronik bereits bei 4.600/min die nächsthöhere Gangstufe ein. Der Ton, elektronisch per Soundgenerator verfremdet, klingt angenehm tief und kaum noch nach Diesel.

Der VW Golf GTD schluckt weniger, kostet aber mehr als der GTI

Der ECE-Verbrauch von 5,6 Liter auf 100 Kilometer macht allerdings klar, dass es sich hier um einen Selbstzünder handeln muss. Denn der VW Golf GTI mit 210-Benzin-PS will im Schnitt mit immerhin 1,8 Liter/100 km mehr gefüttert werden, ist allerdings auch 825 Euro billiger als der VW Golf GTD. Der ist in seiner zweitürigen Variante mit Handschaltung ab 27.474 Euro zu haben, mit DSG beginnen die Preise bei 29.350 Euro, für den Viertürer werden zusätzliche 765 Euro berechnet.

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Christian Bangemann

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