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Aston Martin V12 Vantage im Fahrbericht

Wie sich der kleine Aston mit dem großen Motor fährt

Aston Martin V12 Vantage Foto: Dominic Fraser 27 Bilder

Von wegen kleiner Aston: Mit dem Einbau des aus dem DBS bekannten 517 PS starken Sechsliter-V12 ist der Vantage seiner Rolle als Einstiegsmodell endgültig entwachsen. sport auto fuhr das Serienauto auf mittelenglischen Landstraßen.

15.06.2009 Powered by

Da steht er also - und schaut recht unschuldig drein. Die aus Sichtkarbon gefertigten Lüftungsschlitze auf der langen, in einen mächtigen Kühlergrill mündenden Motorhaube sind das Einzige, was auf das gewaltige unter dem Blech schlummernde Potenzial des neuen kleinen Aston Martin hindeutet.
 
517 PS starker Fronttriebler mit V12
 
Ein paar Eckdaten gefällig? Frontmotor mit sechs Liter Hubraum, 517 PS und 570 Newtonmeter maximalem Drehmoment, in Transaxle-Bauweise angeflanscht an ein von Graziano zugeliefertes, passgenau übersetztes Sechsgang-Schaltgetriebe und - selbstverständlich bei der Marke mit den Adlerschwingen - Hinterradantrieb.
 
Sportlerherz was willst du mehr? Ein komplett abschaltbares ESP vielleicht oder ein noch sportlichere Kennlinien fahrendes Motormapping? Auch das hat der neue Aston Martin V12 Vantage zu bieten. Erstgenanntes agiert zweistufig, letztgenanntes verkürzt den für das spontane Ansprechen des voluminösen V12-Treibsatzes erforderlichen Gaspedalweg um die Hälfte - mit subjektiv beeindruckendem Ergebnis: Wer die unscheinbare Sporttaste in der unteren linken Ecke der vorderen Mittelkonsole betätigt, fühlt sich, als habe er soeben den Nachbrenner einer Rakete gezündet.

Nach 4,2 Sekunden fällt die 100 km/h-Marke
 
Von bis dato ungeahntem Temperament befeuert stürmt der 4,38 Meter lange Zweisitzer nach vorn, als ob es kein Morgen gäbe. Dies und der dank Klappenauspuff im Sportmodus deutlich markantere, mit zunehmender Drehzahl progressiv kerniger werdende Zwölfzylinder-Sound verführen geradezu zu ungezügeltem "Speeding". Dabei kann der kleine starke Aston durchaus auch anders. Gemächlich-gemütliches Cruisen ist dem Briten, der nach wie vor ohne jedwedes übertriebenes Flügelwerk auskommt, nämlich gleichfalls auf den sportlicheleganten Leib geschnitten.
 
Das Geräuschniveau im wahlweise und gegen Aufpreis mit perfekt konturierten und bequemen Karbon-Sitzschalen versehenen Innenraum fällt deutlich niedriger aus als im großen V12-Flaggschiff namens DBS, das konventionelle Fahrwerk beweist selbst auf schlechten Straßen ausreichende Nehmerqualitäten. Einzig über allzu kurz aufeinanderfolgenden Bodenwellen verliert der Brite schon mal kurzzeitig die Contenance.
 
Uneingeschränkte Reisetauglichkeit
 
Die vorn 255/35 ZR 19, hinten 295/30 ZR 19 messenden, sehr komfortabel abrollenden Pirelli P Zero-Pneus unterstreichen die uneingeschränkte Reisetauglichkeit des starken Vantage. Erstaunlich zurückhaltend präsentiert sich die mit 398-Millimeter-Scheiben vorn und 360er-Discs hinten üppig dimensionierte Keramikverbundbremsanlage. Im Vergleich zu anderen Keramikbremsen ist das Gefühl am Pedal höchst vertraut, weil erstaunlich nachgiebig. Mit den rücksichtslosen Manieren anderer Sportbremsanlagen - einem zum zustimmenden Nicken verleitenden abrupten Ansprechverhalten wie beim Lamborghini Murciélago SV oder einem sich verhärtenden Pedal - mochte der Brite seinen Fahrer wohl nicht behelligen.

Ungute Positionierung des metallenen Schalthebels
 
Dafür verlangt der aus Aluminium, Magnesium, Verbundstoff und Stahl gefertigte Zweitürer seinem Piloten in anderer Hinsicht eine gewisse Gewandtheit ab. Wer über einen nicht allzu lang geratenen Oberkörper verfügt, dürfte nämlich nachhaltig mit der unguten Positionierung des metallenen Schalthebels hadern. Zum einen sitzt der Knauf im Vergleich zu Pedalerie und Volant vergleichsweise weit hinten, zum anderen wird der direkte Zugriff auf denselben durch den mit Leder bezogenen Aufsatz auf der die Insassen trennenden Mittelkonsole erschwert.
 
Wer nicht hoch genug sitzt, um den Arm locker auf der Konsole ruhen lassen zu können, muss den Ellenbogen beim Schalten in die geraden Gänge demnach entweder unentspannt nach oben ziehen, oder aber versuchen, den Schalthebel mit im 90-Grad-Winkel abgeknicktem Handgelenk unter Umgehung der Mittelkonsole zu erreichen. Beides ist auf Dauer weder sonderlich angenehm noch geht es im Falle sportlichen Einsatzes ausreichend schnell vonstatten.

Optional: automatisierten Getriebe mit Schaltpaddeln
 
In Anbetracht des überaus stimmigen Gesamtpakets geht dieser wahrscheinlich durch technische Gegebenheiten bedingte Design-Fauxpas jedoch als eher kleines Ärgernis durch. Wer damit trotz der ansonsten tadellosen Arbeitsweise des geschmeidig agierenden Graziano-Getriebes nicht leben will, kann sich in Kürze mit dem aus dem V8 bekannten automatisierten Getriebe mit Schaltpaddeln am Lenkrad trösten - gegen Aufpreis, versteht sich.
 
Apropos Preis: Mit 169.500 Euro ist der Aston Martin V12 Vantage seinem V8-Bruder auch monetär ein gutes Stück voraus. Da er jedoch gleichermaßen zum genüsslichen Cruisen wie zum lustvollen Brennen taugt, ist das Mehr an Spaß den hohen Einsatz, der mit mittleren 16,4 Liter an der Zapfsäule seine Entsprechung findet, allemal wert. Von nichts kommt halt nichts.

Technische Daten
Aston Martin V12 Vantage
Grundpreis173.411 €
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