Fahrbericht Alfa Romeo Spider 2.0 16 V, Fiat Barchetta 1.8 16 V, Mazda MX-5 1.9, MG TF 1.8i

Das Angebot an kleinen Cabrios wird immer reichhaltiger. Nach dem Appetitanreger MX-5 bieten Alfa Spider und Fiat Barchetta frische italienische Genüsse. Die moderne englische Küche serviert im nächsten Frühjahr dazu den neuen MGF.

Mit alten Töpfen lernt man das Kochen am besten. Die Zutaten müssen allerdings frisch und fein genug sein, um ein schmackhaftes Menü zu zaubern. Nach diesem Rezept gingen offenbar die Rover-Ingenieure vor, als sie den MGF zubereiteten. Traditionell ist beim Neuen zwar nur der Name, aber das hat er mit den Konkurrenten, auf die er trifft, gemein: Die atemberaubend gezeichneten Alfa Spider und Fiat Barchetta brechen mit der Heckantrieb- Tradition italienischer Sportwagen, und der Mazda MX-5 ist als Lotus Elan-Kopie britischer als alles, was vor ihm in japanischen Entwicklungsabteilungen entstand. Seit dem MGB von 1961 gab es nur einen offenen MG, den kürzlich eingestellten RV8.

Dieser modifizierte B mit dem Achtzylinder des Range Rover hatte aber keine große Marktbedeutung. Er wurde nur in einer Auflage von rund 2000 Exemplaren gebaut und diente nebenbei als Appetithäppchen für den F, um wieder Geschmack am Namen MG zu wecken. Der größte Unterschied zu den Vorfahren des F ergibt sich aber aus dem hohen technischen Anspruch, der 1989 bei der Projektierung des MGF von der Abteilung Rover Special Products festgelegt wurde. Die technische Würze, die in dem Neuen steckt, hebt ihn deutlich ab vom immer dichter besetzten Feld der offenen Zweisitzer. Nur mit dem viel teureren Porsche Boxster (rund 75 000 Mark), der ebenfalls im nächsten Jahr auf den Markt kommt, teilt sich der MGF beispielsweise die technisch aufwendige Konzeption von Mittelmotor und Heckantrieb. Angetriebene Hinterräder hat in der Preisklasse bis 40 000 Mark nur noch der Mazda MX-5 zu bieten, und so kommt der MGF konzeptionell ohne direkte Konkurrenz daher: Das Basismodell, der 120 PS starke MGF 1.8i, soll – geht es nach den Wünschen des deutschen Importeurs – ebenfalls knapp unter 40 000 Mark kosten.

Der 1.8i VVC mit variabler Nockenwellen-Steuerung (VVC steht für Variable Valve Control) und daraus resultierenden 145 PS soll etwa 5000 Mark darüber liegen. Für diesen Preis bekommt der VVC-Kunde neben verbessertem Drehmomentverlauf auch eine sehr leichtgängige und präzise wirkende elektrisch unterstützte Lenkung, die für das Basismodell gegen Aufpreis erhältlich sein wird und sich in ähnlicher Form bislang nur im High Tech-Sportwagen Honda NSX findet. Dennoch sind die japanischen Einflüsse auf die Technik des MGF gering – trotz der gerade beendeten Kooperation mit Honda. Und dies, obwohl der Großteil der langen MGF Entwicklungszeit in die Honda Ära fiel. Um so augenfälliger sind die japanischen Gesichtszüge, die Designer Gerry McGovern dem MGF angedeihen ließ.

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Frank Janßen

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