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Fahrbericht BMW 333i E30

Der halbe Antichrist

BMW 333i auf der Silvretta Classic 2015, mokla0715 Foto: Hardy Mutschler 26 Bilder

Ein echtes M-Modell? Nein. Ein echter Alpina? Ebenfalls nicht. Ja was denn dann? Gute Frage. Unterwegs bei der Silvretta Classic im 197 PS starken und nur 204-mal gebauten BMW 333i.

07.07.2015 Jens Dralle Powered by

Ein BMW Dreier war nie dazu gebaut worden, um aufzufallen. Als M3, ja, vielleicht, aber sonst? Nein. Fürs auffallen sind seit jeher die Tuner zuständig, die sich für die Baureihe E30 zu Lebzeiten besondere Scheußlichkeiten ausdachten. Und auch ein 333i fällt nicht auf, schon gar nicht zwischen Mercedes 300 SLS, Facel Vega, Bentley 8 Litre, Toyota 2000 GT und was eben sonst noch so auf einer Oldtimer Rallye wie der Silvretta Classic durch Lichtschranken und über Druckschläuche huscht.

 

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Fahrbericht BMW 333i E30
auto motor und sport 17/2015
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Der BMW 333i ist der M3 für Südafrika

Obwohl – irgendwie weckt er dann doch die Neugier vieler Zuschauer und Teilnehmer, weil ein BMW E30 eben ungewohnt wirkt bei einer derartigen Veranstaltung. Ja nun, er ist eben auch schon im H-Kennzeichen-Alter.

Wenn sich dann doch jemand traut zu fragen, kommt natürlich sofort die Typbezeichnung ins Spiel. Kein Prototyp, kein auf Kundenwunsch gefertigtes Einzelstück, nein, der 333i ist eine Art M3 für Südafrika, 204-mal gebaut, und mit einem M30B32-Triebwerk ausgestattet.

Das bedeutet, wenn sich die hennarote Motorhaube nach vorne öffnet, lacht einen ein Reihensechszylinder an, der 197 PS aus 3,2 Liter Hubraum schöpft. Wie viel? Ja, richtig, schummeln konnte BMW schon damals, den Vertriebsstrategen gefiel die Schnapszahl auf dem Kofferraumdeckel bestimmt besonders gut, der halbe Antichrist sozusagen. Wer weiß, vielleicht existiert ja noch irgendwo ein BMW 666i? Egal.

Also known as „BMW Triple Three“

Fans nennen diesen speziellen E30 gerne Triple Three. Tatsächlich fühlt sich dieser BMW wie ein dreifacher Dreier an, alleine wenn das Aggregat tief und dumpf unrund im Leerlauf um Fassung ringt, wird klar: Triple Three ist ein böser Bursche, wilder als der gut erzogene 325i, flegelhafter als der austrainierte M3. Die Idee, einen dicken Motor in ein vergleichsweise kleines Auto zu stecken war noch nie eine blöde, auch im Fall des 333i nicht.

In Verbindung mit dem eng gestuften und kurz übersetzten Fünfgang-Getriebe (erster Gang hinten links) schnappt der Reihenmotor sofort zu, dreht, tobt, grölt heiser gen 6.500/min, zack, nächster Gang, von vorne. Bei knapp 4.000 Umdrehungen steigert sich sein Enthusiasmus nochmals, ab 4.500/min intensiviert sich der Klang, wird voller, bestimmter, drohender. Nimmt man Gas weg, sprotzelt er leicht aus den beiden Endrohren, knallt gar gelegentlich.

Erst 14.000 km auf der Uhr

Nur rund 14.000 Kilometer lief das Exemplar der Klassik-Abteilung von BMW, befindet sich erst seit kurzem im Bestand, darf zum ersten Mal raus. Nur gut 1,2 Tonnen soll der 333i wiegen, könnte sein, jedenfalls fegt er lässig die Kehren zur Bieler Höhe, zum Flüela-Pass und zum Furkajoch hoch, lenkt flockig ein, pfeift ein bisschen mit den Hinterrädern, die Sperrwirkung des Hinterachsdifferenzial scheint über die Jahres etwas faul geworden zu sein.

Doch wenn sich die Mischung aus choralem Jubel und Schlachtenbummler-Gesängen den Felswänden bricht, wenn der heisere Wüterich Tunnelröhren erfüllt um sich dann entschlossen in die nächsten Kehren zu stürzen, ist das wurscht.

Ebenso, dass ein M3 präziser fahren würde und ein 325i vielleicht gar nicht mal so viel langsamer. Schließlich hätte es das M-Technik-Fahrwerk auch für ihn gegeben, die Spoiler sowieso. Und was machen die Alpina-Räder da in den Radkästen?

Nach einem Jahr endete die Produktion

Der BMW 333i wurde zusammen mit BMW Südafrika, der Motorsport-Truppe und Alpina entwickelt, erkennbar an einigen Details. Er sollte Rennen gewinnen, dort auf dem anderen Kontinent, doch die entsprechende Serie wurde bald eingestellt, die Produktion des 333i endete nach nur gut einem Jahr. Damit wurde das südafrikanische Muscle Car zur seltensten E30-Variante, in Europa sowieso.

Unauffällig bleibt er dennoch. Auffällig unauffällig.

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