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Der Citroën C-Crosser im Fahrbericht

Mit dem C-Crosser steigt Citroen ins Gelände ein

Sehr spät wagte sich Citroën ins Gelände – aber nicht zu spät. Der C-Crosser veredelt japanische Technik mit französischem Design.

01.07.2008 Powered by

Es ist noch gar nicht so lange her, dass PSA-Offizielle, also die Chefs von Citroën und Peugeot , Fragen nach einem SUV mit einem Achselzucken abtaten. Brauchen wir nicht. Passt nicht zu uns. Nun, das war wohl eine Fehleinschätzung. Denn obwohl die Diskussionen um hochbeinige angebliche Spritsäufer und Klimakiller hohe Wellen schlagen, brummt das Geschäft. Nicht nur in der Oberliga, sondern auch in der Mittelklasse. Als diese Entwicklung nicht mehr zu übersehen war, reagierte PSA und schloss 2005 mit Mitsubishi einen Kooperationsvertrag rund um den Outlander der zweiten Generation. Ungefährer Inhalt: Ihr baut uns das Auto mit unseren markenspezifischen Designdetails, wir schicken euch einen Dieselmotor, der uns besser gefällt als der Zweiliter-TDI von VW , den ihr im Outlander verbaut. Nun ist es so weit: Mit dem C-Crosser geht das erste SUV der Citroën-Geschichte an den Start; PSA-Partner Peugeot verkauft seinen Outlander-Klon als 4007 (siehe Seite 29). Beim Citroën fällt nicht nur die markante Nase mit dem großen Doppelwinkel auf, sondern auch der reichliche Einsatz von Chrom.

Er soll den C-Crosser eleganter, höherwertig erscheinen lassen als den Outlander und mag einen Teil der Preisdifferenz rechtfertigen: In Basisausstattung Tendance ist der siebensitzige C-Crosser HDi 155 FAP mit 33.590 Euro 1.100 Euro teurer als der vergleichbare Outlander 2.0 TDI Intense. Beim gefahrenen Topmodell Exclusive für 37.590 Euro ist die Differenz noch erheblicher. Denn der Outlander in der bestmöglichen Ausstattung Instyle kostet lediglich 35.190 Euro und ist trotzdem besser ausgestattet: Weder das elektrische Glasschiebedach noch das Soundsystem von Rockfors Fosgate mit einem extradicken Subwoofer in der Kofferraumverkleidung kosten dort extra. Citroën langt also kräftig zu. Sollen vielleicht die Listenpreise hoch sein, damit die Händler nachher mit fetten Rabatten werben können? Und wird der C-Crosser auch mit dem 170 PS starken 2,4-Liter-Benziner, einem Mitsubishi-Motor, viel teurer sein als der Outlander? Diese Benzinversion soll erst Anfang kommenden Jahres nachgereicht werden. Interessanter ist zweifellos der Diesel, zumal es sich bei dem französischen 2,2-Liter um einen besonders gelungenen Motor handelt. Deutlich leiser und weicher als der Pumpe-Düse von VW im Outlander startet er in den Tag, tritt beim Einsetzen des Turbodrucks weicher und weniger überfallartig an und zeigt sich im Extrem auch drehfreudiger. Zwei Ausgleichswellen dämpfen Vibrationen auf ein kaum wahrnehmbares Maß, und bei konstantem Tempo ist von jenseits der Windschutzscheibe nicht viel mehr als ein leises Brummeln zu hören. Da wurde selbst Mitsubishi hellhörig und handelte mit PSA aus, dass dieser Motor demnächst auch im Outlander eingesetzt wird – zusätzlich zum weiterhin angebotenen VW-TDI. Da die Windgeräusche gut gedämmt sind und die Reifen leise abrollen, genießt man in den bequemen, im Topmodell Exclusive mit Leder bezogenen Sitzen also hohen Reisekomfort.

Den können auch schlechte Straßen nur wenig trüben, obwohl der C-Crosser Exclusive auf großen 18-Zöllern mit relativ flachen Reifen unterwegs ist, während dem C-Crosser Tendance 16-Zöller genügen müssen. Gute Übersicht, sinnfällig arrangierte Bedienelemente, die sich durch ein schnelles DVD-Navigationssystem und eine Rückfahrkamera erweitern lassen, tun ein Übriges, dass man den Umgang mit dem C-Crosser als komfortabel und angenehm empfindet. Kleine Nettigkeiten wie die federbelastet vorklappenden Sitze der mittleren Sitzbank oder die horizontal zweigeteilte Heckklappe wirken durchdacht, die Verarbeitung macht dank Knarz- und Knisterfreiheit und für diese Fahrzeugklasse hochwertiger Materialien einen sehr soliden Eindruck. Ein aufwändig gearbeitetes Rändelrad in der Mittelkonsole lässt die Wahl zwischen reinem Front- und permanentem Allradantrieb. In der ersten Stufe werden bis zu 55 Prozent des Motordrehmoments elektronisch geregelt an die Hinterachse geleitet, bei aktivierter Differentialsperre ist die Auslegung konstant heckbetont. Da eine Untersetzung ebenso fehlt wie Achssperren, ist der C-Crosser kein Auto für das große Offroad-Abenteuer. Den verschneiten Weg zur Berghütte hinauf oder über den einigermaßen intakten Feldweg hinein ins Grüne dürfte er jedoch locker meistern.

Auch auf der Chaussee kommt der Fahrspaß nicht zu kurz: ordentliche Lenkung, erfreulich präzise Schaltung, alles andere als behäbiges Fahrverhalten. Bei schneller Kurvenfahrt sollte man allerdings den Frontantriebs-Modus meiden, weil sonst bei Vollgas in den unteren Gängen deutlich im Lenkrad zu spüren ist, dass die ganze Kraft nach vorn geleitet wird. Auch das ­kennen wir vom Outlander. Den guten Gesamteindruck kann das nicht mindern.

Technische Daten
Citroën C-Crosser HDi 155 FAP
Grundpreis33.950 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe4645 x 1805 x 1715 mm
KofferraumvolumenVDA510 bis 1686 L
Hubraum / Motor2179 cm³ / 4-Zylinder
Leistung115 kW / 156 PS (380 Nm)
Höchstgeschwindigkeit200 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h11,0 s
Verbrauch6,7 L/100 km
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