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Fahrbericht des Dodge Nitro 2.8 CRD SXT 4WD

Im Innenraum offenbaren sich die Schwächen des Dodge Nitro

9 Bilder

Wäre der Inhalt auch so genial wie die coole Verpackung – der Nitro bekäme den Titel Kiste des Jahres. Aber Begeisterung und Enttäuschung liegen hier dicht beieinander.

05.04.2008 Powered by

 Zu den Sheriffs unter den US-4Wheelern gehören unstrittig die Modelle der Marke Jeep – vom Wrangler bis zum Commander . Die be­kommen nun mit dem Dodge Nitro Konkurrenz aus dem eigenen Haus. Nach diesem kernigen Macho-Allradler verdrehen sich nicht nur Cowboys ihren Hals. Das kantige Design weckt Erinnerungen an die gute alte Postkutsche, einst das wohl wichtigste öffentliche Verkehrsmittel in den schwer erreichbaren Weiten des amerikanischen Westens. Mit dem chromblitzenden Fadenkreuz aus Kunststoff in dem rechteckigen Kühlerschlund, den weit herausge­zogenen Radläufen und den wuchtigen optionalen Trittbrettern provoziert der Nitro . Kein Zweifel: Hier kommt im Juni ein Stück amerikanische Autokultur zu uns, allerdings mit 4,58 Meter Länge zurechtgestutzt auf europäische Größenverhältnisse. Unter der Motorhaube nagelt der aus dem Jeep Cherokee bekannte 2,8-Liter-Diesel, der jedoch etwas überarbeitet wurde und dessen Abgase sich erst mit dem Staub der Prärie vermischen, wenn sie den serienmäßig eingebauten Partikelfilter passiert haben. Wie im neuen Wrangler leistet der Common-Rail-Motor nun 177 statt 163 PS, und auch das Drehmoment liegt mit 460 um 60 Newtonmeter höher als bisher. Die Leistungssteigerung merkt man dem kernigen, aber nicht unkultivierten Triebwerk deutlich an. Damit reißt zwar niemand Steine aus dem Pflaster, doch untermotorisiert fühlt sich hier so schnell keiner. Dennoch kann der Nitro dem Cherokee, auf dessen Plattform er basiert, nicht immer das Wasser reichen. Mutter Chrysler spendiert dem Dodge die abgespeckte Version eines zuschaltbaren Allradsystems. Auf Verfolgungsjagden durch extremes Terrain, die der Cherokee dank Untersetzung problemlos meistert, muss der Nitro trotz abschaltbarem ESP passen und das Areal umfahren; denn für ihn gibt es auch als Extra weder Reduktion noch Achssperren. So reicht es nur zumHilfs­sheriff, was aber in den Staaten ein durchaus ehrenwerter und verantwortungsvoller Job ist.

Einsparungen ganz anderer Art betreffen die Möblierung des Innenraums. Bei einem Auto, das in der SXT-Ausstattung als Diesel fast 32.000 Euro kostet, sollte das Interieur mit mehr Liebe zum Detail verarbeitet sein. Nichts gegen robusten Kunststoff, der sich prima säubern lässt – aber auch den kann man ordentlich einpassen! Beim Blick auf die in tiefen Höhlen liegenden blendfrei ablesbaren Instrumente mit Tacho, Drehzahlmesser, Tank­anzeige und natürlich Kompass fühlt man sich für einen Augenblick nicht mehr wie im Wilden Westen, sondern eher wie in Bella Italia – Alfa lässt grüßen. Ganz US-typisch dagegen: Der Dimmschalter für die Arma­turenbeleuchtung sitzt am Blinkerhebel. Doch Vorsicht, wer die höchste Stufe wählt, sollte wissen, dass dann die Lampen auch noch nach Stunden leuchten, wenn das Fahrzeug längst verschlossen wurde. Das Lenkrad lässt sich nur in der Höhe verstellen. Die schmalen Ledersitze haben erstaunlich niedrige Rückenlehnen und sind ziemlich weich gepolstert. Na gut, damit passen sie zum Federungskomfort, der auf amerikanische Bequemlichkeit abgestimmt ist. Die Frage nach rasanten Kurvenfahrten erübrigt sich also. Davon profitieren die Passagiere im Fond, wenn das Video-Entertainment-System an Bord ist. Sie können so in aller Ruhe DVDs mit Klassikern wie „Rauchende Colts“ und „Bonanza“ genießen.

Als äußerst praktisches Detail erweist sich der um fast einen halben Meter herausziehbare Ladeboden im Kofferraum. Beim Verstauen der Fracht sollten Cowboys, die größer als 1,80 Meter sind, jedoch beachten, dass sich die Heckklappe nicht weit genug nach oben schwenken lässt. Der Basispreis für den Nitro 2.8 CRD beträgt 26.890 Euro und liegt damit 2100 Euro unter dem des Jeep Cherokee 2.8 CRD . Wer mehr Power will, kann mit dem 260 PS starken 4.0 V6-Benziner ab 38.990 Euro ordentlich Staub aufwirbeln. Da ist dann fast alles serienmäßig an Bord. Nur für den Sheriffstern reicht es eben immer noch nicht.

Technische Daten
Dodge Nitro 2.8 CRD
Grundpreis34.890 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe4584 x 1856 x 1755 mm
KofferraumvolumenVDA389 bis 1994 L
Hubraum / Motor2777 cm³ / 4-Zylinder
Leistung130 kW / 177 PS (460 Nm)
Höchstgeschwindigkeit182 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h10,5 s
Verbrauch9,4 L/100 km
Testverbrauch12,6 L/100 km
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