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Der Fiat Sedici 2.0 JTD im Fahrbericht

Durch Wächtersbach wird der Sedici zum Feuertopf

8 Bilder

Mit ein paar Umbauten wird der brave Fiat Sedici ganz schön scharf. Wir haben den aufgemotzten Waldläufer auf die Pirsch geschickt

22.12.2007 Powered by

Zornig, leidenschaftlich – so lautet die sinngemäße Übersetzung der klassischen italienischen Pasta all’arrabiata, deren Soße vor allem dank reichlich Chili kein Fall für Langweiler am Nudelsieb ist. Beim Fiat Sedici , der bislang nicht durch sonderliche Schärfe auf sich aufmerksam machte, würzt der Expeditionsservice Wächtersbach richtig nach. Die Spezialisten haben mit einigen altbewährten Tricks aus dem braven Alltags-4x4 einen kleinen Feuertopf für den Waldausflug gezaubert. Das Rezept ist einfach und dennoch effektiv: Bodenfreiheit erhöhen, Unterfahrschutz druntersetzen, große Reifen aufziehen – fertig. Das wohlschmeckende Gericht dürfte vor allem Genießern munden, die gern in Wald und Flur picknicken. Am eigentlichen Antriebskonzept ändert sich zwar nichts, durch die Umbaumaßnahmen kann man jedoch auch kernigeres Geläuf unter die Räder nehmen, ohne Schäden am Auto befürchten zu müssen. Das Fahrwerk liften die Wächtersbacher mit längeren Federn – hinten im Verbund mit neuen Stoßdämpfern, an der Vorderachse als komplett neues Federbein. Allein diese Maßnahme bringt 35 Millimeter zusätzliche Luft unters Bodenblech. Weitere 20 Millimeter steuert die optionale, am Testwagen montierte A/T-Bereifung bei.

Diese Gummis im Format 205/70 R 15 machen gemeinsam mit dem Höherlegungsfahrwerk auch optisch ein anderes Auto aus dem Sedici. Er wirkt ungleich kerniger, die Proportionen sind stimmiger. Dazu passt der 1,9-Liter-Dieselmotor, dessen Manieren aber nicht die besten sind: Der Vierzylinder ist von der deftigen Sorte, er poltert, nagelt, vibriert – herrlich! Was in einem Standard-Kompaktwagen niemandem so recht schmecken würde, hat im Jagd-Sedici irgendwie Charme und Stil. Auch wenn der 120-PS-Motor akus­tisch ein ziemliches Raubein ist – technisch überzeugt er mit strammem Durchzug und wenig Durst. Trotz Höherlegung marschiert der Sedici echte 180 km/h auf der Autobahn. Respekt! Nur bei Ausweichmanövern und starkem Bremsen unter hohem Tempo kommt unerwartet Leben in die Bude. Ansonsten fährt sich der Fiat knackig-stramm. Einen großen Anteil an der vergnüglichen Fortbewegung im Gelände hat natürlich der Unterbau: Zwei Unterfahrschutzplatten für Motor, Getriebe und das Hinterachsdifferential verkleiden praktisch den gesamten Wagenboden. Die aus massivem Alu-Blech gefertigten Teile vertragen auch grobe Rempler. Da darf man schon mal mit Anlauf über eine Kuppe schanzen, ohne irgendetwas abzureißen. Bei den Kosten hält sich die Belastung dagegen in Grenzen, denn die Wächtersbacher haben – passend zum günstigen Fahrzeugpreis – fair kalkuliert. Erstaunlich ist vor allem, wie unbekümmert der Fiat nach der Umrüstung durch die Botanik ballert. Mit erstaunlichem Grip, vor allem aber sehr leichtfüßig. Das schmeckt fast ein wenig nach dem seligen Suzuki SJ oder der legendären ersten Panda 4x4 -Baureihe, er ist nur ungleich komfortabler gefedert. Natürlich wird auch mit dem Umbau aus dem Sedici kein Allesüberwinder. Wo es langsam gehen muss, stirbt schon mal Der Motor ab, bei steilen Anstiegen reicht der Böschungswinkel oft nicht aus.

Doch im leichten Geländeeinsatz – ob auf einem von Forstmaschinen ausgefahrenen Waldweg oder in einer unwegsamen Baustelle – ist der kleine Italiener große Klasse. Wer es wirklich wissen will, kann übrigens neben allerhand waidmännischem Zubehör (zum Beispiel Gewehrhalter oder Wildtransportgitter) auch eine Warn-Seilwinde an den Fiat montieren. Den passenden Multi-Mount-Befestigungssatz gibt es ebenfalls. Danach kann sicht selbst der Revierkollege im schwerfälligen Mercedes G die Finger lecken. Ganz klar, Sedici all’arrabiata ist keine Schonkost.

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