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Der Iveco Massif im Fahrbericht

Der Iveco Massif ist kernig und kräftig

7 Bilder

Sie erkennen eine gewisse Ähnlichkeit des neuen Iveco Massif zum Land Rover Defender? Das ist kein Wunder, schließlich baute ­Santana Motors in Spanien schon 1958 die ersten Land Rover nach. Erst in britischer Lizenz, später zunehmend eigenständig. Und so fährt auch der neue ­Massif noch zahlreiche Zitate des Urgroßvaters spazieren.

02.05.2008 Powered by

Sichtbare wie die Karosserieform und deren Details (seitliche Dachfenster), verborgene wie das Verteilergetriebe mit der zentralen Trommel-Feststellbremse und das Blattfederfahrwerk.Jetzt kommt die nächste Generation. Nach dem von Santana in Eigenregie vermarkteten PS-10, der einige Jahre lang auch in Deutschland vertrieben wurde, hat sich Iveco des Themas angenommen und den Geländegänger überarbeitet – als Motorenlieferant hatten die Italiener ohnehin längst den Fuß in der Tür. ­Santana arbeitet nun als Auftragsfertiger, nicht mehr in ­Eigenregie, Iveco betreibt direkt im Werk eine eigene Qualitätskontrolle, die jeden einzelnen Massif abnehmen und zur ­Auslieferung freigeben muss. Umfangreiche Änderungen gibt es sowohl an der Technik als auch beim Erscheinungsbild. Am auffälligsten ist die neue Front mit den jetzt schräg unterein­anderstehenden Scheinwerfern.

Neu sind außerdem die robusten Kunststoffplanken an den Karosseriekanten, auch die Rück­leuchten wurden überarbeitet. Das Cockpit wurde komplett neu gestaltet. Statt auf karge Kunststofflandschaften blickt der ­Fahrer nun auf ein durchaus modernes Instrumentarium, in der Mittelkonsole ist sogar Platz für das aufpreispflichtige Navigationssystem mit großem Farbbildschirm – moderne Zeiten. Auf Airbags muss die Besatzung aller­dings immer noch verzichten, dafür ist beim Massif das ABS serienmäßig. Beim Defender kostet es bis ­heute Aufpreis. Und dieser wird sicher der Hauptkonkurrent für den Spanier sein. Nicht nur ­formal und wegen seiner Versionen (wie Land Rover gibt es vom Massif einen kurzen und langen Station sowie einen Pick-up und ein reines Fahrgestell). Vor allem der Einsatzzweck dürfte sich stark ähneln: Gewerbe­treibende und Reiselustige ­stehen im Visier von Iveco.

Unter der Haube des Massif schlägt das dickste Herz aus dem Transporter Daily, der Dreiliter-16-Ventiler-Diesel. Zwei Leistungsstufen wird es geben: den HPI mit 146 PS und 350 Newton­meter sowie die Variante mit ­voller Leistung (HPT ). Stolze 176 PS und ein elektronisch auf praktisch den gesamten Drehzahlbereich festgenageltes Drehmoment von 400 Newtonmeter liefert der HPT-Motor – da ­kommen selbst eingefleischte Fans des Toyota-Buschtaxis ins Grübeln.Die Papierdaten versprechen ­jedenfalls nicht zu viel. Die 176-PS-Ausführung schiebt den kantigen Massif mit ziemlich ­lässigem Druck aus dem tiefen Keller an. Das ZF-Sechsgang-Getriebe muss nur selten bemüht werden, schon knapp über Leerlaufdrehzahl liegt die volle Kraft an. Der Iveco-Diesel ist allerdings kein Leisetreter, der Fahrer hört durchaus, dass da vorn gerade tüchtig gearbeitet wird.

Erstaunlich gut ist der Fahr­kom­fort, den die rustikalen Blatt­federn bieten. Ein Grund sind die Distanzen zwischen den Blättern, wodurch das Ansprechverhalten besser wird, der andere die progressive Abstimmung – ein Zusatzblatt wird erst bei voller ­Zuladung aktiv. Dadurch federn die vier Pakete nicht nur recht passabel, auch die Verschränkung ist für ein Blattfeder­fahr­werk außergewöhnlich gut. Kehrseite dieses Konzepts: Bei schneller Fahrt auf schlechtem Untergrund oder beim Bremsen mit Ausweichmanöver zeigt sich die Technik störrisch und beeinträchtigt die Lenkung mit deutlichen Zickzackbewegungen. Der Grund dafür: Es gibt weder Längs- noch Querlenker für die Achsen, die gesamte Führung wird von den Federpaketen übernommen. Die stolze Zuladung von einer Tonne für alle drei ­Modelle dürfte im Baugewerbe und bei Expeditionsreisenden ­Interesse auslösen.Richtig kernig fällt die Geländeübersetzung aus. Durch den kurzen ersten Gang sind maximal 48,3:1 in der Geländestufe ­möglich. In Verbindung mit dem bärigen Diesel lässt es sich damit ganz entspannt und langsam durch schweres Gelände klettern. Schade allerdings, dass es nach wie vor nur einen Zuschalt-Allrad für den Massif gibt. Schön dagegen, dass man auf dem Bestellformular auch eine Differentialsperre für die Hinterachse ankreuzen kann. Womit wir bei den Preisen sind: Die werden sich laut Iveco jeweils um einige hundert Euro unter den vergleichbaren Land Rover-Modellen ­bewegen. Bedeutet: rund 26 000 Euro für den kurzen Station.

Dabei kann man im Gegensatz zum ­ersten Anlauf, als der Santana PS-10 nur in homöopatischen Stückzahlen von wenigen Stützpunkthändlern vermarktet wurde, auf eine ganz andere Organisationsstruktur zurückgreifen. Allein in Deutschland sind 324 Vertrags­händler, Werkstätten und Niederlassungen mit dem Iveco-Logo vertreten, für den Massif wird wie für jedes andere Fahrzeug der Marke ein Übernachtservice für Ersatzteile versprochen.

Technische Daten
Iveco Massif 3.0 HPI
Grundpreis30.750 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe4720 x 1852 x 2050 mm
Hubraum / Motor2998 cm³ / 4-Zylinder
Leistung107 kW / 146 PS (350 Nm)
Höchstgeschwindigkeit148 km/h
Verbrauch10,5 L/100 km
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