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Fahrbericht Lexus IS 300h, IS 250, IS 350 F-Sport: Mit neuen Mitteln zu neuer Klasse

Toyota will Lexus zu einer noch eigenständigeren, noch exklusiveren Marke machen. Die erste Kugel, die Lexus in dieser Richtung abfeuert, ist der neue Lexus IS. Wir durften den Japaner bereits Probe fahren.

Lexus erfindet sich neu und will künftig nur noch rund 500.000 Einheiten im Jahr bauen und so noch exklusiver werden. Mit dem neuen IS zeigen die Japaner wohin die Marken-Reise künftig gehen soll.

Beim Blick auf die Frontpartie erläutert uns Tokuo Fukuichi, Leiter der Design-Abteilung von Lexus, dass der "Diabolo-Kühlergrill" das neue Familiengesicht darstellt. Die vom Frontgrill bis zum hinteren Ende durchgehende Charakterlinie hat seinen Scheitelpunkt an der vorderen Säule und wird zum Ende hin wieder enger. Weil Lexus beim IS erstmals auf ein crashaktive Motorhaube setzt, konnte die Front niedrig und der IS damit sportlich gehalten werden.

Lexus IS mit kräftigem Hybridantrieb

Für die erste Ausfahrt bekomme ich die Schlüsselkarte vom Lexus IS 300h in die Hand gedrückt, welches das erste Hybrid-Modell der IS-Reihe ist. Beim Drücken des Start-Knopfes bleibt der Verbrenner stumm, doch im Display leuchtet eine blaue Anzeige auf die uns wissen lässt, dass die Hybridfunktion gestartet wurde. Per Elektromotor fährt man geräuschlos an und auch die Beschleunigung geht ruhig und leise vonstatten. Wer aber das Gaspedal niedertritt, weckt auch den Benziner und wird durch die scharfe Beschleunigung geradezu in den Sitz gepresst. Die Leistung  des 2,5-Liter-Vierzylinder-Verbrennungsmotor beträgt 178 PS und das Drehmoment liegt bei 221 Nm. Zusammen mit den Leistungsdaten des Elektromotors von 105 kW und 300 Nm kommt der IS300h auf eine Systemleistung von 220 PS. Ein gewiss nicht schwächlicher BMW 320d kommt nur auf 184 PS und 380 Nm.

Der Lexus IS beherrscht drei Fahrmodi. Im normalen und im Eco-Modus werden die Angaben zu Leistung und Regeneration auf der linken Seite des Tachos abgebildet. Wer früh hochschaltet, die Drehzahl niedrig hält und das Gaspedal dabei nur sanft streichelt, kann in der Tat sehr niedrige Verbräuche einfahren. Wechselt man in den Sport-Modus, ändert sich auch die Anzeige im Tacho. Die Reaktion beim Betätigen des Gaspedals erhöht sich wie auch die Motorendrehzahl und man fühlt direkt, dass sich auch die Leistung erhöht hat.

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Hybrid darf nur 200 km/h schnell laufen

Auch wenn sich beim Modellwechsel alle Abmessungen des Lexus IS erhöht haben, fährt sich die Neuauflage agiler und lebhafter. Identisch mit dem Vorgänger sind die Doppelquerlenkerachse vorne und die Mehrlenkerachse hinten. Weil aber die Steifigkeit des Frontstabilisators um 20% erhöht und die Rollsteifigkeit optimiert wurde, konnte auch das Lenkgefühl verbessert und die Karosseriesteifigkeit erhöht werden. Dazu trägt auch die direkter übersetzte und reibungsoptimierte Lenkung bei.

Weil Lexus im IS aber im Gegensatz zum GS dem Getriebe keine Untersetzungsstufe spendiert hat, beträgt die Höchstgeschwindigkeit lediglich 200 km/h. In Japan kein Problem, auf anderen Märkten gerät der neue Lexus IS 300h damit aber gegenüber seinen europäischen Rivalen deutlich ins Hintertreffen. Selbst der eine Klasse tiefer eingestufte VW Jetta Hybrid erreicht 210 km/h.

Wenden wir uns dem Lexus IS 250 zu, dem neuen Einstiegsmodell der Baureihe, das einiges zu bieten hat. Mit dem 2,5 Liter-V6 Motor giert der Lexus IS nach Drehzahlen und kommt leichtfüßig daher. Beim Fahrwerk stehen drei Varianten - normal, L und F-Sport - zur Auswahl, wobei die mittlere Version L die besten Abstimmung bereithält. Speziell im Lexus IS250 kommt auch bei schnelleren Kurvenfahrten nicht den Wunsch nach einem härteren Fahrwerk auf.

Lexus IS-Topmodell mit Top-Automatik

Die Krone im neuen Lexus IS-Programm trägt der IS 350 F-Sport, der sich äußerlich nur marginal von seinen Brüdern unterscheidet. Lediglich das "F-Sport"-Emblem und der Diabolo-Grill im Mesh-Design outen ihn als Topmodell. Gleich nach wenigen Metern wird klar, dass der IS das schwammige Lenkgefühl und das Gefühl mangelnder Steifigkeit hinter sich gelassen hat. Gelungen auch die nun sportlichere Sitzposition. Das Lenkrad wurde dazu um 3 Grad aufgerichtet, die Sitzposition um 20 mm abgesenkt hat.

Bis hierher haben alle Modelle die gleiche Ausstattung, doch die neue 8-Gang-Automatik von Aisin ist derzeit nur im IS 350 zu finden. Die beherrscht die Kunst der sanften Gangwechsel nicht nur im Normal-Modus, auch im Sport- und Sport+-Modus werden die Fahrstufen schnell und treffsicher nachgelegt. Bei Kurvenfahrten bedient sich der Lexus IS 350 aus dem Navigationssystem und legt bereits vor der Kurve den passenden Gang ein, um nach der Biegung schnell nachzuladen und zügig zu beschleunigen. Das System arbeitet überzeugend. Man fühlt sich wirklich so, als könnte man auf einmal besser Auto fahren.

Wenn man per Knopfdruck den Sport-Modus wählt, ändert sich die Farbe im Tachometer, der übrigens identisch mit dem im Supersportler LFA ist, in rot, das Lenkgefühl wird sportlicher und der Motor drehfreudiger. Der Sport S+ Modus hält eine variable Lenkübersetzung und eine aktive Heckkinematik bereit. Wenn man in den M-Modus wechselt, können die Gänge manuell mit Hilfe der Schaltwippen hinter dem Lenkrad betätigt werden. Im Eco-Modus gibt sich das Gaspedal extrem reaktionsträge und der Fahrspaß leidet merklich. Da aber auch Fahrer von Sportlimousinen dem Alltag trotzen müssen, kann auf machen Fahrten ein knausriger Umgang mit dem Sprit sicher nicht schaden.

Lexus hat beim neuen IS viel Wert auf Alltagstauglichkeit gelegt, das merkt man. Doch der neue IS kann mit seinem Design und den guten Fahreigenschaften den Abstand auf die europäischen Rivalen verkürzen. Des Weiteren ist zu erwarten, dass mit der Einführung des Hybriden auch im Bereich der Kraftstoffeffizienz den europäischen Dieselmodellen die Stirn geboten werden kann. Offen bleibt bislang nur noch die Frage zu welchen Preisen die neuen Lesus IS-Modelle antreten sollen um gegen die Wettbewerber zu punkten. Die Mittelklasse hat aber mit dem neuen Lexus IS in jedem Fall schon mal hinzugewonnen.

Autor

Foto

Yoshi Kimura

Datum

22. Mai 2013
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