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Der Nissan Qashqai im Fahrbericht

Mit dem Qashqai will Nissan die Golf-Klasse erobern

Mit 21 Zentimeter Bodenfreiheit und Allradantrieb will der Nissan Qashqai die Golf-Klasse­ angreifen. Unmöglich?

22.06.2008 Powered by

Die Witze werden kommen, bestimmt sogar. Warum nennt Nissan seinen neuen Fünftürer auch Qashqai ? Bei der Erklärung bitte doppelt hinhören: Qashqai — Kasch-kai gesprochen — ist der Name eines iranischen Nomadenstamms (was es nicht alles gibt!). Das Völkchen bewohnt eine Wüste, eine feste Adresse ist nicht bekannt. Die fehlt auch Nissans Qashqai. Er ist eine Mischung aus SUV und Kompaktwagen. Golf-Jünger soll er ködern und gleichzeitig die Suzuki SX4-Fraktion anlocken.

Nissan vertraut auf die Vorteile beider Fahrzeugwelten — und auf eine fast faltenfreie Karosse mit 4,32 Meter Länge (zwischen ­Suzuki SX4 und Toyota RAV4 ). Radstand: 2,63 Meter. Die Überhänge vorn und hinten sind kurz, Türgriffe und Dach liegen weit oben. 1,61 Meter ragt der Qashqai in die Luft — zwölf Zentimeter höher als der Golf 4Motion, fünf Zentimeter über den SX4.
Wer mit zugekniffenen Augen seine Form ertastet, setzt zehn Euro auf einen stämmigen Kombi mit breiter, rundlicher Nase, flach angestellter Frontscheibe, zum Bug hin abfließendem Dach und steil anliegender Heckklappe. Dachreling und Kratzschutzleisten fehlen, dafür schmiegen sich tellerbreite Kunststoffplanken an die unteren Türkanten, große Teile der Stoßfänger sind unlackiert.Wittern 4x4-Fans Allrad? Richtig geschnuppert. Unter dem Kürzel 4WD wühlen bei Bedarf auch die Hinterräder mit. Dazu muss der Drehregler auf der Mittelkonsole von „2WD“ (Frontantrieb) auf „AUTO“ geklickt werden. Sensoren und Motorsteuergerät alarmieren beim Ampelsprint oder auf rutschigen Wiesen die Hinterachse. Den zusätzlichen Schmalz überträgt eine elektromagnetisch ­betätigte Mehrscheiben-Ölbadkupplung. Sie bewohnt das ­Verteilergetriebe — und kommt permanent zum Einsatz, wenn das Drehrad im Cockpit auf „LOCK“ steht. Verteilung Vorder- zu Hinter­achse 57:43. ­Bedingung für den 4x4-Zauber: ­Einer der beiden Zweiliter-­Motoren (ab 22.840 Euro, siehe ãDie Motoren„) ist anwesend. 141 PS plus manuelle Fünfgang-Box kennzeichnen den Benziner, 150 PS plus Sechsgang-Schaltgetriebe den Selbstzünder. Die 320 Newtonmeter des Diesel­motors im Testwagen schmecken wie warmes Bier: erträglich, nicht erfrischend — 150 PS will Nissan gefunden haben? Bis 2000 Touren erhöhen sich nur Puls und Lärmpegel. Danach kommt der Turboschub. Angenehm sanft, aber zu spät. Von seiner anfänglichen Schwäche beschämt, treibt der Turbolader den mit Rußfilter versehenen Diesel bis über 5000 Touren.

Überzeugend leicht schaltet sich die manuelle Sechsgangbox. Auch das rein elektromechanische Lenken fällt nicht negativ auf. Passend zum straffen Kurbeln: die chefmäßig hohen Sessel und das griffige, zweifach verstellbare Lenkrad. Den kühlen Cock­pitlook dominieren ­Tacho und Drehzahlmesser — beide analog, beide tennisballgroß. Rechts davon drängt sich eine arg knopflastige Mittelkonsole ins Bild. Weiter südöstlich wartet ein kühlbares Handschuhfach. Rings um den höchsten Punkt — einen sieben Zoll großen Navi-Bildschirm (Extra) — ertasten die Finger weiche Kunststoffe; in Kniehöhe glänzt Hartplastik. Was gar nicht geht, sind die breiten C-Säulen. Trotz ihrer Fensterchen rauben sie viel Sicht und erhöhen den toten Winkel auf die Größe XXL.

Eine Etage tiefer ist alles auf Sport eingestellt. McPherson-Vorderachse und Mehrlenker-Hinterachse kämpfen stets um eine präzise Straßenlage. Bei der Fahrwerkabstimmung war wohl folgende These Gesetz: Auf butterweich droht Seekrankheit — also federt er straff. Spätestens nach der ersten Kurve weiß der Fahrer zu schätzen, dass sein 1614-Kilogramm-Schiff etwas nach BMW X3 schmeckt.Auf die Was-wäre-denn-für mich-die-richtige-Ausstattung-Frage folgen drei Antworten:1. Die gesunde Basisversion heißt Visia und hat viele Ablagen, einen Bordcomputer, ein CD-Radio, eine Klimaanlage und vollen Sicherheitsschutz.2. Mehr Freude verbreitet das gut gefüllte Acenta-Paket mit 16-Zoll-Alus, Licht- und Regensensor, Tempomat, Lendenwirbelstützen vorn, einer Mittelarm­lehne vorn und einem kühlbaren Handschuhfach.3. Wer all-inclusive sucht, sollte sich die Bezeichnung Tekna aufschreiben. Unter anderem werden 17-Zoll-Alu-Räder, Lederausstattung, ein fettes Panorama-Glasdach, Zwei-Zonen-Klimaautomatik verbaut. Auch Automatik-Verliebte dürfen schmunzeln. Sogar doppelt: Der 2.0-Benziner wird gegen 1300 Euro mit einem stufenlosen CVT-­Getriebe verheiratet, an den großen Diesel passt ein Sechsgang-Wandler mit Schaltgasse zum Selberwählen (1300 Euro). Was dem Qashqai noch fehlt? Ein ausgiebiger Test in 4wheelfun. Den soll er bekommen. Und zwar ganz bald.

Technische Daten
Nissan Qashqai+2 2.0 dCi ALL-MODE 4x4Nissan Qashqai+2 2.0
Grundpreis31.190 €25.140 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe4541 x 1780 x 1645 mm4541 x 1780 x 1645 mm
KofferraumvolumenVDA130 bis 1520 L130 bis 1520 L
Hubraum / Motor1995 cm³ / 4-Zylinder1997 cm³ / 4-Zylinder
Leistung110 kW / 150 PS (320 Nm)104 kW / 141 PS (196 Nm)
Höchstgeschwindigkeit186 km/h193 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h11,6 s10,5 s
Verbrauch7,6 L/100 km8,0 L/100 km
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