Renault Mégane Grandtour im Fahrbericht: Kompakter Lademeister aus Frankreich

Renault Mégane Grandtour

Viel Lade-, wenig Hubraum: Obwohl der geräumige Renault Mégane Grandtour TCe 130 nur einen 1,4 Liter grossen Benziner unter der Haube hat, klappt das Teamwork sehr gut.

Zwei Mal Mégane Grandtour, zwei Mal mit gleicher Ausstattung, zwei Mal 130 PS, aber ein Mal 2.100 Euro teurer: Da muss man schon extremer Vielfahrer sein, um die Mehrkosten der Dieselvariante bei Anschaffung und Unterhalt durch den niedrigeren Verbrauch wieder reinzuholen.

Renault setzt auf Downsizing-Prinzip

Für die meisten Käufer dürfte deshalb der gleich starke Benziner die bessere Wahl sein, zumal der Vierzylinder im Renault Mégane Grandtour TCe 130 nach dem Downsizing-Prinzip konstruiert wurde. Wie bei den ähnlich gearteten Triebwerken von Fiat und VW soll hier ein relativ kleiner Hubraum für Sparsamkeit sorgen, während ein Turbolader Leistung und Durchzug auf das Niveau eines erheblich größeren Saugmotors liftet. Mit 190 Nm Drehmoment bei 2.250 Umdrehungen ist der 1,4-Liter-TCe zwar nicht ganz so gut bei Kräften wie der 1,9-Liter-dCi (300 Nm bei 1.750/min), aber insgesamt ein sehr angenehmes, kultiviertes und elastisches Aggregat. Sein kleiner, schnell ansprechender Lader ermöglicht einen stämmigen Antritt sowie eine schaltarme, entspannte Fahrweise, die gut zum Naturell des fast 1,4 Tonnen schweren Kombis passt. Zudem begnügt er sich ohne große Anstrengungen und weitere Spartechnik wie Direkteinspritzung oder Start-Stopp mit einem Verbrauch, der nur knapp über dem des Diesels liegt (8,1 zu 7,5 L/100 km).

Radstand und Kofferraumvolumen im Renault Mégane Grandtour sind gewachsen

Dass der Renault Mégane Grandtour ansonsten wenig zum Knausern neigt, sieht man ihm bereits von außen an. Mit 4,56 Meter Länge ist er fast der Kompaktklasse entwachsen, und der um sechs Zentimeter verlängerte Radstand bringt im Fond spürbar mehr Beinfreiheit als in der Limousine. Gleiches gilt natürlich für den Kofferraum, dessen Volumen nach Vorklappen der geteilten Rücksitze von 524 auf 1.595 Liter wächst.

Durch Umlegen der Beifahrerlehne passen sogar 2,50 Meter lange Gepäckstücke hinein, während Kleinkram in diversen Bodenfächern Platz findet. Allerdings bildet die vergrößerte Ladefläche nach vorn eine Rampe samt Stufe, deren Abdeckung ähnlich windig wirkt wie der klappbare Raumteiler im Heck oder manche Verkleidungen. Auch die erlaubte Zuladung fällt mit 419 Kilogramm arg knapp aus.

Renault Mégane Grandtour ist geräumiger und gut ausgestatteter Kombi

Immerhin geht das komfortbetonte Fahrwerk mit diesem Ballast nicht in die Knie, trägt die Familie samt Reisegepäck ohne grobe Erschütterungen über holprige Landstraßen und pariert selbst abrupte Ausweichmanöver ohne tückische Lastwechselreaktionen. Als Handlingwunder wäre der Renault Mégane freilich eine glatte Fehlbesetzung, denn weder die seitenhaltarmen Sitze noch die gefühllose, inhomogene Elektrolenkung animieren zum Kurvenwedeln. Als bequemer, geräumiger und gut ausgestatteter Kombi wird der Renault dagegen seinen Weg machen - mit dem Turbomotor sogar recht sparsam.

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Bernd Stegemann

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