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Der Subaru ­Tribeca im Fahrbericht

Besser spät als nie: Subaru bringt den Diesel

5 Bilder

Jahrelang kündigte Subaru den ersten Boxer-Diesel für PKW an, so manch einer wollte nicht mehr daran glauben. Doch wir konnten ihn nun zum ersten Mal fahren.

05.04.2008 Powered by

Es war eine schwere ­Geburt, doch jetzt ist der Wonneproppen tatsächlich da: zwei Liter groß, 150 PS schwer. Die Niederkunft hatte sich ein wenig verzögert, angekündigt war er bereits für Ende vorigen Jahres. Es ist allerdings auch kein ganz normaler Turbodiesel der Zweiliter-Klasse, den Mama Subaru da jahrelang ­ausbrütete, sondern – ganz der Papa – ein Boxer. Der erste Pkw-Boxer-Diesel weltweit ­übrigens, wie die Japaner nicht ohne Stolz verkünden. Unsere Jungfernfahrt absolviert der Vier­zylinder im ­Gehäuse des Outback – Subarus Vorbild für Audi A6 ­Allroad und Volvo XC70 , 1997 zum ersten Mal vorgestellt. Basis des ­Outback ist der schlanke Mittelklasse-Kombi Legacy, der mit Seitenplanken, einer Fahrwerkhöherlegung um 50 Millimeter und einer geänderten Frontschürze zum Schlechtwege-Cowboy ­aufgerüstet wird. Er und der Standard-Legacy als Kombi und Stufenheck sind nun die ersten Landeplätze für den Common-Rail-Boxer. Nach und nach soll der auch in den Impreza und den kommenden Forester ein­ziehen. Nur das dicke Subaru-SUV ­Tribeca bleibt weiterhin dieselfreie Zone, denn mit dieser ­Aufgabe wäre der Vier­zylinder überfordert.

Die blanken Basisdaten zur Weltpremiere taugen nicht zum Angeben: 150 PS und 350 Newtonmeter – das ist Hausmannskost im Zweiliter-Lager. Der wirkliche Clou liegt in der Konstruktionsweise begründet: Durch die gegenüberliegenden Zylinderbänke baut der Vierzylinder extrem kompakt und kurz, der Schwerpunkt liegt außerdem erheblich tiefer als bei einem Reihen-Vierer. Ein ­Boxer eben. Weitere Vorteile: Die Kurbelwelle ist ebenfalls sehr kurz und damit weniger torsionsanfällig, die ­jeweils gegenläufigen Kolbenbewegungen unterbinden Vibra­tionen, auf Ausgleichswellen, wie bei normalen Reihen- und V-Motoren üblich, kann der Boxer verzichten.

Der anständige Schub des neuen Motors ist nicht sonderlich verblüffend. Viel mehr dessen Manieren: Der ­Boxer ist bis auf eine Nuance an Kaltstartnageln so nah an der Laufkultur und -ruhe eines Benziners wie noch kein Diesel-Vierzylinder vor ihm. Großes Lob verdient außerdem der spontane Antritt und das tapfere hoch­ackern selbst aus niedrigsten Drehzahlen. Leise ist er obendrein, die Dämmung ­gegen Wind- und Abrollgeräusche sowie die Kapselung des Maschinenraums sind gelungen. Das sehr exakt schaltbare Getriebe wurde speziell für den neuen Diesel entwickelt. Uns ist es in den ersten beiden Gängen etwas zu lang, ab Stufe drei passt es, ein sechster Gang wird angesichts der Übersetzungsverhältnisse nicht unbedingt vermisst. An einem solchen Sechsganggetriebe wie auch an einer Automatik wird dennoch gerade emsig entwickelt. Leider entfällt die zuschaltbare 1:1,5er-Untersetzung beim Diesel.

Respektables Versprechen für den 4,73-Meter-Kombi: Angeblich nur ein Durchschnitts­verbrauch von 5,8 Liter Diesel, die flacheren Legacy sollen nochmals 0,2 Liter weniger ­nehmen. Gerade angesichts der trinkfreudigeren Benzinbrüder könnte der neue Kuscheldiesel für Subaru in Deutschland den Ausbruch aus dem bisherigen ­Nischendasein bringen.

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