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Toyota Land Cruiser V8 im Fahrbericht

Der neue Land Cruiser will die Welt erobern

9 Bilder

Ein Auto für die ganze Welt: Der Land Cruiser ist eine Legende, die sich ständig neu erfindet. Jetzt löst der Luxusliner V8 das seit zehn Jahren gebaute Modell 100 ab. Der Neue ist stärker, größer, sicherer

12.01.2008 Powered by

Wie erobert man am besten die Welt? Genau genommen ist dazu gar nicht viel notwendig: ein Land Cruiser , etwas Taschengeld und viel Zeit. Den Beweis liefern seit 1951 immer wieder zahlreiche Globetrotter. Es ist das Jahr, in dem Toyota den ersten Landcruiser präsentiert, die Modellbezeichnung noch aus einem Wort besteht. Erst 1967 kommen die großen, Station genannten Landkreuzer dazu. Sie bieten nicht nur erheblich mehr Platz für Passagiere und Gepäck, sondern verwöhnen die Insassen zudem mit jeder Menge Luxus. Ab 8. März 2008 wird der neue Big Boss bei den deutschen Händlern stehen. Ihn gibt es ausschließlich mit V8-Triebwerken. Die Welt lässt sich halt häufig nur im Sturm erobern – und dafür braucht es Kraft. Und so ist die üppige Motorisierung im wahrsten Sinn des Wortes Programm. Denn keine der im Vorfeld häufig genannten Modellbezeichnungen 140 und 200 kommt zum Zuge. Toyotas ­starkes Dickschiff heißt schlicht, aber einprägsam Land Cruiser V8 – sowohl der Diesel als auch der Benziner. Auf der Kanareninsel Fuerteventura nutzen wir die Gelegenheit zu einem längeren Ausritt. Über gut ausgebaute Straßen gelangen wir schließlich auf eine sandige Berg-und-Tal-Strecke, die an Mensch und Auto ähnlich hohe Ansprüche stellt wie die Sahara. Beste Voraussetzungen also, um zu testen, ob die Dicken für Expeditionen in die entlegensten Winkel der Erde genauso taugen wie für entspanntes Gleiten auf den Asphaltstraßen Europas. Mit bärigen 650 Newtonmetern überwindet das 286 PS starke Dieselmodell behände die steilen Sandhänge, stiebt lustvoll durch die staubigen Weiten, kraxelt über mächtige Felsbrocken und marschiert unbekümmert am matschigen Ufer des Atlantiks entlang.

Man merkt deutlich, dass der vollkommen neu entwickelte Common-Rail-Achtzylinder satte 82 PS mehr hat als das alte Aggregat. Besonders stolz ist Toyota darauf, dass es gleichzeitig gelungen ist, den Normverbrauch von 11,1 Liter Diesel beim bisherigen Sechszylinder auf 10,2 Liter beim V8 zu senken. Wer sich für den Benziner entscheidet, was hierzulande nur eine Minderheit tun dürfte, findet unter der wuchtigen Motorhaube den guten alten V8 aus dem Land Cruiser 100 wieder. Allerdings deutlich optimiert! Die neue stufenlos variable Ventilsteuerung bringt 50 PS mehr und ein leichtes Plus von elf Newtonmetern. Trotz Leistungssteigerung verspricht der Hersteller sogar einen um bis zu zwölf Prozent niedrigeren Verbrauch. So lautet die Devise zwar „Klotzen statt kleckern!“ – gemeint ist damit aber eben nicht nur die schiere Kraftentfaltung, sondern auch der Einsatz modernster Technologien. Dazu gehört das neue Torsen-Differential mit begrenztem Schlupf für die automatische Verteilung der Antriebskräfte von 30:70 bis zu 50:50 Prozent zwischen Vorder- und Hinterachse. Schließlich soll die Power dort ankommen, wo die Räder auch Traktion haben. Beim Fahrwerk setzt Toyota hinten wie gehabt auf die Mehrlenkerachse, vorn gibt es Schraubenfedern. Viel komfortabler kann man wohl kaum über Stock und Stein kraxeln. Sogar derbe Schläge gibt die robuste Aufhängung nur noch stark gedämpft an die Insassen weiter. Sowohl Benziner als auch Diesel haben eine elektronische Berganfahrkontrolle (HAC) an Bord. Nur für Land Cruiser mit Ottomotor gibt es serienmäßig die sogenannte Crawl Control: Der Fahrer kann über einen Schalter in der Mittelkonsole verschiedene Geschwindigkeiten einstellen. Egal, ob grobe Felsen, feiner Sand, rutschiges Gras oder lockerer Schotter – mit ein bis fünf Stundenkilometern bahnt sich der leer immerhin über 2,5 Tonnen schwere Riese beharrlich seinen Weg, ohne dass die Räder blockieren oder durchdrehen. Dank gleichzeitiger Eingriffe in Motorsteuerung und Bremsanlage meistern so auch weniger versierte Offroad-Fahrer anspruchsvolles Areal ohne größere Probleme. Wer sich allerdings für den Diesel entscheidet, bekommt ein Auto mit Crawl Control voraussichtlich erst in zwei Jahren. Derzeit verhindert wenigstens eine elektronische Bergabfahrkontrolle (DAC), dass man talwärts ins Trudeln kommt.

Dass die Japaner größten Wert auf Geländetauglichkeit legen, lässt sich auch am relativ kurzen Radstand von 2850 Millimetern ablesen. Für einen fast fünf Meter langen 4Wheeler wäre sonst der Rampenwinkel von bis zu 25 Grad undenkbar. Zum Vergleich: Ein um 30 Zentimeter kürzerer Mercedes G hat exakt den gleichen Abstand zwischen den Achsen und 23 Grad Rampenwinkel. Der vordere Böschungswinkel fällt mit bis zu 32 Grad ebenfalls recht ordentlich aus. Hinten sind dagegen die maximal 24 Grad nicht gerade das Maß der Dinge – da hat sogar ein Jeep Grand Cherokee mit 29 Grad deutlich mehr zu bieten. Der große Land Cruiser soll es nicht nur abseits der Zivilisation mächtig stauben lassen. Zu seinem Revier gehören auch Autobahnen, kurvige Bergstraßen und prächtige Boulevards. Aktive Niveauregulierung von 110 Millimetern an der Vorderachse und 100 Millimetern an der Hinterachse sowie ein aktives Dämpfungssystem – beides nur in der Executive-Ausstattung an Bord – verhindern Nick- und weitgehend Wankbewegungen der Karosserie. Auch bei rasanter Fahrt soll der Land Cruiser immer in der Spur bleiben. Nicht ganz so effizient funktioniert das mit der dynamischen Fahrwerkkontrolle in der Basisversion.

Doch egal, ob auf rauer Expeditionstour oder beim geruhsamen Rollen in den Urlaub – man reist komfortabel. Allein schon das Gefühl von großzügig bemessenem Raum garantiert Wohlbe­hagen. Weder in den bequemen Sesseln vorn noch auf der breiten Rücksitzbank muss irgendwer Rückenschmerzen befürchten, auch nicht bei stundenlangen Nonstop-Touren. Selbst die optionale dritte Sitzreihe taugt auf Kurztrips für die Beförderung ausgewachsener Zeitgenossen.
Wer öfter große Fracht transportiert, dürfte den großen Kofferraum mit der ebenen Ladefläche schätzen. Die horizontal geteilte Heckklappe hat aber nicht nur Vorteile. Denn um Taschen aus den Tiefen des Gepäckabteils zu fingern, sind bei geöffneter Luke fast Kletterkünste notwendig. Ab 69 900 Euro gibt es den Land Cruiser V8 in der Basisversion – aber nur als Diesel. Die Variante Executive bietet Toyota für Selbstzünder und Benziner an. Solch ein voll ausgestatteter ­Luxusliner mit Leder und DVD-Navigationssystem inklusive Sprachsteuerung schlägt dann jeweils mit 79 900 Euro zu Buche. Damit ist er kein Schnäppchen, kostet aber auch nicht die Welt.

Technische Daten
Toyota Land Cruiser 4.5 V8 D-4D
Grundpreis72.300 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe4950 x 1970 x 1910 mm
KofferraumvolumenVDA655 bis 2320 L
Hubraum / Motor4461 cm³ / 8-Zylinder
Leistung210 kW / 286 PS (650 Nm)
Höchstgeschwindigkeit210 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h8,2 s
Verbrauch10,2 L/100 km
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