Fahrbericht Toyota Urban Cruiser

Urban Cruiser - der kleine, sparsame SUV für die Stadt

Mit dem neuen Toyota Urban Cruiser konkurriert Toyota in der Kompaktklasse. Der kleine SUV tritt gegen Geländewagen vom Schlag des Daihatsu Terios, Fiat Sedici und Suzuki SX4 an, wahlweise mit Front- oder Allradantrieb.

Nach dem Toyota Land Cruiser sowie dem nur in Japan und den USA angebotenen Toyota FJ Cruiser kommt mit dem neuen SUV nun also eine dritte Cruiser-Variante ins Toyota-Programm. Im Gegensatz zu ihren großen Brüdern, die auch in schwerem Terrain eine gute Figur machen, handelt es sich beim Toyota Urban Cruiser - wie schon sein Name verrät - um einen smarten Geländegänger, der seine Stärken eher in stadtnahen Bereichen ausspielt.

Bullige SUV-Optik

Das kompakte Sports Utility Vehicle ist ein völlig neues Auto, das in der Länge 3,96 Meter misst und auf der Plattform des Toyota Yaris aufbaut. Formal ähnelt er dem nur in Japan angebotenen Ist und dem in den USA von der Toyota-Tochter Scion verkauften xB, die jedoch beide auf Geländewagen-Applikationen verzichten. Gerade diese aber sind wesentliche Stilmerkmale des Toyota Urban Cruisers: etwa seine auf bis zu 160 Millimeter erhöhte Bodenfreiheit, Unterfahrschutz an Bug und Heck, Seitenschweller sowie eine schwarze Kunststoff-Beplankung an Türen und Radläufen. Die kräftige Front und das martialische Heck mit sehr schmalem Rückfenster verleihen diesem Cruiser einen sehr bulligen Auftritt.
 
Im Innenraum geht es verbindlicher zu, ähnlich wie in braven Limousinen. Man sitzt leicht erhöht auf gut profilierten, straff gepolsterten Sitzen, deren Flächen etwas zu kurz sind und deren Lehnen sich nicht stufenlos verstellen lassen. Das Ambiente wird von dunklen Plastikflächen dominiert, alufarbene Blenden an Mittelkonsole und Türtafeln sorgen für optische Auflockerung. Tachometer und Drehzahlmesser mit gegenläufig rotierenden Zeigern teilen sich ein Rundinstrument, was dessen Ablesbarkeit nicht gerade erleichtert. Ansonsten gibt es nichts zu mäkeln: Die Bedienung ist logisch und übersichtlich, Cupholder und großzügige Ablagen gibt es reichlich.

Respektabler Laderaum

Je nach Antriebsvariante unterscheiden sich die Sitzkonzepte im ausreichend geräumigen Fond. Beim Fronttriebler lassen sich die im Verhältnis 40:60 geteilten Rücksitze längs verschieben und mit nur einem Handgriff nach vorne umklappen, wobei sich die Sitzflächen automatisch absenken. Die Rücksitze der Ausführung mit Allradantrieb sind ebenfalls geteilt, aber nicht verschiebbar. Um mehr Laderaum zu schaffen, müssen hier erst die Sitzflächen nach vorne hoch- und dann die Lehnen umgeklappt werden. Der so entstehende Laderaumboden weist in jedem Fall eine Stufe auf. Das Gepäckraumvolumen wächst stufenweise von 314 auf respektable 749 Liter (mit Allradantrieb: 305 bis 673).
 
Fest ans Antriebskonzept gekoppelt sind Ausstattungslinie und Motorisierung: Der Urban Cruiser Town hat stets Frontantrieb und den 1,3-Liter-Benziner mit 101 PS unter der bulligen Haube. Den 1,4 Liter großen Diesel mit 90 PS gibt es ausschließlich in der Variante Trek mit Allradantrieb. Je nach Fahrzustand variiert den Kraftfluss zur Vorderachse stufenlos zwischen 100 und 50 Prozent. Bei Bedarf kann man die gleichmäßige Kraftverteilung auf beide Achsen bis Tempo 40 per Tastendruck sperren. Die Kraftübertragung übernimmt jeweils ein manuelles, leichtgängig und präzise schaltbares Sechsganggetriebe.

Angemessener Kraftstoffverbrauch

Als angenehme Kombination beim ersten Kennenlernen entpuppte sich der Toyota Urban Cruiser mit Frontantrieb, dessen feiner ausgestattete Varianten die Zusatzbezeichnung Town tragen. Zum einen arbeitet der Benziner akustisch unaufdringlich, solange sehr hohe Drehzahlen gemieden werden, und zum anderen gefällt seine moderate Fahrwerksabstimmung mit ansprechendem Federungskomfort auch auf schlechten Fahrbahnen. Überschäumendes Temperament darf man aber nicht erwarten: Toyota nennt für die Beschleunigung aus dem Stand auf 100 km/h 12,5 Sekunden und ein Höchsttempo von 175. Mit 5,5 Liter pro 100 km liegt der Norm-Verbrauch in angemessenem Rahmen.
 
Die ebenfalls 175 km/h laufende Diesel-Version ist mit 4,9 Liter zwar noch eine Idee sparsamer und insgesamt etwas temperamentvoller (0 bis 100 km/h: 11,7 s), nervt aber auch mit weniger gepflegten Umgangsformen. Dafür sorgen der relativ rau und laut laufende Selbstzünder sowie das deutlich straffere Fahrwerk, das die Insassen ziemlich unverblümt über die Beschaffenheit der Straßen informiert. Am 25. April beginnt der Verkauf des Stadt-Cruisers, von dem Toyota etwa 2.500 Exemplare pro Jahr in Deutschland verkaufen möchte. Entsprechend ambitioniert lesen sich die angesetzten Preise: Der des Basismodells, das unter anderem mit sieben Airbags und ESP ausgestattet ist, beträgt 16.950 Euro, die Allrad-Variante Treck startet einschließlich Klimaanlage bei 22.950 Euro.

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Werner Schruf

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