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Fahrbericht VW Amarok Vario Top Wohnkabine

Der Teilzeit-Camper

VW Amarok Road Ranger VarioTop Camper Foto: Stephan Lindloff 28 Bilder

Mit der Vario Top Wohnkabine bietet Road Ranger die seltene Möglichkeit, aus dem VW Amarok Doppelkabiner ein Wohnmobil zu bauen. Wir waren mit dem Spaßmobil unterwegs.

05.12.2014 Torsten Seibt Powered by

Offroader sind ein reiselustiges Völkchen, von dem ein ganzer Industriezweig lebt: Umbauer, Ausrüster und Zubehöranbieter offerieren unzählige Möglichkeiten, einen Geländewagen oder Pickup zum fernreisetauglichen Wohnmobil umzurüsten. Nur die Besitzer von Doppelkabiner-Pickups in der bei uns gebräuchlichen Midsize-Größe schauen da – mit wenigen Ausnahmen – in die Röhre. Der Grund ist klar: mit durchschnittlich 1,5 Meter langen Ladeflächen lässt sich schwer ein Kingsize-Bett samt Kochnische und Sitzecke realisieren, außer die Kabinenbauer greifen ganz tief in die Trickkiste.

Vario Top Wohnkabine

Der Pickup-Spezialist Road Ranger geht das Thema jetzt von einer anderen Seite an. Mit dem Vario Top, das auf Basis des VW Amarok entstand, wird ein (fast) handelsübliches Hardtop zur Wohnstatt aufgemotzt. Der Trick dabei: die Heckklappe wird in das Gesamt-Layout einbezogen.

Um eine maximale Grundfläche zu erreichen, ist der VW Amarok unter seinesgleichen am besten aufgestellt – er bietet die breiteste Ladefläche im Wettbewerb. Road Ranger setzt hier nochmals einen drauf und verbreitert die Vario Top Wohnkabine über die Seitenlinie der Pritsche hinaus, schafft so mehr Bewegungsraum im Inneren. Das genügt, um zwei Sitzmöbel auf beiden Seiten der Kabine samt eines mittigen Tischs auf der Ladefläche unterzubringen. Ein weiterer Trick: die Seitenteile der Vario Top Wohnkabine lassen sich aufklappen. Zumindest bei schönem Wetter entsteht so ein direkt großzügiger und luftiger Wohnraum auf der Pritsche.

Zur extravaganten Form der Vario Top Wohnkabine trägt der über die Fahrerkabine verlängerte Alkoven bei, der als Stauraum dient. Hier kommen auch die Matratzen für das Camping-Bett unter, das sich abends aus den Sitzmöbeln zaubern lässt.

Im Amarok sind die maximal zwei Reisenden Längsschläfer: die zwei Klappstühle für den Freiluft-Aufenthalt werden bei Bedarf zu Fußstützen umfunktioniert, auf welche eine Liegeflächen-Verlängerung aufgelegt wird. Das funktioniert in der Praxis stabiler, als es sich anhört. So reicht die Liegefläche aus der eigentlichen Wohnkabine heraus auf die Laderaum-Klappe.

Bei warmen Sommernächten an einsamen Stellplätzen kann es das auch schon gewesen sein. Weil es aber auch im Urlaub einmal regnet oder die interessierten Blicke von Campingplatz-Nachbarn vielleicht etwas störend wirken, gibt es als Zubehör zur Vario Top Wohnkabine ein „Fußpackzelt“ getauftes Heckzelt. Das wird mit einem ausgetüftelten Zip-System um die nach oben geschwenkte Heckklappe geführt und reicht bis auf die Ladeklappe. Solcherart wind- und wettergeschützt kommt dann im Inneren der Vario Top Wohnkabine echte Kuschel-Atmosphäre auf. Gegen eventuelles Enge-Gefühl und für ausreichende Belüftung lässt sich ein kleines Aufstelldach nach oben heben und die Seitenfenster öffnen.

Ausgestattet wie ein Wohnmobil

Der Zugang zur Ladefläche gelingt mit der an der Heckklappe angelegten Leiter problemlos. Camping-Utensilien und eine Outdoorküche samt kleinem Spülbecken lassen sich mitels Schubfächern einfach herausziehen, diese Ausstattung der Vario Top Wohnkabine kostet jedoch Aufpreis.

Für den Aufbau des Heckzelts müssen sich Ungeübte ein wenig Zeit nehmen, auch nach längerer Praxis dauert das flatterfreie Befestigen der verschiedenen Planen-Teile an der Vario Top Wohnkabine seine Zeit. Auf einen Zeitvorteil gegenüber dem Aufbau eines herkömmlichen Zeltes sollte man hierbei nicht spekulieren. Im Gegensatz zu einem Bodenzelt ist die Vario Top Wohnkabine jedoch erheblich sauberer, man nächtigt mit genügend Abstand zu eventuellem Kriech-Getier und hat durch das Hardtop einen nahezu optimalen Wetterschutz. Und, nicht zu vernachlässigen: man behält Zugriff auf die Staufächer und alles Gepäck, ohne groß herumräumen zu müssen.

Durch die Platzierung aller wesentlichen Wohnbestandteile auf der Ladefläche wird der Schwerpunkt des Amarok kaum beeinflusst, was zu einer gegenüber dem Serienfahrzeug uneingeschränkten Geländetauglichkeit führt. Ein klarer Vorteil gegenüber schweren Aufbau-Kabinen, die den Aktionsradius merklich einschränken. Trotz der aerodynamischen Form der Vario Top Wohnkabine muss man jedoch einen gewissen Mehrverbrauch von 1-2 Litern bei schnellerer Fahrt einplanen.

Ein echter Vorteil gegenüber anderen Wohnkabinen-Lösungen ist der Preis. Bei diversen Anbietern muss eine mindestens fünfstellige Euro-Summe überwiesen werden, bevor aus einem Pickup ein mobiles Zimmer mit Aussicht wird. Durch die Modulbauweise und den verhältnismäßig günstigen Basispreis des Hardtops (3.671 Euro) bleibt Road-Ranger-Kunden dagegen sowohl finanzieller Spielraum als auch Gelegenheit, sich ausbautechnisch selbst zu verwirklichen. Wer das nicht möchte, bezahlt für das Fußpackzelt 1.199 Euro extra, für das Camping-Grundmodul mit allen Möbeln und der passenden Ausstattung weitere 6.999 Euro. Die extravagante Optik, die dem Amarok-Camper auf unserer Tour den Spitznamen „Ambulanz“ einbrachte, gibt es gratis dazu.

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