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Fiat 124 Spider 1.4 Turbo im Fahrbericht

Italiener-Turbo für den Japan-Roadster

Fiat 124 Spider 1.4 Turbo, Frontansicht Foto: Hans-Dioeter Seufert 17 Bilder

Für die italienischen Momente kann man im Fiat 124 Spider sorgen, etwa mit einer Fahrt um den Gardasee, wenn die Morgensonne gerade über die Berge kommt und der Fahrtwind das Wasser aus dem Verdeckstoff pustet.

20.09.2016 Heinrich Lingner 1 Kommentar

Sommer in Italien, und erwarten Sie jetzt bitte nicht, dass ich hier aus den Texten von „Azzurro“ oder „Un’estate italiana“ zitiere. Der zweite passte sogar besonders, weil er zu einem Fußballturnier geschrieben wurde. Jener spezielle italienische Sommer aus dem Lied liegt 26 Jahre zurück, Deutschland wurde Weltmeister, und ja, liebe Argentinier, es war ein berechtigter Elfmeter. Von den roten Karten für Monzón und Dezotti wollen wir hier gar nicht erst reden.

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Fahrbericht Fiat 124 Spider 1.4 Turbo
auto motor und sport 16/2016
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Fiat 124 Spider 1.4 Turbo, FrontansichtFoto: Hans-Dioeter Seufert
Der Fiat 124 Spider 1.4 Turbo überzeugt durch ordentlich Schub und knackige Schaltvorgänge.

Jetzt ist wieder Sommer mit Fußball, selbst hier im Osten des Gardasees, und der Fiat 124 Spider durfte sich über Nacht nass regnen lassen. Der Fotograf möchte dennoch zu Sonnenaufgang loslegen, und wie meistens hat er recht: Die Regenwolken sind in Richtung Adria weitergezogen, die Sonne tastet sich hinter den Bergen hervor und blinzelt bereits ab und zu zwischen den Bäumen durch.

Der Italo-Roadster leider wenig farbenfroh

Wir haben ein rotes Exemplar für die Ausfahrt gewählt, die Farbe heißt Rosso Passione und kostet 400 Euro extra. Ansonsten gibt es den Fiat aufpreisfrei in Gelato-Weiß und aufpreispflichtig in diversen eher unbunt gedeckten Metallic-Tönen.

Passionsrot scheint also die einzige richtig bunte Farbe zu sein. Seltsam, ich hätte ja den Spider möglichst farbenfroh angeboten, ein Rosso Corsa hätte ich der Farbpalette noch verpasst, ein leuchtendes Arancio, vielleicht ein pastelliges Verde Pino und ein limoniges Giallo. Aber mich fragt ja keiner. Woran man halt so denkt, wenn man im Spider bei noch geschlossenem Verdeck runter zum See gondelt. Diese Chance haben sie also nicht genutzt, um dem in Hiroshima gebauten Fiat etwas mehr Fascino Italiano einzuhauchen.

Deutlich mehr italienisches Flair sollte also aus dem Antrieb kommen. Schließlich werden die Motoren in Italien gefertigt, dann nach Japan zu Mazda transportiert, dort in die Autos eingebaut und die kompletten Spider dann in alle Welt verschifft.

Zwei Versionen für den Fiat 124 Spider

Zwei Varianten gibt es, den 1.4 Multiair mit 140 oder 170 PS. Die starke Version heißt Abarth, unser Auto hat den milderen Turbo. Das muss kein Nachteil sein. Die Fahrleistungen laut Werksangaben sind okay, 215 km/h Spitze und 0 auf 100 in 7,5 Sekunden, mehr nicht. Doch darauf kommt es ja bei so einem Auto gar nicht an. Entscheidender ist, wie es sich beim Fahren anfühlt.

Nun müssen alle italophilen Fiat-Fans ein wenig stark sein, denn dieser Fiat fährt sich nun mal wie ein MX-5. So weit, so gut. Lenkung, Komfort, Bedienung, Fahrwerk, das alles scheint ziemlich mazdaesk, wäre ja auch ein Wunder, wenn nicht.

Herrlich einfaches Verdeck

Zu den sehr schönen Seiten des Mazda-Roadsters, die der Fiat übernommen hat, gehört die einfache, doch nicht primitive Handhabung des Stoffverdecks. Die Österreicher nennen so was ja Fetzendach, eines der Wörter, um die ich sie beneide. Hier passt es wirklich, das Dach ist mit einfachem Stoff bezogen, keine Spur der Leichtbau-Hightech- Konstruktionen deutscher Roadster-Dächer, bei denen der Fetzenanteil gegen null geht. Dieses Dach lässt sich jedenfalls mit lässigem Handgriff aus dem Schultergelenk nach hinten werfen, es fällt dann von selbst in die dafür vorgesehene Mulde.

Fiat 124 Spider 1.4 Turbo, MotorFoto: Hans-Dioeter Seufert
Unter der Haube des Fiats schlummert der 1.4 Multiair, welcher mit 140 oder 170 PS erhältlich ist.

Das geht so schnell, dafür reicht auch ein kurzer Stopp am Zebrastreifen, wenn, so wie jetzt, eine kleine Rentner-Reisegruppe die SR 249 zwischen Torri del Benaco und dem See überquert. Der Fahrtwind hat den Regen aus dem Verdeckmaterial geföhnt und die Sonne die letzten Wölkchen im Osten weggedampft.

Mit dem Fiat 124 Spider über Italiens Bergstraßen

Nun wird es wirklich warm, das Wasser des Sees schimmert blau und kühl, so als sei es noch gar nicht so furchtbar lange her, dass sich der See zum Ende der Würm-Eiszeit mit Gletscherwasser füllte. Später hieß er Lacus Benacus, bis schließlich im Mittelalter der langobardische Name Garda gebräuchlich wurde.

Es gäbe noch viele Geschichten zu erzählen, von der Schlacht von Solferino etwa oder Reiff am Gartsee, heute besser bekannt als Riva del Garda. Der Fiat stromert derweil über die Uferstraße nach Norden Richtung Malcesine. Der Monte Baldo schiebt sich von links ins Bild, auf der anderen Seite des Sees sind die Häuser von Campione und Pieve zu sehen.

Nun wird es Zeit für einen Cappuccino und einen kleinen Imbiss, zwischen Straße und See bietet ein Kiosk beides. Wir parken im Schatten, der Kaffee ist so gut wie überall in Italien, und billig obendrein.

Fiat 124 Spider 1.4 Turbo, SeitenansichtFoto: Hans-Dioeter Seufert
Zu den sehr schönen Seiten des Mazda-Roadsters, die der Fiat übernommen hat, gehört die einfache, doch nicht primitive Handhabung des Stoffverdecks.

Von hier aus biegen wir in die Berge ab, viele kleine Straßen führen vom See aus ins Trentino, vorbei am Monte Baldo. Einsam ist es, die meisten Wege nur auf guten Karten verzeichnet und offenbar auch in einigen deutschen Motorrad-Navi-Routen, denn ab und zu zischen Sportbikes mit deutschen Kennzeichen vorbei.

Kultivierter, kräftiger Turbo

Nicht dass er langsam wäre, der italo-japanische Roadster. Im Gegenteil, der Multiair-Turbo schiebt sehr ordentlich an, viel kraftvoller, elastischer und kultivierter als die Saugmotoren im MX-5, das kann der Fiat 124 Spider fraglos besser.

Das Getriebe wiederum stammt von Mazda, für längs eingebaute Motoren und Kardanwellen zur Hinterachse hat Fiat nichts Passendes im Regal. Knackig, exakt und mit kurzen Wegen lässt sich die Box schalten, genau wie im MX-5, das geht kaum besser. Zudem scheint die Hinterachse nicht ganz so derbe auszuschlagen wie im Mazda, groß ist der Unterschied freilich nicht.

Oben in den Bergen ist es kühler, leichte Dunstschleier ziehen übers Wasser, im Westen ist der Monte Tremalzo zu sehen. Jetzt sind es nur noch wenige Kilometer bis nach Caprino Veronese. Nicht weiter schlimm also, dass neue Gewitterwolken über den See heranziehen. Das Dach ist ebenso schnell zu- wie aufgeklappt. Regen gibt es schließlich in jedem richtigen italienischen Sommer.

Technische Daten
Fiat 124 Spider 1.4 Turbo
Grundpreis24.990 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe4055 x 1740 x 1233 mm
KofferraumvolumenVDA140 L
Hubraum / Motor1368 cm³ / 4-Zylinder
Leistung103 kW / 140 PS (240 Nm)
Höchstgeschwindigkeit217 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h7,5 s
Verbrauch6,4 L/100 km
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    Neuester Kommentar

    zum Fahrwerk: mazdaesk zum glück nicht fiatianisch.

    Fiat ist kein Alfa (Fiat hat mit seine popeligen Fahrwerken Alfa sehr geschadet) und schon gar kein Ferrari.

    Der Mazda rennt vorbildlich also zum glück mazdaesk

    PorscheTarga 20. September 2016, 16:55 Uhr
    Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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