Fiat500.com – oder: Der Transfer eines analogen Images in das Zeitalter der Web-Freaks. Bunt und laut trommeln sie via Internet für den neuen Cinquecento. Jenen stramm in Retro gewandeten Nachfolger des Nuova 500 von 1957. Müssten sie aber gar nicht – auf die Straße stellen und warten genügt. Passanten kommen von selbst. Schlendern heran und kriegen sofort gute Laune. Sie streicheln, tatschen, umringen ihn, greifen hinein. Der Italiener nimmt wie selbstverständlich Besitz vom 500. Ohne Scheu. Ein Fiat als Allgemeingut.
Dabei fällt der 3,55 Meter lange Neue erwachsener aus als der fast schmerzhaft blechern-rohe Zweizylinder-Opa. Ambitionierter als seine direkten Vorgänger Cinquecento und Seicento sowieso. Propagierte der Erste noch Pragmatismus im Handkantenschlag-Design, verrundete der Zweite den spartanischen Habitus mit der Freude am Kunststoff-Spritzguss.
Heraus kam jeweils eine ziemlich fade Nummer – bis auf die Sporting-Ableger, die mit jeweils 55 PS Bambule machten. Nun also wieder 500. Modern, aber mit schwer historischem Akzent. Zu einem Zeitpunkt, zu dem für viele Auguren der Abfahrts-Pfiff des Retro-Zuges mitsamt VW Beetle, Chrysler PT Cruiser und Co. schon verklungen war.
Doch der kulleräugige Fiat will nicht die rote Laterne tragen, sondern der Konkurrenz mal wieder so richtig heimleuchten – und ab dem 6. Oktober ein Stück Italien auch über die Alpen zu den deutschen Händlern bringen. Magerte Dante Giacosa, der Schöpfer des Ur-500, Blechflächen und Ausstattung auf ein Mindestmaß ab und verzichtete sogar auf Außenspiegel, um Gewicht und Kosten einzusparen, gibt sich der Neue gefälliger.
UMTS statt Wählscheibe, schließlich können auch moderne Handys wie ein historischer Bakelit-Klotz klingeln und trotzdem EMails versenden.
549.936 Möglichkeiten einen Fiat 500 zusammenzustellen ergeben sich der Kombination von zwölf Karrosseriefarben, vier Ausstattungsvarianten (Naked (noch nicht im Angebot), Pop, Sport und Lounge), drei verschiedenen Polsterstoffbezügen aus Gewebe und Leder, neun Felgentypen und 100 eigens für das Modell entwickelte Zubehörteile. auto-motor-und-sport.de bietet ein Übersicht über die angebotenen Ausstattungsvarianten, Farben und das Zubehör.
Die weiteren Themen von auto motor und sport, Heft 15/07, das ab 3.7. im Handel ist:
- Die deutschen Cabrio-Stars
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