Fiat 500 Abarth: Fiat präsentiert die zweite Abarth-Version

Viel Leistung und noch mehr Mythos: Nach dem Grande Punto präsentiert Fiat mit dem kleinen Fiat 500 schon die zweite Abarth-Version. In unserem ausführichen Fahrbericht erfahren Sie wie sich der Mini-Sportler auf der Straße schlägt.

Der Veranstaltungsort ist mit Bedacht gewählt: Auf der traditionsreichen Alfa Romeo-Teststrecke Balocco bei Mailand drehten schon Rennwagen-Ikonen wie der Tipo 33 ihre ersten Runden. Ein idealer Ort also, um die Sport-Variante des neuen Fiat 500  mit dem geschichtsträchtigen Zusatz Abarth zu präsentieren.

Schon in den sechziger Jahren, als tunen noch frisieren hieß, machte Schrauber und Autofan Carlo Abarth der lahmen Knutschkugel tüchtig Dampf. Die Marke mit dem Skorpion gehört inzwischen längst zum Fiat-Konzern und soll nach ihrem Dornröschenschlaf an einstige Erfolge anknüpfen.

Der Kleine macht auf großen Sportler

Ausgesuchte Händler baut Fiat daher zu Abarth-Stützpunkten aus, die je nach Größe und Kompetenz die gestählten Fiat 500 verkaufen oder nur betreuen dürfen. Mit zur Image-Politur gehört ein Markenpokal, der 2009 im Rahmen der Ferrari-Challenge ausgetragen wird.

Doch schon die Straßenversion bietet genug Unterhaltung: Mit ihrer mächtigen Frontschürze, doppelflutiger Auspuffanlage, rot lackierten Bremssätteln und dem ausladenden Dachspoiler bringt sie ihre Betrachter zum Lächeln: Einfach süß, wie ernsthaft der Kleine auf großen Sportler macht. Und da die meisten ihrer Besitzer nie eine echte Zielflagge sehen werden, druckt Abarth ihr Abbild gleich mit aufs Dach.

Fahrdaten lassen sich am PC auswerten

Putzig statt protzig auch der Innenraum, der sich mit speziellen Sitzen, Alu-Pedalen, roten Ziernähten sowie Zusatzinstrumenten um sportliche Anerkennung bemüht. Mit einer neuen Variante der Blue&Me-Navigation lassen sich zudem für viele europäische Rennstrecken Rundenzeiten, aktuelle Position oder Geschwindigkeit messen und am heimischen PC auswerten.

Auch ohne das Messsystem kamen in Balocco keine Zweifel an den Werksangaben auf. Untermalt von einem frechen Röhren legt sich der 1,4-Liter-Turbo schon bei mittleren Drehzahlen mächtig ins Zeug und dreht leichtfüßig hoch. Die Traktionskontrolle TTC (Torque Transfer Control) erhöht zudem den Grip aus engen Kurven heraus, da sie durchdrehende Räder lediglich abbremst, ohne wie andere Systeme die Motorleistung zurückzufahren.

Der Einstiegspreis liegt bei 18.100 Euro

Hobbypiloten registrieren zudem beruhigt, dass der Abarth recht präzise einlenkt, lange neutral bleibt und sich nichts aus Lastwechseln macht. Und obwohl der 500 auf groben Bodenwellen fast ins Hüpfen gerät, bleibt er mit seinem auf Sicherheit getrimmten ESP auch ohne Rennlizenz leicht beherrschbar. Da lässt sich das synthetische Lenkgefühl ebenso verschmerzen wie die unsportlich hoch eingebauten Sitze mit zu wenig Seitenführung.

Vom 500 Abarth will Fiat in diesem Jahr noch 450 Stück in Deutschland verkaufen - angesichts von 18.100 Euro Startpreis inklusive Klimaanlage und MP3-Radio keine allzu kühn klingende Prognose. Schließlich geben 500-Fans schon jetzt im Schnitt 16.000 Euro für ihren Kleinwagen aus.

Wem die 135 PS nicht reichen, der kann etwas später beim Stützpunkt- Händler einen Leistungs-Kit ordern, der auf 160 PS taxiert wird. Dann schließt sich der Kreis, Abarth wird wieder zum Tuner. Nur dass heute nicht mehr einige fremde Marken, sondern die einer einzigen frisiert werden.

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Dirk Gulde

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Fiat 500 Abarth - Lust oder Frust?
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