Fiat Freemont 2.0 Multijet Urban im Fahrbericht

Alter Dodge mit neuem Diesel

Fiat Freemont 2.0 Multijet Urban

Wie fühlt sich ein Auto, das vor kurzem noch anders hieß? Das erzählt uns der Fiat Freemont, der gestern noch mit Dodge Journey angesprochen wurde, im Fahrbericht.

Guten Tag, ich heiße Dodge Journ ... ähm, nein, Fiat Freemont - bitte entschuldigen Sie, ich muss mich noch an meinen neuen Namen gewöhnen. Gar nicht so einfach, wenn man als Widder mit dicken Hörnern geboren wird und plötzlich die vier schwarzen Buchstaben F-I-A-T ins Fell gebrannt bekommt.

Sie kennen ja sicher den Grund: Die Italiener haben sich während der letzten Autokrise bei Chrysler eingekauft, bringen nun einige Kleinwagen über den Teich und bieten Modelle wie mich in Europa als Fiat an. Kein Wunder, dass mich alle anstarren und fragen: "Was hat sich denn sonst noch beim Fiat Freemont geändert?" Gar nicht so viel, sag ich Ihnen im Vertrauen. Bis auf die roten Embleme, den Motor und die leichte Renovierung meines Innenraums stolpern die meisten über meinen geänderten Startpreis.

Fiat Freemont ab 25.990 Euro

Bei meiner Deutschlandpremiere 2008 stand ich für unter 24.000 Euro beim Händler. Mit Fiat-Wappen und etwas besserer Ausstattung starte ich nun bei 25.990 Euro. Zu viel? Nicht für einen Fiat Freemont mit sieben Sitzen. Meine Gegner VW Touran und Opel Zafira gibt‘s mit gleichstarkem Antrieb und Full-House-Bestuhlung erst ab rund 30.000 Euro. Ich weiß nicht, ob Sie‘s wissen, aber diese Bande tuschelt auf Parkplätzen immer über meine schlechte Verarbeitung. Ich lächle meist zurück, wenn Kinderlein in den anderen Pampersbombern ihren Brei auf den hochwertigen Innenraum gespuckt haben. Bei mir genügt ein feuchter Lappen, und die glatten Kunststoffe sehen wieder aus wie neu.

Sie merken schon, mir ist der Familienfrieden sehr wichtig. Deswegen bieten die Sitze meiner ersten Reihe auch viel Seitenhalt, gibt‘s im Fond zwei integrierte Kindersitz-Erhöhungen. Über den mageren Fußraum vor den Nothockern im Heck habe ich mich dagegen immer beschwert, aber auf mich hat ja nie jemand gehört ...

Fiat Freemont mit 140- oder 170-PS-Diesel

Der Fiat Freemont solle glücklich sein, hieß es vor kurzem, dass man ihm nicht mehr die Ex-VW-TDI-Triebwerke unter die Haube steckt, sondern feine Multijet-Dieselmode aus Italien. Soll ich Ihnen was sagen: Ich bin‘s. Der Zweiliter brummt zwar etwas, zieht aber vor allem in der 170-PS-Version (wahlweise auch mit 140 PS) so kräftig, dass bei Regen am Berg schon mal die Vorderräder durchdrehen. Obwohl ich meine Diät abgebrochen habe und – das müssen Sie aber für sich behalten – immer noch bei 1.818 Kilogramm Leergewicht liege, verbraucht der Zweiliter-Diesel um die 8,3 L/100 km.

Meine größte Stärke ist, trotz der Namensänderung zu Fiat Freemont, geblieben: eine reichhaltige Basisausstattung mit Drei-Zonen-Klimaanlage, schlüssellosem Ent- und Verriegelungssystem, Tempomat und 17-Zoll-Alurädern. Mist, bei all dem Geplapper hab ich schon wieder vergessen, wie ich jetzt heiße. Ah, Fiat Freemont.

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Dani Heyne

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