Keine Lücke ist zu klein, als dass nicht noch ein 4,11 Meter langer Crossover hineinpassen würde. Hat sich jedenfalls Fiat gedacht und den Sedici dort eingeparkt. Sedici. In den glorreichen Neunzigern Kennzeichen der 16-ventiligen Varianten des Lancia Delta Integrale – jener kantigen Rallye-Ikone mit Pluster- Backen, krasser Uhrensammlung und Alcantara-Recaros, in denen wilde Treiber schonungslos durchs Gehölz brannten.
Der von den Fiat-Strategen als milder Allrad-Crossover positionierte Sedici dürfte da wohl eher mit Papi am Steuer zur nächsten Schonung juckeln, um Brennholz zu holen. Zuschaltbarer Allradantrieb, große Heckklappe, umklappbare Rückbank und der glattflächige Laderaum wappnen ihn für praktische Aufgaben.
So stecken unter der Motorhaube des von Suzuki entwickelten und karosseriemäßig von Giugiaro bearbeiteten Fiat brave Zieher statt wilder Reißer: entweder ein 1,6 Liter großer Benziner von Suzuki (107 PS) oder der 120 PS starke 1,9-Liter-Multijet-Diesel mit serienmäßigem Partikelfilter von Fiat. Der Benziner entwickelt verhaltenes Temperament, wuselt sich unauffällig durchs Drehzahlband und macht im oberen Drehzahlbereich mit Vibrationen und vierzylindertypischem Krähen auf sich aufmerksam.
Hier dürfte sich der drehmomentstärkere Diesel mit Sechsganggetriebe besser aus der Affäre ziehen. Nicht umsonst erwartet Fiat von ihm 80 Prozent Verkaufsanteil. Immerhin, zum unangestrengten Mitschwimmen reicht auch der Benziner, zumal sein Fünfganggetriebe passend gestuft ist und hinreichend exakt rastet. Zur Markteinführung erhält der hinten mit Trommeln bremsende Sedici überdies serienmäßig ein elektronisches Stabilitätsprogramm.




