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Fiat-Studie Ecobasic

Hinter der knuffigen Studie Ecobasic verbirgt sich der nächste Kleinwagen von Fiat. Ab 2003 soll er Panda und Seicento ablösen.

31.01.2001

Was geradewegs aus einem Cartoon entsprungen zu sein scheint, wird schon Anfang 2003 in nur leicht abgewandelter Form zur neuen Messlatte im europäischen Kleinwagenbau: Dann wird Fiat mit dem intern als "New Small" oder "Tipo 169" bekannten Mobil den dann 23 Jahre alten Panda und mit kurzem Abstand auch den Seicento ablösen.

Verbrauch: 2,6 Liter Diesel pro 100 Kilometer

Zuletzt habe er an einem Michelin-Wettbewerb für sparsame Automobile in Clermont-Ferrand teilgenommen und 800 Kilometer bis Paris auf eigener Achse und mit einem Verbrauch von 2,6 Liter/100 Kilometer zurückgelegt, sagt Projektleiter Luca Stolcis stolz. Der Dieselmotor ist in der Tat der erste große Trumpf des Ecobasic. Der Vierventil-Vierzylinder mit Turboaufladung und zwei obenliegenden Nockenwellen basiert auf dem FIRE-Benziner. Das eigentlich Neue am 1,2-Liter ist das Multijet-Einspritzverfahren. Im Gegensatz zu den nur zwei Einspritzungen des Unijet-Systems arbeitet dieses Common-Rail-System mit einer Unterteilung der Haupteinspritzung in bis zu vier kleinere Injektionen. Folge: Selbst mit schwefelhaltigem Sprit und ohne Partikelfilter schafft der Diesel die Euro 4-Norm.

Ein Motor auch für Opel Corsa und Astra

Im Turiner Stadtverkehr für den Fahrer unmittelbar erlebbar ist die füllige Kraftentfaltung bereits aus niedrigen Drehzahlen: Ab 1500 Umdrehungen spürt er deutlichen Vortrieb, bis 4500 beschleunigt der Selbstzünder den 750 Kilo leichten Floh ruckfrei hoch. 100 km/h sind aus dem Stand in spätestens 13 Sekunden erreicht. Bei all diesem Tun verleugnet der Multijet sein Arbeitsprinzip nicht, doch dürfte sich dieses Manko bis zum Serienstart noch abstellen lassen. Der soll schon 2002 im Punto erfolgen; und auch in Opel-Modellen (Corsa / Astra) wird der in Stückzahlen von 2000 Einheiten täglich produzierte Diesel bald auftauchen.

Streng funktional ausgerichtete Atmosphäre

Innen zeigt sich eine unverkleidete Fläche, die lediglich von einem kreisrunden Ausschnitt für die Fensterkurbel und den Türinnengriff aufgelockert wird. Auch sonst dominiert eine reduzierte und streng funktional ausgerichtete Atmosphäre, die vor allem einer Prämisse untergeordnet war: Alles was leichter ist, ist auch billiger.

Statt die Struktur des Rahmens zu kaschieren, bezog der deutsche Interieur-Designchef Peter Jansen sie vielmehr geschickt in den von freiliegenden Kunststoffen und Blechen dominierten Innenraum ein. Besonders stolz ist Jansen, der auch schon beim Multipla seine Spuren hinterließ, auf die zusammen mit Lear entwickelten Sitze. Sie bestehen aus einem Rohrgestell mit elastischen Netzen, die die Federung übernehmen sollen. Für die Seitenführung des Körpers sorgen aufsetzbare Seitenpolster.

Mittelkonsole: Wie eine Küchenmaschine gestylt

Im Gegensatz zu den federleichten Vordersitzen, die zusammen mit der Handbremse ein Fertigungs-Modul bilden, wirkt die wie eine Küchenmaschine gestylte Mittelkonsole geradezu massig. Sie verbirgt diverse Fächer und Becherhalter und trägt an ihrer Vorderseite einen multifunktionalen Kugelgriff, der es gut und gerne mit dem Drehregler einer Dusche aufnehmen könnte. Im Ecobasic lassen sich über ihn alle Heizungs- und Lüftungsfunktionen regeln. Defrosterdüsen für die Frontscheibe finden sich dagegen nirgends – daher muss Fiat sie auch elektrisch beheizen.

Die Instrumente sind auf einen einzigen, drehbar gelagerten Tachometer reduziert. Das Rundinstrument ist mit einer Kunststoff-Folie beschichtet, die aufleuchtet, wenn sie unter elektrischer Spannung steht. Glühlampen und Leuchtdioden erübrigen sich.

Preis: Rund 6000 Euro

Wie mot aus gewöhnlich gut unterrichteten Turiner Kreisen erfuhr, stehen die Chancen gut, dass Fiat den Esprit der Studie zu einem Großteil in die Serie übertragen kann. Kein Hersteller der Welt kann es sich heute allerdings leisten, selbst sein Basismodell ohne die Optionen Klimaanlage, Navigationssystem und mindestens vier Airbags anzubieten. Der einmal ins Auge gefasste Preis für den "New Small" von 5000 Euro wird daher für Fiat kaum zu halten sein. "Doch werden es am Ende sicher kaum mehr als 6000", ist sich Jansen sicher. Was dennoch reichen würde, eine Basisrevolution mit Langzeitwirkung zu entfachen.

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