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Fisker Karma im Fahrbericht

Luxus-Sportler mit Elektroantrieb

Fisker Karma Foto: Fisker 21 Bilder

Mit dem Fisker Karma macht sich die erste rein elektrisch betriebene Luxus-Limousine mit Sportcharakter auf den Weg. Der integrierte Benzinmotor dient als Reichweiten-Verlängerer. Wir baten den Stromer zur ersten Testfahrt.

16.05.2011 Jochen Übler

Unter der Sonne Kaliforniens gereift, steht der erste Seriell-Hybrid im Premium-Segment ab Mai in voller Blüte. Nach nur 37-monatiger Entwicklungszeit surrt der Fisker Karma offiziell zu den Händlern. Sechs Auserwählte werden es auch in Deutschland sein, die den überaus sexy gezeichneten Viertürer zu Preisen ab 101.800 Euro erstehen. Damit geht die flache Sportlimousine auch beim Preis auf Tuchfühlung mit dem etablierten automobilen Hochadel.

Porsche Panamera und BMW 7er als Vorbild

"Benchmark bei der Entwicklung waren für uns Porsche Panamera oder auch BMW 7er", skizziert Firmenchef und Designer Henrik Fisker stolz die Ausrichtung des Viertürers. Ein hehres Ziel, das der Fisker Karma beim Platzangebot nur leicht verfehlt. Sein handwerklich gut gemachter Innenraum ist etwas enger, sportlicher, aber keineswegs zu knapp geschnitten. Zudem ist er gut ausstaffiert, und bei aller Annehmlichkeit beruhigt er auch noch das ökologische Gewissen. Die Hölzer für die Cockpit-Intarsien wurden aus dem Lake Michigan gefischt, die gut konturierten Sitze mit Biofasern auf Sojabasis ausgeschäumt.

Das leicht ablesbare Zentraldisplay des Fisker Karma bleibt dem High Tech treu, wartet mit einer plausiblen Menüstruktur auf. Per Touchscreen surft es sich vom Radio über Klimaanlage und Navigationssystem bis hin zur Schema-Darstellung des Kraftflusses.

Fisker Karma mit bis zu 1.330 Nm

Der Ursprung dafür steckt im 275 Kilogramm schweren Lithium-Ionen-Akku, der sich im Fisker Karma unter dem langen, hüfthohen Mitteltunnel verbirgt. 20 kWh stehen parat, die die beiden je 150 kW starken Elektromotoren speisen und die, via mechanisches Sperrdifferenzial vereint, ein maximales Drehmoment von 1.330 Newtonmetern auf die Hinterräder stemmen. Den Asphalt reißt der Karma deswegen nicht auf.

Trotz Aluminium-Struktur ist er mit seinen angegebenen 2.200 Kilogramm kein Leichtgewicht. Aber sportlich talentiert, was die 5,9 Sekunden für den Spurt auf 100 km/h und 201 km/h Spitze verdeutlichen. Wohlgemerkt im Stealth-Mode, in dem der Fisker Karma rein elektrisch dahinsurrt, nur durch das leise Brummeln aus vier Außenlautsprechern begleitet, das den Karma für Fußgänger akustisch enttarnt. Schließlich kann es schon mal sein, dass der Hecktriebler äußerst flott ums Eck kommt. Das technische Rüstzeug dafür hat er.

260 PS-Vierzylinder als Range Extender im Fisker Karma

Seine ausgewogene Gewichtsbalance, der tiefe Schwerpunkt und die direkte, mitteilungsfreudige Lenkung verhelfen dem Fisker Karma tatsächlich zu einer überzeugenden Agilität mit viel Fahrspaßpotenzial. Dabei erkauft sich der Hecktriebler die Fahrdynamik keineswegs durch ein knochentrockenes Fahrwerk. Trotz der riesigen Räder (22 Zoll) überzeugt er mit gutem Komfort. Den praktischen Nutzwert lässt der Stromer auch nicht außer Acht. Sein überschaubarer Kofferraum schleppt zumindest die beiden obligatorischen Golfbags mit zum Ziel.
 
Aber was, wenn die 18 Loch außerhalb der E-Reichweite von 80 Kilometern liegen? Dann bringt sich, wie im per Lenkradpaddel anwählbaren Sportmodus, der 260 PS starke Vierzylinder-Turbomotor des Fisker Karma ins Spiel. Mit der Ruhe ist es nun vorbei, da der GM-Motor etwas grobschlächtig aufheult. Aber als Range Extender erfüllt er seinen Zweck, streckt die Reichweite um weitere 403 Kilometer, indem er via Generator (175 kW) den E-Motoren Saft und Kraft verleiht. Was in der Kombination bedeutet, dass sich der Fisker Karma, zumindest was die Norm-Messung betrifft, mit 2,4 Liter auf 100 Kilometer respektive 83 Gramm CO2/km begnügen soll.

Der Fisker Karma bietet ökologisch und sportlich also durchaus vergnügliche Frühlingsgefühle, die bei Valmet in Finnland produziert werden. Und deren Garantiezeit sogar vier Jahre oder 100.000 Kilometer lang blüht.  

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