Ford Fiesta Econetic: Unter vier Liter

Ford Fiesta Econetic

Nach Focus und Mondeo bietet Ford jetzt auch den Fiesta als besonders sparsamen Econetic an. Mit einem Normverbrauch von 3,7 Liter Diesel zählt der 90 PS starke Kleinwagen zu den genügsamsten Autos auf dem deutschen Markt. Fahrbericht.

Es ist die Drei vor dem Komma, die aufhorchen lässt. Mit weniger als vier Liter Kraftstoff 100 Kilometer zurücklegen - das gelingt außer dem zweisitzigen Diesel-Smart bislang nur ganz wenigen Serienmodellen. VW war zwar bereits vor zehn Jahren mit dem Drei-Liter-Lupo (1999 bis 2005) soweit, ebenso Audi mit dem Aluminium-A2 1.2 TDI. Doch beide sind an ihrem hohen technischen Aufwand und den damit verbundenen Preisen gescheitert, die Absatzzahlen blieben weit unter den Erwartungen.

Drei Kleinwagen unter vier Liter
 
Auch ausgesprochen ökologisch ambitionierte Autofahrer sind offenbar nicht bereit, für geringsten Verbrauch viel Geld zu bezahlen. Heute ist der Kreis an Unter-Vier-Liter-Autos kaum größer geworden. Neben dem neuen Fiesta Econetic umfasst den Knauser-Club der Viersitzer nur noch den VW Polo Blue Motion (3,8 L/100 km) und den Seat Ibiza Ecomotive (3,7 L/100 km). Ob Econetic, Blue Motion oder Ecomotive - die Spar-Rezepte weichen kaum voneinander ab. Teure Teile aus exotischen Materialien sind aus Preisgründen tabu. Ausgangsbasis ist in allen Fällen ein sehr effizienter Dieselmotor: Der Fiesta Econetic etwa basiert auf dem 1,6-Liter mit 90 PS, der ohne das Spar-Paket im Normzyklus auch nur 4,2 Liter verbraucht.
 
Feinarbeit spart 0,5 Liter
 
Die Econetic-Maßnahmen beschränken sich auf Feinarbeit an Karosserie und Antrieb. Äußerlich unterscheidet sich der Öko-Fiesta vor allem durch die speziellen Radabdeckungen auf den mit Leichtlaufreifen der Dimension 175/65 bestückten 14-Zoll-Rädern - der in der Ausstattung vergleichbare Fiesta Trend steht hingegen auf größeren 195/50 R 15-Reifen. Kenner registrieren zudem die aus aerodynamischen Gründen etwas geschlossenere Frontschürze und die per Sportfahrwerk um zehn Millimeter tiefer gelegte Karosserie.

Keine Start-Stopp-Automatik
 
Antriebsseitig kommt eine längere, drehzahlsenkende Achsübersetzung  (3,055 statt 3,37:1) zum Einsatz. Auf ein Sechsganggetriebe muss der Fiesta Econetic verzichten, auch eine Start-Stopp-Automatik fehlt. Die für den Verbrennungsablauf verantwortlichen Parameter wurden in der Motorsteuerung in Richtung Verbrauchseffizienz optimiert. So fällt das maximale Drehmoment im Econetic gegenüber dem 1.6 TDCi etwas früher an (1.750 statt 2.000/min). Winzige Unterschiede offenbart der Blick in die technischen Daten auch bei den Fahrleistungen, doch subjektiv ist der Einfluss auf das Temperament kaum wahrnehmbar. Der drehmomentstarke 90 PS-Diesel zieht auch im Econetic trotz längerer Übersetzung in jeder Gangstufe kraftvoll durch, selbst im Stadtverkehr lassen sich viele Situationen im fünften Gang meistern. Bei Passagen über Land bewegt sich der Fiesta auch mit Leichtlaufreifen agil um jede Biegung, ohne nennenswert über die Vorderräder zu schieben. Auch beim Federungskomfort bleibt der ausgewogene Charakter des Fiesta erhalten, Einbußen durch das Sportfahrwerk sind kaum spürbar.

Verbrauchsanzeige kostet extra
 
Im ansonsten unveränderten Cockpit unterstützt eine Hochschaltanzeige den Pilot beim verbrauchsgünstigen Fahren. Allerdings leuchtet der grüne Pfeil häufig später auf als der Fahrer von sich aus den höheren Gang wählen würde, denn der Common-Rail-Diesel liefert schon ab 1.500/min Schub ohne Murren. Wer sich über die erzielten Sparerfolge nicht erst an der Tankstelle informieren möchte, muss für den Bordcomputer mit Anzeige des Momentan- und Durchschnittsverbrauchs 145 Euro extra bezahlen.
 
Econetic-Aufpreis beträgt 250 Euro 
 
15.000 Euro kostet der sparsamste Fiesta aller Zeiten, der Econetic-Aufpreis beträgt hier nur 250 Euro gegen über 500 Euro bei Focus und Mondeo. Wer jedoch wie 80 Prozent aller Fiesta-Kunden sein Auto über die Ford-Flat-Rate finanziert, muss pro Monat für den Econetic nur drei Euro mehr bezahlen. Mit großen Volumen rechnet Ford nicht, denn der Dieselanteil beträgt beim Fiesta durchaus klassenübliche zehn Prozent. 2009 sollen rund 4.000 Ford-Fahrzeuge als Econetic vom Band rollen. Eine Ausweitung der Ökopalette auf weitere Baureihen ist geplant, ein erweiterter Umfang - etwa mit Start-Stopp-Automatik - ebenfalls.   

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Peter Wolkenstein

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