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Ford Fiesta im Fahrbericht

Ein Kleinwagen wird erwachsen

Ford Fiesta, Frontansicht Foto: Wolfgang Groeger-Meier 15 Bilder

Mit seinen elektronischen Assistenzsystemen und den kräftigen Ecoboost-Motoren soll der geliftete Ford Fiesta auch Käufer höherer Fahrzeugkategorien für sich begeistern. Ob ihm das gelingen könnte, klärt der Fahrbericht.

20.12.2012 Dirk Gulde Powered by

Das ist doch mal eine steile Karriere: Wurden Kleinwagen früher hauptsächlich für Führerscheinneulinge oder als Zweitwagen gekauft, dienen sie inzwischen immer häufiger als vollwertiges Erstfahrzeug. Autohersteller lesen diese Entwicklung unter anderem am gestiegenen Ausstattungsumfang ab. Wurde der Ford Fiesta früher meist in seiner günstigen Einstiegsversion geordert, entscheiden sich inzwischen über 40 Prozent der Käufer für die teure Titanium-Variante.

Ford Fiesta geht glatt als kleiner Aston Martin durch

Das Facelift des Ford Fiesta soll den Trend weiter beflügeln, schließlich bietet Ford nun Assistenten an, die sich noch nicht einmal in der Mittelklasse flächendeckend durchgesetzt haben. So scannt sein Active City Stop (im Paket für 350 Euro) 50 mal pro Sekunde den Abstand zum Vordermann, um im Notfall selbstständig zu bremsen. Sollte es doch mal gekracht haben, informiert das Multimedia-System Sync Rettungskräfte über die Position des Fahrzeugs. Doch nicht nur die Elektronik wurde verfeinert. Mit seinem neuen Kühlergrill und der stärker profilierten Motorhaube geht der Ford Fiesta glatt als kleiner Aston Martin durch.

Noch wichtiger ist allerdings, was sich unter der Haube getan hat. Hier setzt Ford nun die Ecoboost-Triebwerke ein, die schon im fünf Zentner schwereren Focus für Furore sorgten. Vor allem die stärkere Variante des Einliter-Dreizylinders mit 125 PS und 170 Nm Drehmoment bei niedrigen 1.400/min wuchtet den Ford Fiesta zackig nach vorn. Zudem wuselt der Direkteinspritzer leichtfüßig durchs Drehzahlband und bleibt dank Ausgleichswellen auf der Schwungscheibe nahezu vibrationsfrei - alles andere als selbstverständlich bei einem Dreizylinder.

Hohe Agilität und guter Federungskomfort

Bestens zum Temperament des Turbo-Motors passt das wuselige Fahrverhalten des Ford Fiesta. Auf Kommando seiner direkten und gefühlvollen Lenkung sticht er ansatzlos in Kehren und schiebt selbst bei Nässe erst spät über die Vorderräder. Seine hohe Agilität erkauft er nicht über einen Verzicht an Federungskomfort, denn die neu abgestimmten Dämpfer sprechen vor allem auf kurze Stöße und Querfugen feinfühliger an als bisher. Schließlich soll sich die Abstimmung der zivilen Variante spürbar vom Setup des im Februar folgenden ST unterscheiden.

Dem Innenraum des Ford Fiesta hätte etwas mehr Feinschliff gutgetan. Obwohl den unteren Teil der Mittelkonsole jetzt Klavierlack schmückt und Kunststoffe vereinheitlicht wurden, wirken die verwendeten Materialien sowie das kleine Infotainment-Display immer noch ziemlich billig.

Geblieben ist zudem die mit Knöpfen überfrachtete Mittelkonsole. Wer von der Höherpositionierung auch höhere Preise erwartet, sieht sich übrigens angenehm überrascht: Das 60 PS starke Basismodell ist sogar 850 Euro günstiger geworden.

Fazit

Mit dem 125 PS starken Ecoboost-Dreizylinder unter der Haube überzeugt der geliftete Fiesta mit viel Temperament, Agilität und hohem Federungskomfort. Die Interieur-Qualität enttäuscht jedoch noch immer.

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