Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Ford Fusion

Fiestas große Bruder

Mit dem Fusion hat Ford nicht nur einen neuen Kleinwagen, sondern auch eine neuen Autogattung namens UAV (Urban Activity Vehicle) geschaffen. Die Zielgruppe: Städter, die auf wenig Raum viel Auto brauchen.

27.06.2002

Besonders junge Paare und Familien bevorzugen immer öfter das Leben in der Stadt, wollen Fords Marktforscher festgestellt haben. Und dort wollen sie keinen zweisitzigen Flitzer, sondern ein kompaktes, vollwertiges Auto, das sowohl wendig und übersichtlich, als auch sicher ist. „Mit dem Fusion greifen wir diese Ansprüche auf und vereinen sie in einem Auto“, sagt Chris Bird, Fords europäischer Design-Chef. Deshalb wohl der Name Fusion? Ja, auch, aber nicht ganz. Denn im Fusion fusionieren die Elemente von MPV (Multi Purpose Vehicle), SUV (Sport Utility Vehicle) und des klassischen Kombi.

Auch wenn der Fusion optisch an einen Soft-Offroader erinnert – Vierrad-Antrieb oder Geländegängigkeit kann er nicht bieten. Vielmehr ist seine hochaufgeschossene Statur und die damit verbundene erhöhte Sitzposition ein psychologischer Kniff, der den Passagieren besonders hohe Sicherheit vermitteln soll – genauso wie die „Goldene Linie“ (Bird), die als ausgeprägte Sicke rund ums Auto verläuft und die ausgestellten Radhäuser miteinander und mit den Stoßfängern verbindet. Beides verleiht dem Fusion ein erwachseneres Auftreten und lässt ihn wie den großen Bruder des Fiesta wirken. Mit dem teilt er sich die gleiche Bodengruppe und den gleichen Radstand von 2.486 Millimetern. Der Fusion überragt den “Kleinen„ jedoch um immerhin 6,6 Zentimeter, kommt zehn Zentimeter länger und 4,4 Zentimeter breiter daher.

Großer Kofferraum und hohe Zuladung

Das Plus bei den Außenabmessungen ist auch im Inneren spürbar: Das Raumgefühl ist insgesamt luftiger, was an der gewachsenen Kopf- und Schulterfreiheit vorne wie hinten liegt. Und auch der Raum für Einkäufe und Gepäck ist gewachsen. Mit 337 Liter würde der Kofferraum des Fusion selbst einem Auto des nächsthöheren Segments gut stehen – zumal er sich durch Umklappen der Rücksitze bis auf 1.175 Liter vergrößern lässt. Da ist es erfreulich, dass die Ford-Entwickler auch an eine adäquate Zuladung gedacht haben und dem Fusion zugestehen, sich bis zu 463 Kilogramm draufzupacken.

Im Innenraum wird die enge verwandtschaftliche Verbundenheit von Fusion und Fiesta sehr deutlich. Die Anordnung der Armaturen, der Bedienungselemente und Lüfterdüsen entspricht nicht nur der beim Fiesta. Die verbauten Teile sehen auch gleich aus. Das gilt leider auch für die verwendeten Kunststoffe, die nicht nur billig wirken, sondern das Fusion-Innere auch trist und schmucklos erscheinen lassen. Daran ändert nichts, dass Ford den Instrumententräger im Fusion in einem hellen Grauton eingefärbt hat. Im Gegenteil: Bei Sonnenschein spiegelt sich das Ganze in der Windschutzscheibe sehr zum Ärger des Fahrers.

Aus dem Fiesta stammen auch die Sitze des Fusion. Die bieten zwar ordentlichen Komfort und genügend Seitenhalt. Doch die Sitzfläche ist nicht das Gelbe vom Ei. Eigentlich bietet sie ausreichend Länge, aber die vorderen Ecken sind so stark eingezogen, dass der äußere Schenkelbereich nicht unterstützt wird. Den Rotstift spüren Fusion-Fahrer auch, wenn sie den Fahrersitz in der Höhe verstellen wollen. Statt parallel bewegt sich die Sitzfläche bogenförmig nach unten. Dadurch stellt sich die Sitzfläche schräger, was sich speziell beim Kuppeln und Bremsen als hinderlich erweist.

Freude am Fahren

Beim Fusion fahren überwiegt dann aber die Freude über die enge Beziehung zum Fiesta. Denn wie der kleine Bruder ist auch der Fusion ein sehr fahrdynamisches und handliches Auto. Die Lenkung arbeitet in der Stadt überaus leichtgängig. Auf winkligen Landstraßen dirigiert sie Fords UAV präzise in die gewünschte Richtung, ohne auf Autobahnen Richtungsstabilität vermissen zu lassen. Einen guten Anteil daran hat auch das Fahrwerk. Wie im Fiesta verwöhnt es die Insassen mit gutem Abrollkomfort, schluckt sowohl kurze Stöße von Brückenfugen als auch Schlaglöcher oder lange Bodenwellen. Kurven durchfährt der Fusion neutral ohne Reaktionen auf Lastwechsel.

Fiesta herrscht bei Fusion auch unter der Haube. Zum Einsatz kommen zwei Benziner: der 59 kW (80 PS) starke 1,4-Liter und der 1,6-Liter mit 74 kW (100 PS), sowie ein TDCi-Diesel mit 50 kW (68 PS) aus ebenfalls 1,4-Liter Hubraum. Der Diesel schwächelt jedoch beim Anfahren und lässt den Piloten ersteinmal in ein tiefes Turboloch fallen. Oberhalb von 1.800/min legt sich der kleine Selbstzünder dann wacker ins Zeug. Wer es darauf anlegt, erreicht nach 15,5 Sekunden Tempo 100, und wer dann nicht nachlässt, den kutschiert der TDCi mit bis zu 158 km/h durch die Lande. Der Verbrauch ist dieseltypisch günstig: Das Werk nennt für die Stadt 5,2 Liter, außerstädtisch 3,9 Liter und insgesamt 4,4 Liter für 100 Kilometer Wegstrecke.

Fusionisten bezahlen 810 Euro mehr

Die Vibrationen bei hohen Drehzahlen – etwa auf Autobahnen – die sich bis in den Innenspiegel fortsetzten und das Spiegelbild erzittern lassen, soll es bei Kundenautos nicht geben. „Das liegt am Vorserienstand. In der Serienversion wird das nicht mehr vorkommen“, verspricht Franz-Josef Laermann, Leiter der Gesamtfahrzeug-Entwicklung von Ford in Europa. Ohnehin bleibt noch einiges zu tun. Erst ab Herbst wird ESP als Option verfügbar sein und automatisches Schalten im Fusion bietet Ford erst Ende des Jahres mit einem automatisierten Schaltgetriebe, das dann endlich auch für den Fiesta angeboten wird. Der Fusion startet im September zu Preisen ab 13.950 Euro für den 1,4-Liter großen Benziner in der Austattungsvariante Ambiente – ein Aufpreis von 810 Euro für den Fusion gegenüber einem Fiesta in Ambiente-Version. Die Zuzahlungen für die beiden anderen Ausstattungspakete betragen 775 Euro (Trend) beziehungsweise 1.975 Euro (Elegance).

Bis Ende des Jahres sollen in Köln 69.000 Fusion gebaut werden, davon 8.800 für den deutschen Markt. Am Rhein hat Ford 525 Millionen Euro investiert und eine der modernsten Autoproduktionen weltweit geschaffen. Rund 4.800 Autobauer werden im Drei-Schicht-Betrieb bis zu 405.000 Autos jährliche fertigen. Hier laufen sowohl der fünftürige Fiesta als auch der Fusion und ab Frühjahr 2003 auch der Dreitürer der Fiesta-Reihe vom Band. Der Clou ist aber die Flexibilität der Fertigung: Der Mix aller drei Modelle ist völlig frei wählbar, so dass Ford die Produktion der Nachfrage anpassen kann. So gesehen also auch hier eine Fusion.

Hersteller-Videos: Ford Fusion
’Zum Video 1: “Road Presence„ (18,7 Mb)
’Zum Video 2: “Urban Space„ (14,2 Mb)
Player installieren ...’’

Anzeige
Ford ab 89 € im Monat Leasing & Vario-Finanzierung Jetzt Fahrzeug konfigurieren
Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
Beliebte Artikel Ford Fiesta
Autokredit berechnen
Anzeige
Gebrauchtwagen Angebote
Whatsapp
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden

© 2016 auto motor und sport, Motor Klassik, sport auto und Auto Straßenverkehr
sind Teil der Motor Presse Stuttgart GmbH & Co.KG