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Ford Ka+ (2016) im Fahrbericht

Vom Kleinst- zum Kleinwagen – billig und gut?

Ford-Ka+-Fahrbericht-Exterieur Foto: Ford 22 Bilder

Minimal kürzer als der Fiesta verlässt Ford mit dem Ka+ das Segment der Kleinstwagen. Mit ordentlich Platz und attraktiven Preisen soll er nun im Kleinwagen-Segment Kunden einfangen.

23.09.2016 Michael von Maydell 1 Kommentar

Zugegeben, so richtig nagelneu ist der Ka+ ja nicht. Ford übernimmt für den europäischen Markt das Modell aus Südamerika, das dort schon rund ein Jahr über die Straßen rollt. Mit dem Namenszusatz „Plus“ weist der Hersteller bereits auf die dezente Anpassung des Kleinstwagen-Klassikers hin. Wie viel vom ursprünglichen Konzept steckt noch im Einstiegs-Kölner? Bei der ersten Testfahrt sind uns zehn Punkte aufgefallen.

1. Mut zur Lücke: Mit einer Länge von knapp vier Metern verlässt der Ka+ die lang besetzte Liga der Minis, um bei den klassischen Kleinwagen mitzumischen. Mutig. Schließlich kurvt da auch schon der nur vier Zentimeter längere Fiesta herum, auf dessen Plattform der neue Ka+ basiert. Um Abstand zu wahren, dürfen im Ka+ daher nur klassische Saugbenziner mit 70 oder 85 PS ran. Der knackigere Dreizylinder-Turbo bleibt dem Fiesta vorbehalten.

2. Die Ford-Leute geben offen zu, dass beim wahrlich mittelprächtigen Ecosport, der ebenfalls auf dem Fiesta basiert, vieles schief gelaufen ist. Sowohl in puncto Qualität als auch im Fahrverhalten. Beim Ka+, der zusammen mit dem Ecosport im indischen Sanand zusammengeschraubt wird, soll nun vieles besser sein. Also wurde der Ka+ für Europa aufgerüstet. Betroffen: Federn, Dämpfer, Fahrwerksbuchsen, Dämmung, Dichtungen und einiges mehr.

3. Einmal in Schwung, macht der Ka+ tatsächlich einen guten Eindruck und erinnert stark an den agilen Fiesta. Trotz höherem Schwerpunkt flitzt er leichtfüßig durch Kurven, bleibt neutral auf Linie und – für manch einen erstrebenswert – lenkt im Extremfall gern auch mit dem Hinterteil mit. Der Ka+ kommt mit ruppigen Straßen prima klar – weder poltert noch stößt er grob.

4. Ein bisschen Geduld braucht es als Fahrer schon. Selbst die 85-PS-Variante des 1,2 Liter großen Vierzylinders ist wenig temperamentvoll (0-100 km/h: 13,3 s). Wer also das launige Fahrverhalten auskosten möchte, muss den Motor kräftigst drehen. Die maximale Leistung steht erst bei 6300 Touren an. Die Konsequenz: der im Prinzip sehr leise und vibrationsarme 1.2er wird ungebührlich laut.

5. Dass dem Ka+ hinsichtlich Fahrspaß ein potenter Motor nicht schaden kann, ist den Ford-Entwicklern freilich klar. Doch der Ka+ soll ein praktischer Viertürer mit solidem Raumangebot sein – für Kunden, denen es nicht auf Leistung sondern auf Haltbarkeit ankommt. In Europa, so schätzt Ford, dürften sogar 80 Prozent zum 70 PS starken Modell greifen.

6. Ein Dach über dem Kopf: Selbst Insassen über 1.8 Meter kommen bequemer unter als im drei Zentimeter flacheren Fiesta und der Kofferraum ist mit 270 Litern auch für üppigere Einkäufe groß genug. Zudem verfügt der Viertürer über 21 Fächer, die teils echt praktisch angeordnet sind. Beispielsweise passen in die Mittelkonsole vier Dosen. Ebenfalls geschickt: vor dem Schalthebel befindet sich ein tiefes sowie gummiertes Fach. Ideal für Schlüssel und Co. Warum wir das erwähnen? Nun –selbst größere und teurere Autos bieten hier oft weniger.

7. Qualität aus Indien. Selbst an der Material- und Verarbeitungsqualität gibt es angesichts des Preises von rund 10.000 Euro wenig zu meckern. Freilich kommt viel harter Kunststoff zum Einsatz. Eine ansehnliche Audioeinheit sowie die nett gemachte Klimaautomatik samt gummierten Rädchen werten das Cockpit aber auf.

8. Mindestens 9.990 Euro kostet der Ka+ bei Ford. Klingt nicht schlecht – aber die Realität sieht anders aus. Weder Radio noch Klimaanlage sind standardmäßig an Bord. Macht mindestens 950 Euro mehr. Interessant ist auch, dass der stärkere Motor nur in der teuren Cool & Sound-Ausführung für 11.400 Euro zu haben ist.

9. Schon dem Namen nach dürfte klar sein, dass oben genannte Extras beim 85-PS-Modell bereits im Preis enthalten sind. Ebenfalls dabei: das Entertainmentsystem (Ford SYNC) inklusive Sprachsteuerung, Bluetooth-Anbindung, USB-Anschluss und Notrufassistent. Soll also bald ein Ka+ vor ihrem Haus, dann besser den Cool & Sound. Übrigens: ein Basis-Fiesta mit 60 PS kostet mindestens 12.500 Euro.

10. Am falschen Ende gespart. Allerdings gilt es zu bedenken, dass der neue Ka mit keinerlei Sicherheitsfeatures zu haben ist. Sechs Airbags, ESP und ein Anfahrassistent müssen reichen. Zumindest einen Notbremsassistenten hätte Ford doch noch spendieren können.

Fazit

Alles in allem macht der Ka+ seine Sache gut. Er fährt sich völlig problemlos, ist solide verarbeitet, bietet ordentlich Platz und ist nicht zu teuer. Mehr Charakter hatte dennoch der alte Ka. Zudem bestätigt Ford unverhohlen, dass der nächste Fiesta entsprechend des Ka-Wachstums deutlich zulegt. Im November wissen wir mehr.

Technische Daten
Ford Ka+ 1.2 TrendFord Ka+ 1.2 Cool & Sound
Grundpreis9.990 €11.400 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe3929 x 1695 x 1534 mm3929 x 1695 x 1534 mm
KofferraumvolumenVDA270 bis 849 L270 bis 849 L
Hubraum / Motor1198 cm³ / 4-Zylinder1198 cm³ / 4-Zylinder
Leistung51 kW / 69 PS (105 Nm)63 kW / 86 PS (112 Nm)
Höchstgeschwindigkeit159 km/h169 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h15,3 s13,3 s
Verbrauch5,0 L/100 km5,0 L/100 km
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    Mecker mecker mecker. Der Cool&Sound kostet 11.400€ und hat eine Klimaanlage und ein CD Radio an Bord. Was kostet der wesentlich kleinere und ältere UP mit der Ausstattung? 12870€ und hat hinten nur Ausstellfenster und nicht mal ein CD Radio.

    Commonrail 22. November 2016, 23:56 Uhr
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