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Ford Mustang GT 5.0 VCT V8

Ponyshow in L.A.

Ford Mustang GT 5.0 VCT V8, Frontansicht Foto: Dani Heyne 25 Bilder

Endlich! Das erste längere Date mit dem neuen Mustang steht an. Wir führen Fords schönen Sportler durch Los Angeles und stellen uns die Frage: Hat die sechste Generation den richtigen Spirit?

24.05.2015 Dani Heyne Powered by

Als die Sonne aufgeht, wartet das Pony am Strand von Santa Monica. Geduldig. Hungrig. Neugierig. In seinen Flanken spiegeln sich Palmen, im Cupholder duftet Café aus einem Pappbecher. Jogger flitzen vorbei und drehen die Köpfe – um auf Nummer sicher zu gehen. Nur einer ruft: „Ist das der Neue?“ „Yes!“

Der Mythos Mustang zieht noch immer, obwohl es nun schon über 50 Jahre her ist, dass Ford den Mustang mit Leidenschaft erschuf. Und eine ganze Nation verzückte. Egal ob Coupé, Fastback oder Cabrio: Der – für amerikanische Verhältnisse – filigrane, sportliche Ford Mustang mit Blubber-V8 verkaufte sich zu Beginn wie Softeis im Sommer. Nach fünf Jahren entwickelte ihn Ford jedoch derart langweilig, dass viele Kunden abwanderten. Es folgten 30 dunkle Sommer, in denen die Ikone mit lieblosen Formen abgespeist wurde. 2004 schenkte ihr Ford volle Aufmerksamkeit, das Pony-Car bekam endlich wieder eine Form, die man gern anschaut. Die Verkäufe stiegen.

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Fahrbericht Ford Mustang GT 5.0 VCT V8
auto motor und sport 05/2015
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Ford Mustang GT weckt Emotionen

Nun steht die sechste Generation am Strand – bereit für unseren ersten langen Ausritt durch Los Angeles, die zweitgrößte Stadt der USA. Ohne Auto bist du hier verloren. Und ohne Plan, die alltäglichen Staus zu umgehen, aufgeschmissen.

Auf dem Highway 1 wirft die Sonne einen langen Blick auf den Ford Mustang. Im Gegensatz zum kantigen, stämmigen Vorgänger ist dieser hier sportlich durchtrainiert und verströmt auf 4,78 Metern eine Prise Grand Turismo. Die Haube gestreckt, das Dach flach. Die seitlichen Sicken wie Muskelstränge, der fließende Übergang zum Heck – eine Hommage an die Fastbacks der 60er-Jahre. Schon damals hatten viele das Gefühl: Schöner kann sich ein Mustang nicht verabschieden.

Dieser hier will weltweit ankommen. Ford schickt den in Michigan gebauten US-Sportler in 120 Länder und vermarktet ihn selbst. In Deutschland wird’s der zweite offizielle Verkauf. Wir erinnern uns: Mustang gab’s bereits in den 60er- und 70er- Jahren bei uns – wegen namensrechtlicher Querelen als T5. Im Sommer kommt er also als Ford Mustang Coupé und später als Cabrio nach Europa. Dann ist Schluss mit den Grau-importen, Schluss mit den verschenkten Kaufverträgen. Ford geht’s ums Geschäft.

Darum dreht es sich auch auf dem Rodeo Drive in Beverly Hills, der teuersten Einkaufsstraße von L.A. Satt blubbert der Ford Mustang im zweiten Gang an geleckten Schaufenstern vorbei, vor denen Damen mittleren Alters Gesichtszüge wie Zwanzigjährige tragen. Inklusive aufgepumpter Dekolletés. Flunkern gehört hier zum Standard.

Ford schlägt Hollywood

Das hat dieser Mustang nicht nötig – sein dumpfes Auspuffblubbern ist kein künstlicher Soundeffekt, sondern der Beat des Fünfliter-V8. Ein Motor, der ohne Aufladung 435 PS (Europa: 418 PS) zu den Hinterrädern schickt. Gasannahme und Antritt verzaubern. Nur Turboverwöhnte vermissen den schnellen Punch im Ford Mustang. Alle anderen wärmen sich an der Harmonie des Motors. Wie er den 1,6 Tonnen schweren Brummer gleichmäßig stark nach vorn presst: in 4,5 Sekunden auf Tempo 100. Nicht minder verzückend: das Wiegen der Unterarmhärchen bei Standgas.

Mit dem breiten Drehzahlband des V8 lässt sich wunderbar schaltfaul durch die Hollywood Hills surfen, wo neun weiße Buchstaben jene Magie ausstrahlen, die weltweit fesselt. Dass diese bei näherer Betrachtung lieblos an ein altes Metallgerippe geschraubt sind, interessiert nicht.

Da gibt’s bei Ford mehr Detailliebe. Das Cockpit mit den runden Uhren für Drehzahl und Tempo sowie den beiden Erhöhungen im Armaturenbrett erinnert abermals an die ersten Mustang. Die Qualitätsanmutung zum Glück nicht. Vom griffigen Lenkrad über die bequemen Recaro-Sitze bis zu den Kippschaltern in der Mittelkonsole – hier fühlt sich alles einen Tick besser an als noch beim Vorgänger. Das meint auch Spiderman, der uns auf dem Hollywood Boulevard anquatscht. Genau da, wo die Stars und Sternchen auf Oscars hoffen, holt Jack, der Mustang-Fan im rotblauen Spinnenmann-kostüm, tief Luft und tätschelt dem Ford Mustang die Haube. „Nice ride“, murmelt er. Dann bittet der nächste Tourist um ein Foto. Und reicht eine kleine Spende an Spiderman.

Jeder muss hier sehen, wo er bleibt. Auch der Mustang. Um mit der Zeit zu gehen, wird ihn Ford neben dem V8 auch mit einem Vierzylinder-Turbobenziner verheiraten. Er zaubert aus 2,3 Litern Hubraum 314 PS und drückt den Einstiegspreis bei uns auf schlanke 35.000 Euro. Die V8-Version, die ein GT-Logo trägt, startet bei rund 40.000 Euro. Cabrio-Aufschlag? Vier große Scheine.

Ford Mustang mit großzügiger Ausstattung

Das Mustang-Angebot ist vergleichbar mit einem Standardfrühstück bei „Brite Spot“, einem Diner alter Klasse auf dem Sunset Boulevard. Auf weichen Polstern sitzend schaut man durch große Fenster und bekommt Eier mit Schinken, geriebene Bratkartoffeln, Eierkuchen mit Sirup und Kaffee bis zum Abwinken. Beim Ford Mustang? Neben dem gängigen Sicherheitspaket gibt’s folgende Zutaten serienmäßig: Klimaautomatik, Ledersitze, Radio mit Berührungsbildschirm, Tempomat, Regensensor, Rückfahrkamera, Alu-Pedale, Xenon-Scheinwerfer und 19-Zöller. Respekt!

Diese Großzügigkeit ist ein nicht unwesentlicher Vorteil gegenüber der deutschen Konkurrenz, die am liebsten sogar das Lenkrad als Extra anbieten würde.

Der Mustang hat den schlimmsten Stau von L.A. umfahren und huscht mittlerweile durch die Schatten der gläsernen Riesen von Downtown. Die großen Highways hat er gemieden, da steht man unter der Woche ziemlich verlässlich zwischen 7.30 und 10 Uhr morgens stadteinwärts und zwischen 16 und 20 Uhr abends stadtauswärts. Auch wenn die Ampelschaltungen auf den großen Nebenstraßen zum Haareraufen sind – schneller geht’s nicht durch die kalifornische 18-Millionen-Metropole.

Große Vorfreude? Aber Hallo!

Als die Sonne den Himmel glutrot einfärbt, donnert der Ford Mustang die Berge hinauf, um eine Aussicht auf die Lichter der Stadt zu erhaschen. Dabei spielt er einen neuen Trumpf aus: die Hinterachse mit Einzelradaufhängung. Ein Quantensprung zu dem starren Ding mit Blattfedern. Endlich liegt er auch auf welliger Fahrbahn satt und lässt sich besser durch Kurven führen. Aber bitte nicht zu viel erwarten: Zum Gokart wird er nicht – er bleibt eine schwere, coole Fahrmaschine. Passt ja auch.

Ob wir uns auf ihn freuen? Und wie! Es ist der modernste Ford Mustang der letzten 50 Jahre, der ab Sommer offiziell beim Händler steht. Ein leckerer GT mit feinem V8 zum Discount-Preis. Das wird den Fans schmecken – im Gegensatz zur Konkurrenz.

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Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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