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Formel Rennsport

Porsche 911 GT3 RS und Carrera RS

Foto: Hans-Dieter Seufert

Weniger Gewicht, mehr Porsche – beim Elfer heißt diese Devise Formel RS. Der neue und sein Vorfahre füllen sie mit Leben. Der Zusatz RS im Namen steht – logisch – für Rennsport, für einen straßentauglichen Elfer die höchste aller Auszeichnungen seit Erfindung des Ur-RS von 1972.

12.12.2003

Schon damals waren nicht allein die Mehr-PS Vater des RS-Gedankens, die perfekte Synthese von Mensch und Maschine durch Verzicht auf Servo und Luxus war das Ziel.

Diese Grundregel macht sich auch der neue RS zu eigen. Zwar ist Servo nicht mehr verpönt, und sogar elektrische Fensterheber und Radio dürfen bleiben. Aber ansonsten herrscht strengste Diät. Stattdessen teures Carbon für Fronthaube und Heckflügel, Kunststoff für die Heckscheibe.

Erst der Verkauf straßenzugelassener Versionen ermöglicht die Stückzahlen, die den RS gemäß Reglement für den Renneinsatz qualifizieren. Heute sind das 200, 1972 sollten es 500 Exemplare werden, doch zur Verblüffung der Geschäftsleitung verlangte die Kundschaft schon binnen kurzem nach mehr.

GT3 RS: ein Rennpferd auf Kopfsteinpflaster

Beim aktuellen RS ist dergleichen nicht zu befürchten. Davor schützt schon der Preis von 120.788 Euro, von den Besonderheiten des wettbewerbsmäßig modifizierten Fahrwerks ganz zu schweigen. Der RS abseits der Piste ist wie ein Rennpferd auf Kopfsteinpflaster: unbequem, eigensinnig, schwer berechenbar.

Und dann der Auftritt. Ganz in Weiß mit roten oder blauen Streifen und entsprechend lackierten Rädern soll der Neue an seinen legendären Vorgänger erinnern, der seinerzeit seine Ambitionen ähnlich unmissverständlich zur Schau stellte. Damals durchbrach der RS als erstes Serienauto im auto motor und sport-Test die Sechs-Sekunden-Mauer – von null auf 100 km/h in 5,7 Sekunden. Bis Tempo 140 machte man sogar mit dem Ferrari Daytona (348 PS) kurzen Prozess.

Geradeaus verlangt der Alte lockere Zügel, in Kurven dagegen die starke Hand. Dafür informiert die servolose Lenkung ungefiltert über die Bemühungen der schmalen Ballonreifen (vorn 185/70 VR 15, hinten 215/60 VR 15), die Balance zu halten. Punktgenaues Einlenken und Gasgeben wird belohnt, Gaswegnehmen hingegen bestraft, beides prompt, aber ohne Hinterlist.

GT3 RS: Leistungsgewicht 3,6 kg/PS

Verglichen mit dem RS der Neuzeit ist das alles ein großes, aber noch ziemlich harmloses Vergnügen. Nur wer 100-prozentig funktioniert, wird diesem Auto gerecht, Fehler verwandeln den Fahrer postwendend in einen hilflosen Passagier.

Alles an diesem Extrem-Elfer ist auf den Betrieb im Rennmodus zugeschnitten, abseits der Piste dagegen geht die Perle vor die Säue. Der Geradeauslauf gleicht einem Feldhasen, und bei schneller Fahrt auf unebenen Straßen ist es im GT3 RS so gemütlich wie in einer Waschmaschine beim Schleudergang.

Ansonsten inszeniert der vom Le Mans-Siegerauto GT1 abgeleitete 3,6-Liter-Boxer im Heck bei entsprechender Betätigung des Gaspedals Beschleunigungsexzesse wie Naturereignisse. 4,3 Sekunden reichen für Tempo 100, nach 13,8 Sekunden ist man auf 200.

Ungeachtet der etwas besseren Werte gleicht das Triebwerk jenem des normalen GT3. 381 PS werden garantiert, bezogen auf das Gewicht bedeutet das 3,6 kg/PS. Anno 1972 waren es 4,8 kg/PS, was bestätigt, dass Großvaters RS auch heute keineswegs ganz aus dem Rennen ist. In puncto Spaß pro PS liegt er sogar in Führung.

Den gesamten Fahrbericht mit allen Daten und Fakten lesen Sie in Heft 26 von auto motor und sport, das jetzt im Handel ist.

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Technische Daten
Porsche 911 Carrera RS 2.7 TouringPorsche 911 GT3 RS
Grundpreis120.788 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe4102 x 1652 x 1320 mm4435 x 1770 x 1275 mm
KofferraumvolumenVDA110 L
Hubraum / Motor3600 cm³ / 6-Zylinder
Leistung280 kW / 381 PS (385 Nm)
Höchstgeschwindigkeit245 km/h306 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h4,4 s
Verbrauch13,0 L/100 km
Testverbrauch15,8 L/100 km
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