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Fühlt sich gut an, der neue Vectra

Der neue Vectra ist für Opel von existenzieller Bedeutung. Ein erster Fahrbericht mit der 20.250 Euro teuren Limousine gibt Antworten auf die Frage, ob die Traditionsmarke mit dem Blitz auf dem richtigen Weg ist.

14.02.2002

Opel hat ein Problem, und das Problem heißt Markt. Zeichnet man beispielsweise die Absatzkurve der letzten Jahre im Heimatmarkt Deutschland nach, muss es den Opel-Verantwortlichen angst und bange werden: Von 16,5 Prozent in 1995 stürzte der Opel-Marktanteil auf zuletzt 11,8 Prozent (2001) regelrecht ab. Hintergrund: langweiliges Design, flaue Produktphilosophie, Qualitätsmängel. Doch beim nächsten Mal wird bekanntlich alles anders, die Hoffnung der gesamten Opel-Belegschaft trägt den Namen Vectra.

Der Preis ist kalkuliert (ab 20.250 Euro), der Marktstart terminiert (27. April), und da steht er jetzt, der Hoffnungsträger – frisches Design, selbstbewusste Miene mit großen Scheinwerfern, scharf gezeichnetes Heck mit Abrisskante. Und größer ist der Vectra geworden, erwachsener (Länge plus zehn Zentimeter, Breite plus neun Zentimeter, Höhe plus 3,5 Zentimeter, Radstand plus sechs Zentimeter), ohne dabei füllig zu wirken.

Mehr Raum, mehr Komfort

Der Zugewinn in den Maßen ist im Innenraum deutlich spürbar. Gegenüber dem Vorgänger hat sich das Raumgefühl verbessert, für Fahrer und Mitfahrer gibt es mehr Platz. Noch einmal zugelegt hat Opel auch bei den Sitzen. Sie sind bequem, bieten ordentlich Seitenhalt und serienmäßig eine Lendenwirbelunterstützung für Fahrer und Beifahrer. Das Kofferraum-Volumen: 500 Liter; hier ist der Vectra Klassenprimus.

Von der Optik und vom Raumgefühl zur Haptik. Wo einst billiges Plastik den Innenraum beherrschte, gibt es jetzt mit mattem Lack beschichtete Oberflächen. Viele durchdachte Details wie etwa die Antipp-Funktion für den Blinker, eine Ablage für die Sonnenbrille im Dachhimmel oder ein gekühltes Handschuhfach zeigen, was die Modellplaner für wichtig hielten. Ebenfalls im Focus der Vectra-Entwickler: das Thema Sicherheit – Front- und Seitenairbags vorn sowie Kopf-Seitenairbags rundum sind serienmäßig.

Und wie fährt er, der neue Vectra? Gut, um die ersten Eindrücke vorwegzunehmen. Opel fasst die „auf ein hohes Niveau an Komfort und Sicherheit ausgeprägte Fahrdynamik“ (Pressetext) unter dem Zauber-Kürzel IDS (Interactive Driving System) zusammen. Gemeint sind das weiterentwickelte Stabilitätsprogramm ESP Plus, die Bremsanlage mit ABS, elektronischer Bremskraftverteilung (EBD) und CBC (Cornering Brake Control) sowie die Kennfeld gesteuerte elektrohydraulische Servolenkung.

In der Tat kombiniert das teilweise aus Leichtmetall gefertigte Fahrwerk gehobenen Federungskomfort mit einer erstaunlichen Portion Agilität. Zwar wirkt die Servolenkung ein wenig gefühllos, doch der Vectra wieselt flink um Kurven. Sollte plötzliches Bremsen in der Kurve nötig sein, stabilisiert das ABS mit der Kurvenbremskontrolle (CBC) den Vectra. Und wenn es der Fahrer einmal übertreibt, greift das ESP fast unbemerkt ein.

Schließlich die Motoren. Für die ersten Testfahrten standen zwei jeweils 2,2 Liter große Vierzylinder zur Verfügung, ein Benziner und ein Diesel. Der überarbeitete 2,2-Liter-Selbstzünder-DTI mit 125 PS (92 kW) und einem Drehmoment von 280 Nm zwischen 1.500 und 2.750/min läuft leise und für einen Vierzylinder vibrationsarm. Dreht man das Triebwerk aber aus, wirkt es angestrengt – kein Wunder, muss es doch 1,5 Tonnen in Fahrt halten. Auch will der Motor ständig bei Laune gehalten werden. Denn im unteren Drehzahlbereich wirkt der 2.2 DTI etwas träge. Häufige Schaltvorgänge sind die Folge, die nicht gerade für Vergnügen sorgen: Das manuelle Fünfganggetriebe mit seinen langen Schaltwegen ist nämlich eine hakelige Angelegenheit. Und der 108 kW (147 PS) starke Benziner? Präsentiert sich unauffällig im Sinne des Wortes, der angebotene Fünf-Gang-Automat mit Handschaltmodus passt gut zu diesem Triebwerk. Keine Frage: Mit den Vierzylindern ist der Vectra vernünftig motorisiert, nicht mehr und nicht weniger.

3,2-Liter-V6 im Herbst

Für mehr Vectra-Power ist im übrigen ebenso gesorgt – im September kommt die sportlichere GTS-Version mit dem 3,2 Liter großen V6-Motor (155 kW /211 PS) – wie für weiteren Familienzuwachs: Im Frühjahr 2003 folgt die Avantgarde-Variante Signum 2, im Herbst 2003 der Kombi Caravan.

Last not least die Preise, mehr denn je Erfolgsgarant für ein populäres Automobil. Schon die Basis ist für 20.250 Euro (Vorgänger: 20.050 Euro) gut ausgestattet, wenn auch in der Basisversion die Klimaanlage fehlt (Aufpreis: 1.110 Euro). Dennoch, versichert Opel, kostet der Neue ausstattungsbereinigt 1.000 Euro weniger als der Alte.

Opel auf dem Weg zu alter Stärke? Die Hoffnung ist berechtigt. Der neue Vectra jedenfalls fühlt sich ziemlich gut an.

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