Fünf getunte Porsche Carrera: Brett-Einsatz

Explosiver als die Serie? Fünf Tuner - Rinspeed, Speedart, Sportec, Techart sowie TTP - extremisieren die Ikone Porsche Carrera S. Von der Leistungssteigerung bis zum Spoiler-Brett, von sebstbewusst bis radikal.

So haben wir uns als Kind ein Brettspiel für Männer vorgestellt: als Unterlage die Rennstrecke, als Figuren fünf neue Porsche Carrera, alle nach Art des Tuners geschnitzt, den markanten Buckel mal mit fixierter Luft- Sprungschanze, mal mit dezent ausfahrbarem Werksbürzel versehen. Dazu ein herzhaft verhärtetes Fahrwerk und ein Motor, dem das Atmen erleichtert wurde – spür- und vor allem hörbar.

Rinspeed, Speedart, Sportec, Techart sowie TTP (Turbo Tuning Pietz) – fast alle Tuner tragen die englischen Worte speed (Tempo), tech (Technik) oder art (Kunst) im Namen. Das schürt die Erwartungshaltung. Nach einem Über-911 mit komprimierten Tugenden und dynamisiertem Heckmotor. Einem Landstraßen-Hammer.

Doch das Ausgangsprodukt ist schwer zu verbessern: Der 3,8-Liter-Saug-Boxer leistet bereits ab Werk 355 PS, ist ein echter Zucht-Hengst, an den sich nur Rinspeed nicht wagt. Alle anderen bieten 20 bis 33 Mehr- PS für 4408 (TTP) bis 9600 Euro (Techart).

Ans Fahrwerk trauen sich dagegen alle – mit unterschiedlichem Aufwand: TTP nimmt das Porsche-Sportfahrwerk zur Basis, ändert ausschließlich die Stabilisatoren. Sportec und Techart tauschen nur die Federn, Rinspeed ganze Federbeine.

Das andere Extrem präsentiert Speedart mit Gewindefahrwerk, verstellbaren Stabilisatoren und an der Vorderachse versetzten Domlagern. Trompetet der Serienauspuff bei hohen Drehzahlen bereits das Dorf zusammen, so verschaffen sich die Getunten sogar in einer kompletten Kleinstadt Gehör – getösefreies Fahren überlassen sie anderen. Die Dezibel-Heroen schieben eine Klangwelle vor sich her, welche die Flimmerhärchen in den Ohren niederstürmt.

Allen voraus der Speedart, der Chelseas Schlachtenbummler anführen könnte. Er grölt voller Überzeugung aus tiefstem Inneren. Ein Urschrei, so laut, dass im hinterherfahrenden TTP dessen eigene Auspuff- Äußerungen untergehen.

Der TTP dagegen vergreift sich selten im Ton. Er mimt den exaltierten Designer im schwarzen Einreiher – breiter Kragen (Frontspoiler) und blaue Ohrringe (Seitenspiegel) inklusive. Sein Sound verdichtet die Boxer-Nuancen: Er sägt rauer, bellt bissiger, röchelt heiserer und sprotzelt beim Gaswegnehmen.

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Marcus Peters

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