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Fahrbericht Genesis G90 (2016)

Hyundais 7er fährt so gut wie die S-Klasse

Genesis G90 Foto: Hyundai 25 Bilder

Hyundai greift mit seiner Nobelmarke Genesis nach den Sternen. Wir konnten das kürzlich in Detroit vorgestellte Topmodell, den G90, bereits in seiner Heimat fahren: Der koreanische Gleiter braucht sich vor BMW 7er und Mercedes S-Klasse nicht zu verstecken.

26.01.2016 Michael von Maydell

Zunächst einmal ist der neue Genesis G90 so begehrt, ja geradezu vergriffen, dass wir uns glücklich schätzen, überhaupt ein Exemplar in die Finger zu bekommen. Kunden gehen schließlich vor. Und die sind offensichtlich begeistert. 13.000 Bestellungen sind seit der Vorstellung im Januar schon eingegangen, bei einer geplanten Produktion von 16.000 Stück. Selbst das oberste Management durfte bislang nicht zugreifen, entsprechend haben die Herren die Produktion inzwischen kurzerhand verdoppelt. Dennoch beträgt die Wartezeit aktuell fast zehn Monate.

Nun aber zu unserem G90. Schon mal beachtlich: Das von Peter Schreyer und seinem Team gestaltete Flaggschiff überragt mit einer Länge von 5,21 Metern sowohl die S-Klasse als auch 7er um rund zehn Zentimeter. Dazu prunkt der Luxus-Liner mit einem mächtigen Hexagonal-Grill, klaren Linien nach hinten und einem distinguiertem Heck. Klicken Sie die Fotoshow mal durch und sie werden uns zustimmen: Rein optisch ist der G90 seinen Konkurrenten aus Europa damit absolut ebenbürtig.

Genesis G90Foto: Hyundai
Hyundai entert die Oberklasse: Genesis G90.

Genesis G90 und keine Spur von i40 & Co

Nichts wäre da fataler, wenn das Interieur dem noblen Anspruch nicht gerecht wird. Aber: Die Koreaner machen hier alles richtig. Blickt man sich im erstaunlich hochwertigen Cockpit um, fühlt man sich bestens aufgehoben. Die Zutaten: sauber eingearbeitete (echte) Holzintarsien, feine Verstellrädchen, dazu weiches Nappa-Leder, kuschelige Sessel, die sogar von der "Aktion Gesunder Rücken" zertifiziert sind und eine anmutig geformtes Armaturenbrett mit durchdachter Tastenplatzierung. Zudem erleichtert ein von BMW entliehener Dreh-Drücksteller die Bedienung und der 12,7-Zoll-Infotainment-Monitor (ähnlich der S-Klasse) lässt sich bestens ablesen. Dazu packt der Konzern, alles was er zu bieten hat. Head-up-Display, Sitzbelüftung, Ambientebeleuchtung, Jalousie, reichlich Fahrerassistenzsysteme inklusive autonomem Spurhalter und vieles mehr.

Gemütlicher geht es nur noch im Fond des Viersitzers zu. Denn natürlich ist nicht nur das Platzangebot mehr als opulent, auch die Sessel im Fond lassen sich vielfach verstellen, beheizen und lüften, während sich die Passagiere über einen zweiten Drehdrücksteller ihr eigenes Infotainment auf zusätzlichen Bildschirmen gestalten oder den Beifahrersitz per Taste wegklappen können.

Genesis G90Foto: Hyundai
Platz und Luxus im Fond des Genesis G90.

Genesis G90 schiebt sachte voran

Unter der Haube unseres Luxusliners, der in Korea für umgerechnet rund 58.000 bis 83.000 Euro zu haben ist, arbeitet ein 3,3 Liter großer V6 mit Biturbo-Aufladung und 370 PS, der es auf ein ordentliches Drehmoment von 510 Nm bringt. Gekoppelt an eine von ZF zugelieferte Achtgang-Automatik schiebt der Sechszylinder den 2,4 Tonner sachte und gleichmäßig voran, bleibt meist leise. Lediglich die Automatik, die offensichtlich der Schubkraft des Sechszylinders nicht traut, schaltet allzu oft zurück und sorgt so für unnötig hohe Drehzahlen. 100 km/h sollte der G90 so in 6,2 Sekunden erreichen. Interessant: Das für uns leider nicht verfügbare Topmodell mit Fünfliter-V8 (425 PS, 510 Nm) ist mit 5,7 Sekunden nicht viel dynamischer.

Aber um Dynamik geht es dem mit adaptiven Dämpfern gerüsteten Genesis sowieso nicht. Er gibt sich viel lieber als sanftmütiger Gleiter, fängt besonders im Komfortmodus Straßenschäden sachte ab, folgt sauber und gelassen der vorgegebenen Linie und liefert so klassengerechten Fahrkomfort. Wie gut der G90 nun wirklich ist, müsste man aber in einem direkten Vergleich herausfahren.

Genesis G90Foto: Hyundai
Der Genesis G90 ist auch mit Allradantrieb zu haben.

Europa ist für den G90 zu klein, aber ein M3-Konkurrent ist in Planung

Kunden in China, USA und Russland können sich also freuen. Ob bei den Händlern in Deutschland neben dem 10.000-Euro-i10 künftig auch die feineren Genesis feilgeboten werden, ist derzeit "under consideration". Klar ist aber: der G90 kommt nicht nach Deutschland. Sollte die Nobelmarke aber tatsächlich Einzug halten, firmiert der hierzulande schon bekannte Hyundai Genesis zum G80, erhält zugleich ein Facelift und einen neuen Diesel. Zudem folgen bis 2020 ein dicker SUV, ein sportliches Coupé sowie ein allradgetriebener G70.

Letzterer steht wohl auch in den Hallen von Hyundais neuer High-Performance-N-Truppe. Unter der Ägide vom ehemaligen BMW M-Entwickler Albert Biermann könnte so ein veritabler M3-Konkurrent entstehen, der die Marke mächtig in Wallung bringen dürfte. Der G90 beweist jedenfalls, dass Hyundai mehr kann als wir je erwartet hätten.

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