Honda Accord Tourer 2.2 i-DTEC: Der japanische Diesel-Kombi im Fahrbericht

Honda Accord Tourer 2.2l-DTEC Automatik Executive

Mit dem Honda Accord Tourer bekommt das beliebte Segment Diesel-Kombis asiatischen Zuwachs. Mittelklasse-Kombis mit Dieselmotor und Auto­matikgetriebe waren bislang eine Domäne der Deutschen - sowohl bei den Herstellern als auch bei den Kunden.

Inzwischen wollen aber auch Toyota und Honda in diesem Segment mitspielen. Ein Test des Toyota Avensis Combi 2.2 D-CATAutomatik steht noch aus, der Honda Accord Tourer 2.2 i-DTEC Automatik Executive stellte sich nun dem Messprogramm.

Mit verknif­fenem Blick und großem, ecki­gem Chrom-Grill stellt sich der stattliche, 4,75 Meter lange Kombi seinen Herausforde­rungen. Doch auch der Honda Ac­cord Tourer-Pilot muss einige Aufga­ben lösen, möchte er sein Fahrzeug intuitiv bedienen. Al­lein das Lenkrad beherbergt 15 Schalter, die teils doppelt belegt sind. Doch einzig die Bluetooth-Freisprecheinrich­tung für das Mobiltelefon wi­dersetzt sich hartnäckig den Sprachbefehlen, sei es auf Deutsch oder Englisch. Alle anderen Funktionen brauchen zwar etwas Eingewöhnung, sind dann jedoch problemlos wieder auffindbar.

Honda Accord Tourer nicht so geräumig wie der Vorgänger

An der Basis-Ergonomie, also der Sitz- und Lenkradposition so­wie der Ablesbarkeit von Ta­cho- und Drehzahlmesser, gibt es ohnehin wenig auszusetzen. Das Platzangebot auf der Rückbank des Honda Accord Tourer 2.2 i-DTEC Automatik Executive und speziell das La­devolumen lassen hingegen den sehr geräumigen Vorgän­ger vermissen. In der ersten Reihe sitzt man dagegen auf bequemen Ledersitzen (serien­mäßig beim Executive) mit üppiger Breite und straffer Pols­terung. Der Seitenhalt geht in Ordnung, lediglich die Ober­schenkelauflage geriet etwas kurz. Formschön und sehr griffsympathisch wurde auch der Wählhebel des Automatik­getriebes gestaltet.

Fünfstufenautomatik im Honda Accord Tourer 2.2 i-DTEC

Schade, dass es kein Schalthebel ist - in doppelter Hinsicht, denn der Fünfstufenautomat kann nicht restlos überzeugen. Die Hon­da-Ingenieure haben sich die Mühe gemacht, das Getriebe für ihren neuen Euro 5-Diesel selbst zu entwickeln. Das Hauptaugenmerk lag dabei auf der Effizienz des Antriebsstran­ges. So verzichteten die Japa­ner auf eine sechste Stufe und übersetzten die fünfte recht lang, damit der 150 PS starke Vierzylinder knauserig mit dem Sprit umgeht. Dieses Ziel wurde jedoch nicht erreicht.

Honda Accord-Diesel braucht 8,2 Liter auf 100 Kilometer

Mit einem Testverbrauch von 8,2 Liter/100 km erzielt der Honda Accord Tourer 2.2 i-DTEC Automatik Executive einen Wert, der im Wett­bewerbsumfeld bestenfalls die Note befriedigend bekommen kann. Ein Grund dafür ist si­cher das üppige Gewicht von 1,7 Tonnen. Doch gerade des­halb könnte eine zusätzliche Fahrstufe Abhilfe schaffen. So müssen häufig der Kickdown oder die Schaltpaddel am Lenkrad bemüht werden, um den schicken Honda Accord Tourer 2.2 i-DTEC Automatik Executive auf Trab zu bringen. Dabei animiert die dynamische Fahrwerksabstim­mung sogar zu einer flotten Fahrweise.

Honda Accord 2.2 i-DTEC ist ein typischer Tourer

Seine guten Ma­nieren vergisst der Selbstzün­der allerdings auch dann nicht. Nähert sich die Nadel des Drehzahlmessers dem roten Bereich, knurrt der Motor et­was unwillig, behelligt die Pas­sagiere meist aber nur mit einem dezenten Murmeln. Da­her liegt die Stärke des Honda eher im gelassenen Abspulen vieler Kilometer - ganz der Tourer eben.

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Jens Dralle

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Der Optik zuliebe verzichtet der Honda Accord Tourer auf den gewohnt großen Laderaum. Was ist Ihnen wichtiger?
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