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Honda Civic 1.6 i-DTEC und Toyota Auris 2.0 D-4D

Kompakte Spar-Diesel aus Fernost

Honda Civic 1.6 i-DTEC, Toyota Auris 2.0 D-4D, Frontansicht Foto: Hans-Dieter Seufert 32 Bilder

So richtig bekannt sind sie nicht: die knausrigen Diesel aus Japan. Schade eigentlich, denn Honda Civic 1.6 i-DTEC und Toyota Auris 2.0 D-4D haben gleichermaßen kräftige und sehr sparsame Selbstzünder. Wir haben sie verglichen.

14.10.2013 Michael von Maydell

Nein, wir fangen jetzt nicht an, über Design und Aerodynamik zu fabulieren. Zumindest nicht sofort. Wichtiger sind zunächst die Motoren, insbesondere der 1.6 i-DTEC des Honda Civic. Komplett neu entwickelt, läutet der 120 PS starke Vierzylinder-Diesel im Hause Honda eine „Antriebsoffensive“ ein. Die Taktik der Ingenieure: Innenreibung und Gewicht auf ein Minimum reduzieren. So soll der Turbodiesel nun 47 Kilo weniger als der bekannte 2,2-Liter mit 150 PS wiegen. Selbst auf eine vibrationsmildernde Ausgleichswelle wurde hierfür verzichtet. Ob man den Verlust spürt? Dazu später. Die Werte wirken jedenfalls tadellos: Der Vierzylinder verbraucht nach NEFZ nur 3,7 L/100 km, liefert aber dennoch ein solides Drehmoment von 300 Nm ab. Sparsamer ist in dieser Klasse nur noch der zehn PS schwächere VW Golf Blue Motion (3,2 L/100 km). Aber auch der Vierzylinder im Auris 2.0 D4-D muss sich nicht verstecken. Seine Kennzahlen: 124 PS, 310 Nm ab 1800 Touren sowie ein Normverbrauch von 4,3 Litern.

Honda Civic ist sparsamer und fahrdynamischer

Gekoppelt sind die Motoren an leichtgängige und präzise Sechsgang-Schaltgetriebe, und beide verfügen über Start-Stopp-Systeme. Ein kleiner grüner Knopf (Econ) findet sich hingegen nur im Honda Civic. Einmal gedrückt, sprechen Diesel und Klimaautomatik etwas zahmer an, und ein illuminierter Tacho lobt sanftes Fahren mit grüner Beleuchtung.
An die NEFZ-Werte kommen wir im Alltag trotz beständig aktiviertem Econ-Knopf nicht heran. Im Testmittel begnügte sich der Honda mit 5,7 Litern, minimal waren es um die fünf. Hierbei fällt auf, dass der Diesel zwar leise, aber etwas rauer arbeitet als der Zweiliter im Auris. Der lässt sich seine Laufruhe allerdings mit einem höheren Testverbrauch bezahlen (6,3 L/100 km).

Ebenbürtig sind sich die Japaner, sobald es ans Spurten geht. Viel mehr als zehn Sekunden benötigen beide nicht, um auf 100 km/h zu gelangen. Gleichstand herrscht ebenso bei den soliden Durchzugswerten sowie in der problemlos erreichbaren Höchstgeschwindigkeit über 200 km/h. Zudem sind die Selbstzünder kräftig genug, um auch beladen ihre Fahrer an Autobahnsteigungen nicht hängen zu lassen.

Auf einer flotten Landpartie könnte im Auris allerdings dennoch Frust aufkommen. Denn der Honda Civic lässt sich so spielerisch präzise um Kurven dirigieren, dass dem Toyota nichts anderes übrig bleibt, als trauervoll quietschend und früh untersteuernd hinterher zu wanken. An der hinreichend direkten Lenkung liegt es sicherlich nicht. Eher schon an den 16 Zoll großen Michelin-Energy-Reifen sowie einem komfortablen Fahrwerk, das viel Seitenneigung zulässt. Gerät man im Auris dann auch noch auf eine Schlechtwegstrecke, zeigen harte Schläge und kräftiges Gepolter, dass sein Fahrwerk allzu schnell überfordert ist. Anders der Honda Civic. Der gibt sich zwar konsequent straff, bleibt aber auf herbem Untergrund deutlich ruhiger, geht nicht auf Block und stellt damit die harmonischere Lösung dar.

Mehr Platz und Variabilität im Honda Civic

Ungemütlicher kann es dagegen auf den belederten Sitzen des Honda Civic zugehen. Warum? Nun, die Harmonie leidet zum einen unter einer zumindest gewöhnungsbedürftigen Karosserieform, die vorne wie hinten das Raumgefühl einschränkt. Zum anderen sitzen die Insassen vorn auf dem Dieseltank, was die Kopffreiheit nochmals reduziert. Da kann es schon mal vorkommen, dass die Stirn mit Dach oder Sonnenblende kollidiert. Unser Tipp: Lieber den Sitz etwas nach hinten rücken, dann sieht man auch die Ampel besser.

Immer im Blick liegen hingegen die futuristisch anmutenden Instrumente sowie ein großer Bordcomputer. Mag sein, dass sie nicht jedermanns Geschmack treffen, doch in Kombination mit sauber eingepassten Tasten und weichen Kunststoffen wirkt das Cockpit im Honda Civic edler als das profane Interieur des Auris.

Blickt man nun noch in den Kofferraum des Honda Civic, dürfte jeglicher Groll verschwinden. Denn mit 477 bis 1.378 Litern nimmt er locker zwei Reisekoffer mehr mit als der ansonsten recht geräumige Toyota (360 bis 1.200 Liter). Zudem lassen sich dank dem Tank im Vorderwagen die hinteren Sitzflächen wie im Kino mit einem Handgriff nach oben klappen und verriegeln, so dass statt der Fondpassagiere auch ein oder zwei Fahrräder mit auf Tour gehen können. Einziger Nachteil: Die geklappten Sitze verdecken die Aussicht nach hinten, und die ist durch den wuchtigen Spoiler auf der Heckscheibe sowieso eingeschränkt. Womit nun auch das Thema Design und Aerodynamik geklärt sein dürfte.

Honda Civic auch preislich attraktiv

Bleibt der Blick in die Preislisten. Ist der Honda Civic in der Lifestyle-Variante mit 26.550 Euro echt so viel teurer als ein Auris Life Plus (23.650 Euro)? Nein. Ein bereits serienmäßiges Soundsystem mit DAB-Radio und Subwoofer, 17-Zoll-Räder, Alarmanlage sowie Bixenon-Scheinwerfer machen den Aufpreis wieder wett. Prinzipiell gibt es den Honda Civic auch noch mit adaptivem Tempomat sowie einem selbstständig eingreifenden Bremsassistent, doch da die Systeme nur in der Executive-Ausführung mit dem 2,2-Liter-Diesel zu haben sind, gehen sie nicht in die Punktewertung ein. Auch wenn der kleine Diesel des Civic den Honda-Ingenieuren gut gelungen ist, hier könnten sie noch nachlegen. Allzu schwer dürfte das nicht fallen.

Fazit

Mit deutlichem Abstand verweist der ungewöhnliche Honda Civic den konservativen Toyota Auris auf den zweiten Platz. Sein geringes Platzangebot gleicht der Honda mit reichlich Kofferraum und enormer Variabilität wieder aus. Dazu kommt noch das ausgewogene Fahrwerk, die sportliche Lenkung und ein niedriger Testverbrauch. Dem Auris bleibt nur der günstigere Preis.

Technische Daten
Honda Civic 1.6 i-DTECToyota Auris 2.0 D-4D
Grundpreis26.790 €23.850 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe4300 x 1770 x 1470 mm4275 x 1760 x 1460 mm
KofferraumvolumenVDA477 bis 1378 L360 bis 1200 L
Hubraum / Motor1597 cm³ / 4-Zylinder1998 cm³ / 4-Zylinder
Leistung88 kW / 120 PS (300 Nm)91 kW / 124 PS (310 Nm)
Höchstgeschwindigkeit207 km/h200 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h10,5 s10,0 s
Verbrauch3,7 L/100 km4,3 L/100 km
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