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Hyundai Genesis

Erste Fahrt im koreanischen Luxusliner

Foto: Holger Schaper 15 Bilder

Hyundai hat seit zwei Monaten die Luxuslimousine Genesis in Korea und den USA am Start, die gegen Mercedes und BMW antreten soll. Erste Fahrt im Genesis mit 4,6-Liter-V8.

05.12.2008 Eberhard Kittler

Hyundai will hoch hinaus – und hatte vor, nach dem Beispiel von Lexus und Infiniti eine eigene Luxusmarke namens Genesis zu etablieren.Denn die Koreaner, mittlerweile fünftgrößter Autohersteller der Welt, sind dabei, ihre Modellpalette deutlich höher zu positionieren und sich so vom Tochterunternehmen Kia abzusetzen. Der Plan von der Luxusmarke muss angesichts schlechter Zeiten erst mal zurückgestellt werden, aber eine heckgetriebene Luxuslimousine gleichen Namens steht seit zwei Monaten bei den Hyundai-Händlern in den USA und in Südkorea.

Der Genesis wird dort mit zwei V6-Motoren angeboten – mit dem 3,3-Liter (268 PS) aus dem Sonata und einem 3,8-Liter (290 PS). Monatlich werden davon 2.500 Exemplare abgesetzt, der Basispreis liegt bei 30.000 Dollar (umgerechnet rund 24.000 Euro).

Gegen E-Klasse und 5er-BMW

Neu ist eine 4,6 Liter große V8-Variante, mit der Hyundai gegen Mercedes und BMW antritt. Zwar gibt es demnächst keinerlei Absichten, diesen sehr amerikanisch geprägten Viertürer nach Mittel- und West-Europa zu holen, aber der Limousine wird nächstes Jahr ein Coupé folgen. Und das könnte durchaus nach Deutschland kommen, wie Europa-Vice President Allan Rushforth andeutet.

V8 mit 375 PS

Um ein Gefühl dafür zu bekommen, fuhren wir die Limousine mit dem 375 PS starken Achtzylinder auf deutschen Straßen. Mit rund fünf Meter Außenlänge fährt der Wagen in der Liga von E-Klasse und 5er-BMW. Das kantige, avantgardistische Design könnte tatsächlich von BMW stammen – kein Wunder, kommt doch beispielsweise der Chefdesigner der europäischen Hyundai-Zentrale aus München. Merkwürdig ausgeformt ist die Front-Gestaltung ohne Hyundai-Logo – weil hier beim optionalen Technology Packet neben dem Abstandsradar noch eine 180-Grad-Kamera zur Totwinkelerkennung Platz finden muss. Die Xenon-Leuchten sind serienmäßig, wie überhaupt das Auto fast komplett ausgestattet ist.
Wichtigste Botschaft des Innenraums: Er gibt sich fahrerbezogen und verzichtet auf jegliche Spielereien. Der Instrumententräger präsentiert sich aufgeräumt und minimalistisch, Leder umschmeichelt die Besatzung, Oberflächen und Verarbeitung wirken gediegen und hochwertig. Das Hifi-System von Lexicon gehört zu den besten auf dem Markt, es wird beispielsweise auch bei Rolls-Royce verbaut.

Vorn ist ausreichend Platz, während auf der hinteren Sitzbank die Kopffreiheit für Sitzriesen knapp bemessen ist. Der Kofferraum wirkt riesig, unter der Abdeckung ist sogar noch Platz für ein vollwertiges Ersatzrad.

Kräftiger Antrieb

Ein Druck auf den Start-Button, und der V8 beginnt turbinenartig hochzulaufen, über die ZF-Sechsstufenautomatik fließt die Kraft an die Hinterräder. Manuell lässt sich über den Wählhebel eingreifen, Tasten am Lenkrad gibt es (noch) nicht. Das Auto spurtet los und fühlt sich oberhalb 2.500 Touren richtig wohl. Das maximale Drehmoment von 450 Nm liegt bei 3.500/min an. Kraft ist stets ausreichend vorhanden, der Motorsound dringt nur äußert gedämpft ins Innere. Nur beim kräftigen Gasgeben erlebt man auch in puncto Klang das typische V8-Gefühl.
Unser Testwagen war lediglich mit dem Stahlfederungs-Fahrwerk ausgestattet, das eher soft und amerikanisch abgestimmt war. Optional gibt es eine Luftfederung einschließlich elektronisch variierbarer Dämpfer – das verstellbare Fahrwerk soll auch in andere Hyundai-Modelle zum Einsatz kommen. Ebenfalls nicht optimal sind die amerikanischen Ganzjahresreifen, deren Abrollkomfort zu wünschen übrig lässt. Dank der guten Gewichtsverteilung von 52:48 bleibt das Auto auch in schnellen Wechselkurven weitgehend neutral, wenn man es denn übertreibt, greift das ESP-System ein.

Nicht für Europa

Die elektromechanische Lenkung ist zielgenau, sollte aber anderes abgestimmt sein – leichtgängig beim Parkieren, sehr direkt bei hoher Geschwindigkeit. Bei 240 km/h wird der Motor abgeriegelt. Der Verbrauch des Genesis dürfte sich bei forcierter Fahrweise deutlich oberhalb von 15 Liter bewegen – das Auto wiegt trotz einiger Leichtbaumaßnahmen, bis hin zur Alumotorhaube,1.700 Kilogramm. Alles in allem wäre der Genesis ein ernstzunehmendes Angebot in der Oberklasse – wenn es denn nicht die mit viel mehr Image behafteten deutschen Wettbewerber gäbe. So bleibt den Koreanern nur, mit einer speziellen Karosserieversion in Europa auf Kundenfang zu gehen. Von einem Coupé war die Rede – wie wäre es stattdessen mit einem zweitürigen Cross-Coupé mit leichter Offroad-Anmutung?

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