Hyundai i20 1.2 Comfort: Neuer Kleinwagen von Hyundai im Fahrbericht

Hyundai i20 1.2 Comfort

Der Hyundai i20 möchte mit seiner Front im Stil des i30, üppigem Platzangebot und guter Sicherheitsausstattung als erwachsener Kleinwagenverstanden werden. Zu Recht?

So wie das Saarland immer als Maßeinheit herhalten muss, wenn es um die Größe von durch Waldbrände zer­störten Gebieten geht, gilt der VW Golf III als Muster für das Wachstum von Kleinwagen. Die sind in den letzten Jahren auf sein Format angewachsen, deswegen hier die Vergleichs­zahlen: Der Hyundai i20 ist zwar acht Zentimeter kürzer, aber 2,5 breiter und 5,5 höher, übertrifft den noch immer als Kompaktwagen verstandenen Dreier-Golf zudem um fünf Zentimeter im Radstand.

Das Platzangebot im Hyundai i20 entspricht der Kompaktklasse

Die Kleinen sind groß geworden - und dazu so seriös. Auch ein paar bunte Stoff­bahnen ändern nichts an der hochfunktionalen, aber wenig emotionalen Innenarchitektur des i20, dessen Cockpit sich in sorgsam verbautem, aber kratzempfindlichem Kunststoff kleidet. Es passt alles, ist leicht bedienbar und übersichtlich. Die zu hohe Position auf dem nicht besonders bequemen Fahrersitz lässt sich mit dem in Höhe und Weite verstellbaren Lenkrad kompensieren. Das Platzangebot entspricht durch­aus dem, was noch vor 15 Jahren Kompaktklasse-Niveau war.

Viel Knie- und ausreichend Kopffreiheit im Hyundai i20

Auch im Fond: Den Pas­sagieren auf der rutschigen Rückbank bleibt viel Knie- und genug Kopffreiheit. Das Koffer­raumvolumen liegt mit 295 Litern an der Grenze zur Kom­paktklasse - ein 55 Zentimeter längerer Mazda 3 Sports-Line etwa packt nur fünf Liter mehr. Dagegen stören beim Hyundai i20 die hohe Lade- und die Innenkante des Kofferraums.Ist die asym­metrisch geteilte Rücksitzbank umgeklappt, bleibt zudem eine hohe Stufe im Ladeabteil. Schon wenn darin nur ein Bruchteil der erlaubten 443 Kilogramm Zuladung lagert, muss der Motor all seine Re­serven aktivieren.

Hyundai i20: Der Basismotor mit 78 PS verbraucht 6,5 L/100 km

78 PS klin­gen für einen Basismotor ziemlich üppig, aber dem 1,2 Liter kleinen und mit 6,5 Liter/100 km sparsamen Vierzylinder mangelt es an Kraft. Erst bei 4.000/min hat er seine 119 Nm zusammen, bis dorthin dreht er durch die lang übersetzten fünf Gänge seiner präzisen Schaltbox ohne große Begeis­terung - aber auch ohne Getöse. Ohnehin liegt das Ge­räuschniveau niedrig, erst oberhalb von Tempo 140 kippt das leise Brummen des Trieb­werks ins Dröhnige.

Hyundai i20: Zu hart gefedert und zu weich gedämpft

Merklicher schränkt die Fahr­werksabstimmung den Kom­fort ein. Zu hart gefedert und zu weich gedämpft, spricht der Hyundai i20 herb auf Unebenheiten an. Auf die Fahrsicherheit hat das keinen Einfluss: Kurven um­rundet der Hyundai i20 mit deut­licher Seitenneigung, gibt da­bei über die leichtgängige Lenkung kaum Rückmeldung, lässt sich aber auch durch Last­wechsel nicht aus der Ruhe bringen. Lange bevor es prekär werden könnte, deeskaliert zudem das früh und autoritär regelnde ESP die Situation.

Die Klimaanlage für den Hyundai i20 kostet 1.740 Euro extra

Es gehört wie sechs Airbags und CD-Radio mit MP3-Player-Anschluss zur Serienausstat­tung der Basis Classic. Sie lässt sich für 1.740 Euro mit Klimaanlage und dem Trend-Paket fast auf das Niveau des 2.230 Euro teureren Comfort aufrüsten, der darüber hinaus eher Unnötiges bietet. Aber das passt ja nicht recht zu einem so maßvollen Auto wie dem i20.

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Sebastian Renz

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Könnten Sie sich den Hyundai i20 als Alltagswagen vorstellen?
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