So wie das Saarland immer als Maßeinheit herhalten muss, wenn es um die Größe von durch Waldbrände zerstörten Gebieten geht, gilt der VW Golf III als Muster für das Wachstum von Kleinwagen. Die sind in den letzten Jahren auf sein Format angewachsen, deswegen hier die Vergleichszahlen: Der Hyundai i20 ist zwar acht Zentimeter kürzer, aber 2,5 breiter und 5,5 höher, übertrifft den noch immer als Kompaktwagen verstandenen Dreier-Golf zudem um fünf Zentimeter im Radstand.
Das Platzangebot im Hyundai i20 entspricht der Kompaktklasse
Die Kleinen sind groß geworden - und dazu so seriös. Auch ein paar bunte Stoffbahnen ändern nichts an der hochfunktionalen, aber wenig emotionalen Innenarchitektur des i20, dessen Cockpit sich in sorgsam verbautem, aber kratzempfindlichem Kunststoff kleidet. Es passt alles, ist leicht bedienbar und übersichtlich. Die zu hohe Position auf dem nicht besonders bequemen Fahrersitz lässt sich mit dem in Höhe und Weite verstellbaren Lenkrad kompensieren. Das Platzangebot entspricht durchaus dem, was noch vor 15 Jahren Kompaktklasse-Niveau war.
Viel Knie- und ausreichend Kopffreiheit im Hyundai i20
Auch im Fond: Den Passagieren auf der rutschigen Rückbank bleibt viel Knie- und genug Kopffreiheit. Das Kofferraumvolumen liegt mit 295 Litern an der Grenze zur Kompaktklasse - ein 55 Zentimeter längerer Mazda 3 Sports-Line etwa packt nur fünf Liter mehr. Dagegen stören beim Hyundai i20 die hohe Lade- und die Innenkante des Kofferraums.Ist die asymmetrisch geteilte Rücksitzbank umgeklappt, bleibt zudem eine hohe Stufe im Ladeabteil. Schon wenn darin nur ein Bruchteil der erlaubten 443 Kilogramm Zuladung lagert, muss der Motor all seine Reserven aktivieren.
Hyundai i20: Der Basismotor mit 78 PS verbraucht 6,5 L/100 km
78 PS klingen für einen Basismotor ziemlich üppig, aber dem 1,2 Liter kleinen und mit 6,5 Liter/100 km sparsamen Vierzylinder mangelt es an Kraft. Erst bei 4.000/min hat er seine 119 Nm zusammen, bis dorthin dreht er durch die lang übersetzten fünf Gänge seiner präzisen Schaltbox ohne große Begeisterung - aber auch ohne Getöse. Ohnehin liegt das Geräuschniveau niedrig, erst oberhalb von Tempo 140 kippt das leise Brummen des Triebwerks ins Dröhnige.
Hyundai i20: Zu hart gefedert und zu weich gedämpft
Merklicher schränkt die Fahrwerksabstimmung den Komfort ein. Zu hart gefedert und zu weich gedämpft, spricht der Hyundai i20 herb auf Unebenheiten an. Auf die Fahrsicherheit hat das keinen Einfluss: Kurven umrundet der Hyundai i20 mit deutlicher Seitenneigung, gibt dabei über die leichtgängige Lenkung kaum Rückmeldung, lässt sich aber auch durch Lastwechsel nicht aus der Ruhe bringen. Lange bevor es prekär werden könnte, deeskaliert zudem das früh und autoritär regelnde ESP die Situation.
Die Klimaanlage für den Hyundai i20 kostet 1.740 Euro extra
Es gehört wie sechs Airbags und CD-Radio mit MP3-Player-Anschluss zur Serienausstattung der Basis Classic. Sie lässt sich für 1.740 Euro mit Klimaanlage und dem Trend-Paket fast auf das Niveau des 2.230 Euro teureren Comfort aufrüsten, der darüber hinaus eher Unnötiges bietet. Aber das passt ja nicht recht zu einem so maßvollen Auto wie dem i20.






