Hyundai i30 cw Blue 1.6: Viel Verbrauch trotz Start-Stopp-System

Hyundai i30 cw

Jetzt macht auch Hyundai blau: Der Kompakt-Kombi i30 cw 1.6 soll mit einem
Start-Stopp-System sparsamer werden. Ist die Blue-Variante ihren Aufpreis wert?

Von wegen Koreaner. Gezeichnet vom deutschen Thomas Bürkle, in Rüsselsheim entwickelt und im tschechischen Nosovice gebaut, stecken im 2007 vorgestellten  Hyundai i30 mehr Euro-Gene als in manchem Fahrzeug inländischer Marken. Da passt es ins Bild, dass Hyundai  ebenso wie die einheimischen Hersteller derzeit kräftig an der Verbrauchs-Schraube dreht.

Hyundai i30-Kombi mit Start-Stopp-System

So lässt sich der Kompaktwagen samt Kombi-Derivat cw seit neuestem mit Start-Stopp-Automatik ordern, die im Gegensatz zu anderen Systemen auch im Winter arbeitet. Liegt die Kühlwassertemperatur über 45 Grad, schaltet der Motor unabhängig von der Außentemperatur ab, sobald im Stand der Gang herausgenommen wird, um beim Trennen der Kupplung wieder anzuspringen. Allein über den versprochenen Minderverbrauch von 0,3 Liter/100 km rechnet sich die Investition nach rund 70.000 Kilometern. Hinzu kommt eine um 20 Euro reduzierte Kfz-Steuer. Allerdings lässt sich das System nur für die beiden Benziner mit 1,4 und 1,6 Liter Hubraum ordern, während die von Haus aus genügsameren Diesel ohne diese Sparhilfen auskommen müssen.

Das kurz übersetzte Getriebe lässt den Hyundai i30 brummen

Ebenfalls verwunderlich, dass die Öko-Modelle mit einem kurz übersetzten Fünfgang-Getriebe kombiniert werden, das den 1,6-Liter schon bei 140 km/h rund 4.500/min drehen lässt. Entsprechend fällt der Durchschnittsverbrauch (8,7 Liter/100 km) alles andere als genügsam aus. Auch der Geräuschkomfort leidet unter der kurzen Übersetzung, da der Vierzylinder obenrum äußerst brummig zu Werke geht. Komfortmindernd wirken zudem dünn gepolsterte Sitze sowie die herbe Federung.

Ab 2.000 Umdrehungen legt der Hyundai i30 kräftig los

Dabei hat der 126-PS-Motor gar keine Temperaments-Hilfe vom Getriebe nötig, da er bereits ab 2.000/min kräftig loslegt und den 4,50-Meter-Kombi mit leichtgängiger Lenkung agil und wendig vorantreibt. Mitfahrer freuen sich über das luftige Raumgefühl auf allen Plätzen sowie die mit einem Griff umlegbare Rückbank, die einen ebenen Ladeboden ergibt, ohne dass die Sitzfläche separat hochgefummelt werden muss. Da lässt es sich verschmerzen, dass der vergleichbare VW Golf Variant 100 Liter mehr schluckt.

Hyundai i30 mit großzügiger Serienausstattung

Großzügig fällt dagegen die Serienausstattung aus. Schon die Basisvariante (16.340 Euro) bringt mit Klimaanlage, CD-Radio und Zentralverriegelung alles Wesentliche mit, der getestete Comfort verfügt sogar über Klimaautomatik, Funk-Fernbedienung und anklappbare Spiegel. Den asiatischen Wurzeln bleibt Hyundai auch in einem anderen Punkt treu: Drei Jahre Garantie gewähren Europäer meist nur gegen Aufpreis.

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Dirk Gulde

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